Aktuelle NEWS aus Deutschland !

Zwei schwer bewaffnete Räuber überfallen Sparkassenfiliale !

Witten. Am helllichten Tag überfielen zwei Räuber die Sparkassenfiliale an der Wideystraße hinter dem Rathaus.
Sie flüchteten mit der Beute.

Ein Raubüberfall ereignete sich am Donnerstagmittag in der Sparkassenfiliale am Lew-Hasharon-Platz/Ecke Wideystraße.
Zwei schwer bewaffnete Täter bedrohten die Angestellten, forderten die Herausgabe des Bargeldes, schlossen die Mitarbeiter ein und flüchteten mit der Beute.
Verletzt wurde niemand.

Gegen 13.30 Uhr ging der Alarm bei der Polizei ein.
Die drei Mitarbeiter hatten ihn ausgelöst, als sie sich wieder aus ihrem Gefängnis – einem Toilettenraum – befreit hatten.
Kunden befanden sich zur Zeit des Überfalls nicht in der Zweigstelle.

Mittagspause abgewartet
„Die Räuber haben offenbar auf die Mittagspause gewartet“, erklärt Olaf Michel vom Vorstand der Wittener Sparkasse.
Er war mit Vorstandschef Ulrich Heinemann sofort von der Hauptstelle an der Ruhrstraße herbeigeeilt, um nach den Mitarbeitern zu sehen und die Situation vor Ort zu begutachten.
Die Pause beginnt um 12.30 und endet um 14.15 Uhr.
Die beiden Täter hätten die drei Angestellten abgepasst, mit schweren Waffen bedroht und in die Filiale zurückgedrängt.
Die Kriminellen waren maskiert und hatten eine Pistole, einen Revolver und eine Handgranate dabei, wie die Polizei mitteilt.
Wie hoch der Schaden ist, stehe derzeit noch nicht fest.
Der Leiter der Revision, Thomas Hofmann, traf kurze Zeit später auch am Ort des Geschehens ein, um zu prüfen, wie hoch die gestohlene Geldsumme ist.

Vier Polizeiwagen und zwei Rettungsfahrzeuge – das DRK betreut die Mitarbeiter bei Bedarf – blockierten zwischenzeitlich den Kreisel am Lew-Hasharon-Platz.
Es bildeten sich kleine Rückstaus in die angrenzenden Straßen – vor allem auch, weil viele Autofahrer wegen des Polizeiaufgebots gucken wollten, was dort passiert war.
Auch Fußgänger hielten an.
Der 20-jährige Kevin saß auf dem Mäuerchen des kleinen Parks hinter dem Rathaus und wartete auf einen Kollegen, als der Überfall geschah.
Gesehen habe er nichts, denn er saß mit dem Rücken zum Sparkassengebäude.
„Autoreifen haben gequietscht und dann war plötzlich jede Menge Polizei da“, sagt der junge Mann.
„Ich habe mich selbst total erschrocken.“
Die Mitarbeiter der Filiale der deutschen Bank gegenüber hätten nach eigener Aussage nichts bemerkt.

Filiale bleibt zunächst geschlossen
„Wir hatten hier in Witten lange Ruhe“, sagt Olaf Michel.
In letzter Zeit seien eher Tankstellen, Spielhallen oder Kioske überfallen worden.
„Wir haben so viel in die Sicherheit investiert – dass die sich überhaupt noch trauen, einzubrechen“, sagt er, noch völlig fassungslos angesichts der schrecklichen Situation, der die Angestellten ausgesetzt waren.
Die Filiale bleibt ab sofort geschlossen, auch am Freitag.
„Die Mitarbeiter sollen sich erst mal erholen.“

So beschrieben die Mitarbeiter den Polizeibeamten die Täter: Einer der Räuber ist ca. 60 Jahre alt, hat rötliche Haare und rote Hautpigmente im Gesicht.
Er trug schwarze Schuhe, eine helle Jeanshose sowie einen olivgrünen Parka.
Der Mittäter ist etwa 25 bis 30 Jahre alt, trug einen Kapuzenpulli, eine Jeans, dunkelblaue Segelturnschuhe sowie eine Fahrradbrille.
Das Bochumer Raubkommissariat hat die Ermittlungen aufgenommen und bittet um Zeugenhinweise, 209-4135 (-4441 außerhalb der Geschäftszeit).


 
Mord in Niedersachsen: Freigänger soll junge Frau getötet haben !

Im Fall einer vor rund sieben Monaten in Niedersachsen getöteten jungen Frau haben Ermittler einen zur Tatzeit bereits im Maßregelvollzug einsitzenden Mann im Verdacht.

Der 48-Jährige sei laut Staatsanwaltschaft Verden festgenommen worden.
Der Verdacht gegen ihn ergebe sich aus der Auswertung von Spuren.

Der Mann war im Januar 2013 wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung verurteilt worden, wegen seiner Alkoholsucht kam er in den Maßregelvollzug nach Bad Rehburg.
Seit Ende 2014 durfte er die Einrichtung auch unbegleitet immer wieder verlassen.

Das Opfer aus Bad Rehburg war im September 2015 von ihrer Familie als vermisst gemeldet worden, einige Tage später wurde die 23-Jährige tot in einem Waldstück bei Loccum gefunden.

Ein Maßregelvollzugszentrum ist eine spezielle Fachklinik, in der psychisch kranke oder süchtige Straftäter behandelt werden, die zum Tatzeitpunkt nach gerichtlicher Auffassung nicht oder nur vermindert schuldfähig waren und deshalb nicht ins Gefängnis geschickt werden können.
Die Bandbreite möglicher Verbrechen ist dabei relativ groß.


 
Haftbefehl nach Messerattacke: IS-Mitglieder sollen 15-Jährige zu "Märtyreroperation" motiviert haben !

Nach der Messerattacke einer 15-jährigen Deutsch-Marokkanerin auf einen Bundespolizisten in Hannover haben sich die Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund erhärtet.
Die Bundesanwaltschaft hat einen neuen Haftbefehl gegen das Mädchen erwirkt.

Die Beschuldigte Safia S. sei dringend verdächtig, den Mann bei einer Kontrolle am Hauptbahnhof mit einem Gemüsemesser angegriffen zu haben, teilte die Bundesanwaltschaft mit.
Der Polizist erlitt demnach eine "lebensbedrohliche Stichwunde" und musste operiert werden.

Das Motiv des Mädchens: Sie habe den Polizisten "als Repräsentanten der von ihr verhassten Bundesrepublik" töten wollen.

Zur "Märtyreroperation" angestachelt
Die 15-Jährige hatte sich laut der Angaben seit spätestens November letzten Jahres dschihadistisches Gedankengut angeeignet.
Über das Internet habe sie in Kontakt zu einem Kämpfer der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) gestanden.

Safia S. flog den Ermittlungen zufolge im Januar 2016 in die Türkei nach Istanbul.
Dort sollten ihr zwei Mittelsmänner des IS helfen, nach Syrien einzureisen.
Vor der geplanten Weiterreise habe ihre Mutter sie aufhalten und nach Deutschland zurückbringen können.
IS-Mitglieder hätten sie aber überzeugt, in Deutschland eine "Märtyreroperation" durchzuführen.

Haftbefehl wegen versuchten Mordes
Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft Hannover gegen die 15-Jährige ermittelt.
Nach ihrer Festnahme Ende Februar befand sie sich bereits in Untersuchungshaft.
Mitte März übernahm die Bundesanwaltschaft das Verfahren und erwirkte nun beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs einen neuen Haftbefehl wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung.


 
Sauerland: Känguru steht an der Haltestelle !

Es war sicher einer der kuriosesten Einsätze für die Polizei im Sauerland.
Dort sind nämlich erneut zwei Kängurus ausgebüxt.
Während eines der beiden Beuteltiere von einem Auto in Marsberg überfahren wurde, entdeckte eine Polizeistreife wenige Stunden später das zweite Tier - es hatte an einer Haltestelle gestanden.

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Die Polizei verbreitete eine passende Zeichnung dazu.
Beide Tiere gehören einem privaten Halter.
Unklar blieb zunächst das Schicksal eines seit mehreren Monaten ebenfalls im Sauerland ausgebrochenen Kängurus, das als "Skippy II" Schlagzeilen gemacht hat.

Es handele sich dabei weder um das überfahrene noch um das eingefangene Tier, teilte die Polizei mit.


 
Explosion: Lidl-Markt in Herten gesperrt !

Lidl-Markt in Herten war gesperrt - Papierkorb gesprengt .....

Herten. Der Lidl-Markt am Resser Weg in Herten ist am Freitagvormittag seit circa 9.20 Uhr stundenlang gesperrt gewesen.
In der Pfandrückgabe gab es eine Explosion.
Der dortige Papierkorb wurde in Stücke gesprengt.
Eine Mitarbeiterin wurde verletzt.

Wegen einer Explosion in der Pfandrückgabe ist der Lidl-Markt am Resser Weg in Herten seit Freitagvormittag gegen 9.20 Uhr stundenlang gesperrt gewesen.
Nach ersten Informationen soll dort ein selbst gebauter Spreng- oder Knallkörper gezündet worden sein.

Ein Mensch wurde verletzt.
Es handelt sich um eine 37-jährige Mitarbeiterin aus Herne.
Sie wurde von der Feuerwehr ins Krankenhaus gebracht und nach ambulanter Behandlung wieder entlassen.
Der Einsatz der Feuerwehr, die zunächst mit einem Rettungswagen und später auch mit dem Löschzug Herten vor Ort weilte, war gegen zehn Uhr bereits wieder beendet.

Spezialisten der Kriminalpolizei und des Landeskriminalamtes ermitteln

Die Polizei sucht dringend nach Zeugen für den Vorfall.
Wer hat etwas gesehen, das zur Aufklärung des Falles beitragen könnte?

Bitte melden unter der Telefonnummer: 02361/ 55 1032.


 
Arzt hatte 92-Jährige für tot erklärt: 1000 Euro Geldbuße !

Gelsenkirchen. Der Arzt, der im vergangenen Jahr eine 92-Jährige für tot erklärte, wurde nun verurteilt.
Die Frau wachte damals im Külhaus des Bestatters wieder auf.

Die Vorstellung, lebendig begraben zu werden, ist ein Alptraum.
Der Fall einer damals 92-jährigen Gelsenkirchenerin bewegte vor einem Jahr die Bürger.
Die noch lebende Frau wurde von einem Notdienst-Mediziner für tot erklärt und lag bereits im Kühlraum eines Bestattungsunternehmens .
Jetzt wurde K., der den Totenschein ausgestellt hatte, vom Amtsgericht wegen mangelnder Sorgfalt und Verstoßes gegen das Bestattungsgesetz zu einer Geldbuße von 1000 Euro verurteilt.

Die Frau lebte im Awo-Pflegeheim an der Mühlenstraße, war schwer krank und dement.
Die Altenpflegerin Irmgard L., die die 92- Jährige stündlich betreute, fand die alte Dame am 21. März gegen 16:30 Uhr leblos in ihrem Bett.
Puls und Blutdruck waren nicht mehr messbar, der Mund war weit geöffnet.
Als sie einen Spiegel vor Nase und Mund hielt, bildete sich keine Feuchtigkeit.

Widersprüchliche Aussagen von Arzt und PFlegerin
Sie ging vom Tod der Frau aus und verständigte den Notdienst.
Nach langer Wartezeit erreichte sie ihn um 17 Uhr.
Vor Gericht widersprechen sich die Aussagen des Arztes und der Pflegerin.
Irmgard L. versichert, dass der Mediziner die 92-Jährige nicht einmal angefasst habe, K. erklärt, vorschriftsmäßig die Vitalfunktionen der Frau überprüft zu haben.

Nach etwa fünf Minuten stand für den Mediziner fest, dass die Frau tot war.
Seine Erkenntnis: Im Nacken und im unteren Bereich des Oberschenkels seien Totenflecken unverkennbar.
Die sind in der Regel 20 Minuten nach einem Herz-/Kreislaufstillstand sichtbar und nach acht bis Stunden vollständig ausgebildet.
Da die Frau unter Anämie litt, hätten mögliche Leichenflecken auch blasser erscheinen können.

Gleich drei Gutachter hatte das Gericht zu Rate gezogen, wie bei Leichenschauen vorzugehen ist und was Mediziner als sicheres Indiz für einen eingetretenen Tod ansehen können.

In unsicheren Fällen reanimieren
Professor Dr. Andreas Schmeling, Facharzt für Rechtsmedizin, kommt zu der Erkenntnis, dass K. bei sorgfältiger Leichenschau keine sicheren Todeszeichen hätte feststellen können und er die vermeintlichen Totenflecken fehlgedeutet habe.

Die Gutachter empfahlen Medizinern, in unsicheren Fällen zu reanimieren, ein EKG-Gerät einzusetzen oder nach einer Wartezeit noch einmal die Leiche zu beschauen.
K. hat reichlich Erfahrungen beim Notdienst gesammelt und schon über 400 Todesbescheinigungen ausgestellt.


 
Stadt Düsseldorf sperrt Autokennzeichen mit Buchstaben "IS" !

Düsseldorf. Die Buchstabenkombination "IS" ist auf Nummernschildern in Düsseldorf tabu.
Die Stadt vergibt sie nicht mehr.
In NRW offenbar bisher als einzige.

Die Stadt Düsseldorf vergibt ab sofort keine Nummernschilder mit der Buchstabenkombination "IS".
Das bestätigte ein Sprecher der Stadtverwaltung auf Nachfrage.
Begründet wird das mit der Bedeutung der Buchstaben als Kürzel für die Terrormiliz "Islamischer Staat".

Laut Stadt hätte es zuletzt verstärkt Anfragen nach dem Kennzeichen D-IS gegeben.
Dass die Buchstabenkombination mit einer politischen Botschaft verbunden werden könnte, schloss man daraus, weil es verstärkte Nachfrage nach solchen Wunschkennzeichen gegeben habe - von Menschen mit Herkunft aus Nordafrika.

Im Kreis Wesel gibt es ein anderes Kennzeichen-Tabu: MO-RD
In anderen Kommunen in NRW ist das Buchstabenkürzel noch nicht gesperrt.
Auch nicht in Dinslaken, wo es eine starke Islamisten-Szene gibt.
"Wir sehen keinen Zusammenhang zwischen Kennzeichen und der Terrormiliz", sagt Sprecherin Anja Schulte vom zuständigen Kreis Wesel.
Unter allen drei dort vergebenen Ortskennzeichen - MO, WES und DIN - sei die Kombination IS nach wie vor erhältlich.
Neben den bundesweit seit mehr als 30 Jahren geltenden Verboten für Nummernschilder mit Nazi-Kürzeln gebe es für Moerser Nummernschilder auch ein örtliches Tabu: "MO-RD wird bei uns nicht vergeben", sagte Schulte.

In Bochum und Wattenscheid sind "IS"-Kennzeichen derzeit nicht gesperrt.
Die Kombination "WAT-IS" sei bis dato 331-mal vergeben; in diesem Jahr wurde 32 Fahrzeuge mit einem solchen Nummernschild zugelassen.
Eine erhöhte 'IS-Nachfrage' zeichne sich für beide Ortskennzeichnungen jedoch nicht ab, sagt Stadtsprecherin Barbara Gottschlich.
2012 habe die Stadt jedoch entschieden, dass auch Buchstaben- und Zahlenkombinationen wie "AH" und "HH" und die Ziffernfolgen "18" und "88" nicht mehr ausgegeben werden - "um eventuell, auch unbeabsichtigte, Rückschlüsse auf gesellschaftliche oder politische Richtungen zu vermeiden".

DO-OF oder DO-PE - "Wer damit herumfahren mag..."
Auch die Städte Essen und Duisburg folgen dem Düsseldorfer Beispiel nicht.
Auf Nummernschildern seien dort nur die Kürzel NS, HJ, SA, SS und KZ verboten - wie in Städten und Kreisen bundesweit.
Grundlage dazu ist ein Runderlass des Bundeswirtschaftsministeriums vom Januar 1985.
Die Stadt Dortmund hat ebenfalls keine Probleme mit den Buchstaben IS auf Autokennzeichen.
Auch nicht mit Kennzeichen wie "DO-OF" oder "DO-PE".
Ein Sprecher meinte.
"Wer damit herumfahren mag, soll es tun".

Im Märkischen Kreis wird die Buchstabenkombination "IS" indes bereits seit März 2012 nicht vergeben - am Anfang von Kennzeichen.
Der Kreistag lehnte es damals ab, alte Ortskennzeichen der Region wiederzubeleben, etwa das für Iserlohn.
Das Kürzel MK-IS jedoch ist problemlos verfügbar: "Viele Iserlohner Bürger identifizieren sich damit, aber auch Bürger mit den entsprechenden Initialen im Namen nutzen es", teilt Pressereferentin Ursula Erkens mit. 842 Fahrzeuge sind aktuell damit zugelassen.


 
Düsseldorf: Nach Attentat auf Henriette Reker: So lief der Prozess-Auftakt !

Der mutmaßliche Reker-Attentäter sieht sich als „wertkonservativen Rebell”.
Der 44-Jährige berichtet zu Prozessbeginn von früheren Verbindungen in rechte Szene.

Zehn Zentimeter tief soll Frank S. sein Bowiemesser in den Hals von Henriette Reker gestoßen haben.
Die 30 Zentimeter lange Klinge traf die Wirbelsäule und verletzte die Luftröhre.
Nur durch eine Notoperation konnte das Leben der damaligen Kölner Oberbürgermeisterkandidatin gerettet werden.

Das Motiv für das womöglich fremdenfeindliche Attentat vom 17. Oktober 2015 wird im Düsseldorfer Prozess gegen S. noch eine wichtige Rolle spielen.
Zum Auftakt am Freitag ging es zunächst um den Lebenslauf des Manns, der sich selbst als „wertkonservativen Rebell” bezeichnete.

Eine Frage lautet, warum sich S. an jenem Samstagmorgen mit dem Jagdmesser und einem weiteren Butterflymesser bewaffnete, um beim Wahlkampfauftritt von Reker auf einem Kölner Wochenmarkt einen brutalen Anschlag zu begehen.
Laut Anklage wollte er mit dem Attentat ein Zeichen gegen die ihm verhasste Flüchtlingspolitik setzen, für die Reker als Kölns damalige Sozialdezernentin stand.

Am ersten Prozesstag gibt der der 44-jährige arbeitslose Maler und Lackierer zwar zu, dass er in den 90er Jahren Kontakte zur rechten Bonner Szene hatte.
Ein überzeugter Neonazi will er aber nicht gewesen sein.
„Ich war nie Nazi”, sagt der zuletzt in Köln lebende Mann, der in einer Pflegefamilie aufwuchs und später wegen Verurteilungen nach Schlägereien von 1997 bis 2000 im Gefängnis saß.

Die Schuld für diese Schlägereien weist S. im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts den anderen Beteiligten zu – angeblichen kriminellen Ausländerbanden und vermummten Antifa-Aktivisten, die ihn und seine Gesinnungsgenossen damals in Bonn angegriffen hätten.
„Ich bin zusammengeschlagen worden, habe mich gewehrt und habe dann die Anklage gekriegt”, sagt S., der seinerzeit mit Gleichgesinnten einer rechten Clique mit dem Namen „Berserker” angehörte.

Organisierten Neonazis wie den damaligen Aktivisten der gewaltbereiten und später verbotenen Freiheitlichen Arbeiterpartei Deutschlands (FAP) will S. aber gedanklich nicht nahe gestanden haben.
„Das würde ich jetzt nicht behaupten”, antwortet der 44-Jährige auf eine entsprechende Fage der Vorsitzenden Richterin Barbara Havliza.

Sich selbst beschreibt S. als „freiheitsliebenden Menschen”, als jemanden, der „für jeden Menschen offen” sei und kritisch auf die gesellschaftlichen Zustände blicke.
Er habe zwar „rechte Sachen gelesen”, sagt er vor Gericht, aber auch die linke Berliner Zeitung „taz”.

S. inszeniert sich an diesem ersten Prozesstag als eine Art „rechter Freidenker”.
Für die Bundesanwaltschaft ist er ein rechter Einzelgänger.
Das Attentat auf Reker habe S. nach Erkenntnissen der Ermittler allein verübt, sagt Oberstaatsanwalt Lars Otte in einer Verhandlungspause.
Otte widerspricht zugleich Mutmaßungen, S. sei womöglich für deutsche Sicherheitsbehörden als V-Mann in der rechtsextremen Szene tätig gewesen.
Dafür habe die Bundesanwaltschaft „keine Anhaltspunkte”.

Für das Gerichtsverfahren wäre dies ohnehin kaum von Belang – und wohl auch der Einwurf nicht, den der Verteidiger von S., Christof Misere, am ersten Verhandlungstag macht.
In einer vor Gericht verlesenen Erklärung erinnert der Rechtsanwalt daran, dass zum Tatzeitpunkt vor einem halben Jahr die Flüchtlingspolitik heftig umstritten gewesen sei.

Der Abstand der Regierenden zu großen Teilen der Bevölkerung habe damals „mehr als eine normative Armlänge” betragen, sagt Misere.
„Mehr als eine Armlänge halten” – diesen Ratschlag hatte Reker nach den Kölner Silvesterausschreitungen Frauen für die damals bevorstehenden Karnevalstage in der Domstadt gegeben.

Außerdem sorgt sich Misere in der Erklärung darum, dass das Verfahren gegen S. vor dem Staatsschutzsenat womöglich ein „politischer Prozess” werden könnte.
Das will Richterin Havliza nicht unkommentiert lassen.
„Der Senat führt keinen politischen Prozess”, stellt sie klar.
„Darüber brauchen Sie sich wirklich überhaupt keine Gedanken zu machen.”


 
Flughafen Köln/Bonn fällt bei Sicherheitstests durch !

Köln/Bonn. Am Flughafen Köln/Bonn ist es Kontrolleuren gelungen, Waffen durchzuschmuggeln.
Die Polizeigewerkschaft reagierte mit einer Forderung.

Kontrolleure der EU haben bei der Fluggastkontrolle am Köln-Bonner Flughafen offenbar massive Sicherheitslücken entdeckt.
In verdeckten Tests, in denen EU-Inspekteure als normale Reisende auftraten, sei es gelungen, in sechs von zwölf Fällen Waffen oder Bombenbauteile durch Röntgengeräte und am Sicherheitspersonal vorbei zu schmuggeln, wie der WDR aus vertraulichen Quellen der Bundespolizei und der betroffenen Sicherheitsfirma erfuhr.
Bei den offenen Tests wiesen die Ermittler die Sicherheitsdienste zuvor daraufhin, dass sich verbotene Gegenstände im Gepäck befanden.
Trotzdem war das Ergebnis hier schlechter: neun der zwölf verbotenen Gegenstände wurden vom Sicherheitspersonal laut WDR nicht entdeckt.

Die Tests sollen bereits im Februar durchgeführt worden sein, erklärte der Sender.
Die Ergebnisse würden als streng vertraulich gelten und würden nicht veröffentlicht.

Der Flughafenverband ADV, der den Airport Köln/Bonn zu seinen Mitgliedern zählt, begrüßte die Überprüfungen.
„Diese gehören zu einer funktionierenden Sicherheitsarchitektur“, teilte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel am Samstagabend mit.
„Sofern hier Handlungsbedarf besteht, müssen die privaten Sicherheitsdienstleister die aufgezeigten Mängel umgehend abstellen.“

Schlechte Schulung des Personals als Ursache
Bei den Flughafenkontrollen hat die Bundespolizei die Aufsicht.
Die Arbeit an den Sicherheitsschleusen übernehmen aber vielerorts private Sicherheitsdienstleister.
Laut WDR stehen den 600 Bundespolizisten bundesweit rund 9000 Mitarbeiter privater Unternehmen gegenüber.
Die Gewerkschaft fordert deshalb eine Rückführung der Sicherheitskontrollen in staatliche Hände, heißt es in dem Bericht weiter

Ein Sprecher der Bundespolizei sagte, es gebe europaweit für die Kontrollen einen vorgegebenen Standard.
Daran werde es trotz der Ergebnisse wohl kaum Änderungen geben.

Ende Mai 2015 hatte die EU-Kommission Deutschland bereits wegen möglicher Mängel bei den Sicherheitskontrollen an Flughäfen verklagt.
Ende 2014 hatten Prüfer Sicherheitsrisiken an deutschen Flughäfen aufgedeckt – unter anderem in Düsseldorf und Frankfurt/Main.
Laut Medienberichten gelang es den Prüfern bei jedem zweiten Versuch, Waffen oder gefährliche Gegenstände durch die Passagierkontrolle zu schmuggeln.
Als Hauptgrund wurde die schlechte Schulung des Personals der beauftragten Unternehmen genannt.


 
Freispruch nach einjährigem Prozess gegen Fitschen erwartet !

München. Der Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, kann sich nach fast einem Jahr als Angeklagter vor dem Münchner Landgericht auf einen Freispruch einstellen.
Nach den letzten Plädoyers der Verteidiger will der Vorsitzende Richter Peter Noll möglicherweise am Dienstag das Urteil verkünden.

Spätestens seit dem vergangenen Verhandlungstag ist klar, dass Fitschen und die anderen vier Angeklagten nach 33 zähen Verhandlungstagen nicht mehr viel zu befürchten haben: In ungewohnt deutlicher Form hatte der Richter klargestellt, dass das Verfahren den Anklagevorwurf des versuchten Prozessbetrugs nicht bestätigt habe.
Die Haltung des Gerichts sei nun kein großes Geheimnis mehr, sagte er mit Blick auf das Urteil.

Damit droht erneut einer Staatsanwaltschaft in einem Wirtschaftsverfahren eine herbe Niederlage: Erst vor wenigen Wochen war in Stuttgart ein Prozess gegen ehemalige Porsche-Manager mit Freisprüchen zu Ende gegangen.
In seinem Urteil hatte der Richter dort harsche Kritik an der Staatsanwaltschaft geäußert.

In dem Münchner Verfahren geht es um die Frage, ob Fitschen zusammen mit vier weiteren ehemaligen Bankern vor fünf Jahren Richter hinters Licht führen wollte, um Schadenersatzzahlungen der Deutschen Bank wegen der Pleite des Medienkonzerns Kirch zu vermeiden.
Die Angeklagten wiesen diesen Vorwurf von Anfang an zurück.
Die Staatsanwaltschaft ließ aber nicht locker und stellte mehr als 40 Beweisanträge, um das Gericht von den Vorwürfen zu überzeugen.

Dies gelang aber nicht - seit Monaten ließen die Richter Zweifel durchblicken.
Vergangene Woche verlor Richter Noll die Geduld: Sichtlich empört warf er der Anklage "Vermutungen ins Blaue hinein" vor und lehnte einen Antrag auf erneute Durchsuchung der Deutschen Bank ab.
Die Staatsanwaltschaft ließ sich davon nicht beirren und forderte kurz darauf in ihren Plädoyers sogar Haftstrafen für einige der Angeklagten.

Am härtesten muss aus Sicht der Behörde der ehemalige Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer bestraft werden: Für ihn forderte der Staatsanwalt dreieinhalb Jahre Haft.
Breuer war aus seiner Sicht die treibende Kraft innerhalb der fünf Angeklagten.
Der 2011 gestorbene Medienunternehmer Leo Kirch hatte Breuer zeitlebens für den Zusammenbruch seines Konzerns verantwortlich gemacht, weil dieser sich in einem Fernsehinterview kritisch über die Kreditwürdigkeit der Kirch-Gruppe geäußert hatte.

Auch für Breuers Nachfolger Josef Ackermann beantragte der Staatsanwalt eine Haftstrafe: Zwei Jahre und sechs Monate.
Fitschen war aus Sicht des Anklägers eher ein Mitläufer, habe die anderen aber auch nicht aufgehalten und sich vor Gericht gewunden, um nicht die Wahrheit sagen zu müssen.
Für ihn beantragte der Staatsanwalt ein Jahr und drei Monate Haft auf Bewährung sowie eine Geldbuße von zwei Millionen Euro.
Auch der ehemalige Aufsichtsratschef Clemens Börsig solle eine Bewährungsstrafe erhalten, Ex-Vorstand Tessen von Heydebreck eine Geldbuße.

Alle fünf können dem Urteil aber wohl entspannt entgegenblicken.
Breuers Anwalt Norbert Scharf hat neben einem Freispruch bereits beantragt, die Kosten des Verfahrens der Staatskasse aufzulegen - so war es auch beim Porsche-Prozess in Stuttgart.
Die Kosten für die hoch bezahlten Wirtschaftsanwälte werden dabei allerdings nur zu einem geringen Teil vom Staat übernommen - den Großteil trägt üblicherweise eine Versicherung, die Manager für Rechtsstreitigkeiten abgeschlossen haben.


 
Essen: Drei Verletzte bei Explosion in hinduistischen Gebetshaus !

In dem Gebäude hatte am Samstag eine Hochzeit stattgefunden.
Augenzeugen zufolge floh kurz nach der Explosion ein Vermummter vom Tatort.
Die Kriminalpolizei hat Ermittlungen aufgenommen.

Bei einer Explosion in einem hinduistischen Gebetshaus in Essen sind drei Menschen verletzt worden, einer davon schwer.
Mehrere Zeugen hätten danach eine maskierte Person vom Tatort fliehen sehen, sagte ein Polizeisprecher am Samstagabend.
Die Person sei nicht gefasst worden.
Für einen Terroranschlag gebe es keine Hinweise, sagte der Sprecher.
Die Explosion ereignete sich gegen 19.00 Uhr.

In dem Gebäude hatte gegen 14.00 Uhr eine Hochzeit stattgefunden.
Ein Teil der Festgesellschaft war zum Zeitpunkt der Explosion noch im Gebäude, andere Teilnehmer waren in einem nahegelegenen Festsaal.

Das Gebäude sei stark beschädigt worden, mehrere Fenster gingen durch die Wucht der Explosion kaputt, sagte der Polizeisprecher.
Ein Sprecher der Feuerwehr sagte, einer der Verletzten habe nur Abschürfungen erlitten.

Die näheren Hintergründe waren zunächst unklar.
Es habe eine starke Druckwelle gegeben, vor dem Gebäude lagen zahlreiche Splitter, so die Polizei.
Am Abend habe die Kriminalpolizei mit der Spurensuche begonnen, die bis in die Nacht dauern sollte.
Am Sonntagvormittag wollte Polizei in einer Mitteilung über den Vorfall informieren.


 
Blitzmarathon am Donnerstag: Warum Sachsen und RLP nicht mitmachen !

Den 21. April 2016 sollten sich Autofahrer gut merken: Für diesen Tag hat Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger (SPD) den nächsten internationalen Blitzmarathon angekündigt. Einige Bundesländer beteiligen sich allerdings nicht an der Jagd auf Raser.
Sachsen und Rheinland-Pfalz begründeten, warum sie nicht mitmachen.

Die Aktion soll am Donnerstag zwischen 6 und 22 Uhr ablaufen.
Neben vielen Bundesländern werden sich auch über 20 europäische Staaten an der Jagd auf Raser beteiligen.
Gezielt überprüfen wir die Streckenabschnitte, an denen besonders folgenschwere Unfälle passiert sind", erklärte Jäger.
Die Folgen schwerer Verkehrsunfälle seien oft dramatisch und für die Opfer eine lebenslange Belastung.
"Dabei können nur ein paar Stundenkilometer den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten", sagte Jäger.

Bei der Aktion mit Tausenden Polizisten an Tausenden Stellen sind am 21. April die bevölkerungsreichsten Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Bayern mit dabei.
Außerdem beteiligen sich Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Hessen, Schleswig-Holstein und Hamburg.

Einige Bundesländer machen nicht mit
Nicht dabei sind in diesem Jahr mindestens fünf Bundesländer: Baden-Württemberg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Bremen.
Noch offen war die Entscheidung zunächst in Mecklenburg-Vorpommern sowie im Saarland.

Sachsens Innenministerium erklärte den Verzicht mit "unverhältnismäßig" hohem Planungs- und Personalaufwand.
Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) hatte bereits im November 2015 gesagt, dass die Polizei angesichts größerer Terrorgefahr auf weniger Wichtiges verzichten müsse - als Beispiel nannte er überregionale Großkontrollen wie den Blitz-Marathon.

Dennoch soll insgesamt in mehr als 20 europäischen Staaten geblitzt werden, wie Jäger ankündigte.
Die Vorläufer-Aktionen hatten bislang jeweils 24 Stunden gedauert, doch nach einer Studie der RWTH Aachen ist die Wirksamkeit zwischen 6 und 22 Uhr am höchsten.
Unangepasste Fahrweise oder zu schnelles Fahren gelten als häufigste Ursachen für schwere Verkehrsunfälle.

Beim Blitz-Marathon im vergangenen Jahr hatte die Polizei in Deutschland mehr als 91.000 Raser erwischt.
Das waren knapp drei Prozent der kontrollierten 3,2 Millionen Fahrzeuge.

Laut Polizei werden die Messstationen rechtzeitig vor dem 21. April bekannt gegeben.


 
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