Aktuelle NEWS aus Deutschland !

Vorsätzlicher Bankrott: Staatsanwaltschaft klagt Anton Schlecker und Familie an !

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den Ex-Drogeriemarkt-König Anton Schlecker wegen vorsätzlichen Bankrotts erhoben.
Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Stuttgart.

Der 71 Jahre alte Schlecker und weitere Familienmitglieder sollen kurz vor der Pleite des Drogerie-Discounters in 36 Fällen insgesamt mehr als 20 Millionen Euro beiseite geschafft haben.
Die Anklage erstreckt sich deshalb auch auf Ehefrau Christa Schlecker und die Kinder Meike und Lars, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte.

Auch zwei Wirtschaftsprüfer seien angeklagt worden.
Nach Informationen der "Wirtschaftswoche" (Wiwo) handelt es sich um Mitarbeiter der Gesellschaft EY (Ernst & Young), die in den Jahren vor der Insolvenz die Jahresabschlüsse geprüft haben.
EY wollte das der "Wiwo" gegenüber nicht kommentieren.

Ankläger versprechen mehr Informationen
Zu den Inhalten der Anklageschrift wollte sich der Sprecher nicht äußern.
Es werde am Donnerstag weitere Informationen geben, kündigte er an.

Das "Handelsblatt", die "Stuttgarter Nachrichten" und die "Stuttgarter Zeitung" (Donnerstagsausgaben) berichteten, unter anderem habe Schlecker Geld per Schenkung an Kinder und Enkel weitergereicht.
Auch habe er überteuerte Verträge mit Firmen seiner Kinder geschlossen, berichteten die Blätter.

Schleckers Frau und Kinder seien angeklagt worden, weil sie dem Patriarchen nach Ansicht der Ermittler beim Beiseiteschaffen des Geldes geholfen hätten.
Außerdem stünden Vorwürfe der Bilanzfälschung und der falschen Versicherung an Eides statt im Raum.

Die Verteidiger der Familie hätten sich nicht äußern wollen.
Die Anklageschrift soll 250 Seiten umfassen.

Insolvenz im Januar 2012
Europas ehemals größte Drogeriekette Schlecker hatte im Januar 2012 Insolvenz angemeldet.
Etwa 25.000 Menschen verloren ihren Arbeitsplatz.

Die Gläubiger forderten rund eine Milliarde Euro.
Das Handelsunternehmen aus Baden-Württemberg betrieb zu seinen besten Zeiten rund 9000 Märkte im In- und Ausland und beschäftigte bis zu 50.000 Menschen.
Aus einem Hilfsfonds erhielten Ex-Mitarbeiter 73.000 Euro.

Wenn die Insolvenz droht oder kurz bevorsteht, darf ein Eigentümer dem Unternehmen keine Finanzmittel mehr entziehen.
Schlecker hatte seinen Milliarden-Konzern in Ehingen bei Ulm als "eingetragener Kaufmann" geführt, Privat- und Firmenvermögen waren damit nicht getrennt.

Schlecker hatte in den Jahren vor der Pleite Immobilien und andere Firmenteile an seine Kinder Lars und Meike und an seine Ehefrau verkauft oder verschenkt.
Ein Logistikzentrum im österreichischen Pöchlarn war nur sechs Tage vor Anmeldung der Insolvenz Ende Januar 2012 für 2,5 Millionen Euro an die Kinder verkauft worden.

Nach dem Insolvenzrecht müssen solche Geschäfte in der Regel rückgängig gemacht werden, wenn sie innerhalb von vier Jahren vor der Insolvenz über die Bühne gehen.
Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz hatte die heiklen Zahlungen noch im gleichen Jahr der Pleite in einem Gutachten für das Amtsgericht Ulm aufgelistet, so die "Wiwo".

Übertragenes Vermögen teils zurückgezahlt
Nach einem Streit um übertragenes Vermögen aus dem Unternehmen zahlte die Familie Schlecker dem Insolvenzverwalter gut ein Jahr nach der Pleite 10,1 Millionen Euro.
Im Gegenzug durfte sie unter anderem ihr luxuriöses Anwesen im schwäbischen Ehingen behalten.

Die Stuttgarter Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität ermittelte drei Jahre im Fall Schlecker.
Auf Bankrott stehe eine Strafe von bis zu fünf Jahren Haft oder Geldstrafe, bei besonderes schweren Fällen bis zu zehn Jahren Haft, hieß es.

Der Versuch eines österreichischen Investors, einen Teil der Filialen mit dem Konzept eines modernen Tante-Emma-Ladens wiederzubeleben, scheiterte 2013.
Einige Schlecker-Filialen gingen an Konkurrenten wie Rossmann und dm, andere Standorte - oft in unmittelbarer Nachbarschaft der Wettbewerber - verwaisten.
Die ehemalige Schlecker-Filiale in Ehingen gehört inzwischen der Stadt.


 
München: Mann springt aus Fenster - Polizei findet tote Frau in Wohnung !

Ein Mann ist in München aus dem Fenster gesprungen und hat sich dabei schwere Verletzungen zugezogen.
Als die Polizei daraufhin die Wohnung im dritten Stock untersuchte, fand sie eine Frauenleiche.

Ob es sich bei dem Fall um einen gewaltsamen Tod und eine Beziehungstat handelte, konnte die Polizei nicht sagen.
Die Beamten waren am Vormittag zunächst wegen des Sturzes des Mannes in den Stadtteil Gern gerufen worden.
Dort entdeckten sie dann die Frauenleiche.

Zu den genauen Umständen liefen auch Stunden nach der Entdeckung noch intensive Ermittlungen.
Die Polizei geht davon aus, dass der Mann absichtlich gesprungen ist.
Voraussichtlich wird er den Sturz überleben.


 
Mordserie in Delmenhorster Klinik: Ermittler finden immer mehr mögliche Opfer von Niels H. !

Womöglich starben Dutzende Patienten, weil er den Kick suchte: Der mordende Krankenpfleger Niels H. ist zwar vor elf Jahren festgenommen und mittlerweile für fünf Taten verurteilt worden.
Doch das Ausmaß seiner Mordserie wird noch ermittelt.

Noch immer werden die Überreste weiterer verstorbener Patienten einer Delmenhorster Klinik untersucht.
Die Zahl der möglichen Mordopfer ist nun auf 24 gestiegen.
Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft im niedersächsischen Oldenburg in einem Zwischenbericht zu den seit längerem laufenden Exhumierungen mit.

77 Menschen exhumiert
Bei 24 Patienten sei der Wirkstoff des von H. verwendeten Medikaments nachgewiesen worden, obwohl diese damit nicht behandelt worden seien, erklärten die Ermittler nach der Exhumierung und toxikologischen Untersuchung sterblicher Überreste von 77 Menschen.
Die Ergebnisse der Tests an weiteren sieben exhumierten Patienten stünden derzeit noch aus.

Der unter anderem bereits wegen zweifachen Mords und insgesamt drei Mordversuchen an schwerkranken Intensivpatienten zu lebenslanger Haft verurteilte H. hatte während seines Prozesses im vergangenen Jahr ausgesagt, nach eigener Erinnerung zwischen 2003 und 2005 in der Klinik insgesamt etwa 30 Patienten getötet zu haben.

Kollegin beobachtete verdächtige Handlung
2005 war H. bei einer verdächtigen Injektion von einer Kollegin beobachtet und kurz darauf festgenommen worden.
Seitdem sitzt er in Haft, inzwischen wurde er in zwei separaten Prozessen verurteilt.
Seit Bekanntwerden der Dimensionen des Falls prüft eine Sonderkommission aus Staatsanwaltschaft und Polizei namens "Soko Kardio" alle Sterbefälle während dessen Dienstzeit in verschiedenen Einrichtungen.

Dabei durchforsten die Ermittler alte Krankenakten nach möglichen Hinweisen und exhumieren alle nicht feuerbestatteten verstorbenen Patienten aus den fraglichen Zeiträumen.
Ihren Angaben nach geht es um mehr als 200 Fälle.
Die systematischen Untersuchungen begannen im vergangenen Jahr und sollen noch viele Monate dauern.

Heimlich Herzmittel gespritzt
Dem Ergebnis der bisherigen Prozesse und seinen eigenen Aussagen nach spritzte H. dutzenden Patienten auf der Intensivstation des Klinikums Delmenhorst heimlich ein hochwirksames Herzmittel, um bei ihnen lebensbedrohliche Zustände herbeizuführen und sie dann wiederzubeleben.
H. zufolge starben insgesamt etwa 30 Menschen bei dieser Prozedur.
Weitere Taten an anderen Arbeitsstellen gab es nach dessen Angaben nicht.

Die genauen Motive hinter der Verbrechensserie des früheren Krankenpflegers sind noch immer unklar.
Die Richter des Oldenburger Landgerichts, die H. im Februar 2015 unter anderem wegen zweifachen Mords verurteilten, kamen zu der Einschätzung, dass H. durch Wiederbelebungen vor Kollegen "glänzen" und sich einen "Kick" verschaffen wollte.
Sie sprachen von Taten, in denen eine beängstigende "Unmenschlichkeit" zum Ausdruck komme.


 
Fahrstuhl abgestürzt - Techniker (52) stirbt bei Wartungsarbeiten !

Witten. Bei einem tragischen Arbeitsunfall in Witten-Herbede wurde am Mittwochvormittag ein Arbeiter (52) getötet, sein Kollege (55) überlebte schwer verletzt.

Bei Wartungsarbeiten im Edeka-Supermarkt an der Meesmannstraße in Witten stürzte am Mittwochvormittag ein Lastenaufzug aus noch ungeklärter Ursache in die Tiefe und begrub zwei Arbeiter unter sich.
Ein Mann wurde von der Kabine erfasst und verstarb.
Der zweite überlebte, eingeklemmt zwischen Kabine und dem Boden des Fahrstuhlschachts .

Um 9.35 Uhr alarmierte eine Mitarbeiterin des Supermarktes die Feuerwehr: der Fahrstuhl sei auf den Reparateur gefallen.
Es handele sich um einen Lastenaufzug auf der Rückseite des Supermarktes.
Von der Wittener Straße aus wird Edeka Grütter beliefert. Über den Aufzug werden die Waren ins Lager und in die Geschäftsräume geschafft.

Hohlraum zwischen Kabine und Schachtboden
Laut Feuerwehrsprecher Uli Gehrke wurde ein 52-jähriger Arbeiter von der Kabine erfasst und zwischen ihr und der Schachtwand eingequetscht.
Er war bei Eintreffen der Feuerwehr bereits gestorben.
Der zweite Mann, 55 Jahre alt, steckte in Hohlraum zwischen Kabine und Schachtboden.
Von Anfang an hätte Kontakt zu dem Überlebenden bestanden.

Es gelang den Feuerwehrmännern, die Fahrstuhlkabine mit einem Greifzug anzuheben und mit Stützen zu sichern.
Erst knapp zwei Stunden später, um 11.15 Uhr konnten die Männer geborgen werden.
Der auf der Freifläche neben dem Netto-Supermarkt wartende Rettungshubschrauber kam nicht zum Einsatz.
Der Verletzte wurde in ein Wittener Krankenhaus gebracht.
Laut Einsatzleiter Mario Rosenkranz habe er „massive Verletzungen im Beinbereich“.

Der Edeka-Markt blieb für etwa drei Stunden geschlossen.
Notfallseelsorger betreuten die Mitarbeiter intensiv.
Die Wittener Straße wurde während des Einsatzes für etwa zwei Stunden gesperrt, durchfahrende Autos und Lkw wählten eine Umleitung über die Meesmannstraße.

Passanten waren fassungslos
Etliche Passanten beobachteten – oft fassungslos – den Einsatz.
Darunter das Ehepaar Koc, das neben der Einfahrt für die Warenanlieferung die „Pizzeria Buongiorno“ betreibt: „Das stellt man sich kaum vor: Der Mann ist heute morgen ganz normal zur Arbeit gegangen und wusste nicht, dass er nie wieder kommt.“

Am Nachmittag übernahm die Kriminalpolizei die Ermittlungen, sowie ein unabhängiger Sachverständiger und Mitarbeiter des Amtes für Arbeitsschutz.
Sie wollen klären, wie die Fahrstuhlkabine abstürzen konnte.


 
Razzia: 400 Polizisten durchsuchen Großbordell Artemis in Berlin !

Berlin. Im Berliner Großbordell Artemis läuft am Mittwochabend eine Razzia.
Es geht um Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit und Menschenhandel.

Im Großbordell Artemis in Berlin-Halensee läuft am Mittwochabend ein Großeinsatz von Polizei, Hauptzollamt und Steuerfahndung.
Um die 400 Einsatzkräfte sind laut Informationen im Einsatz.
Es geht um den Verdacht der Steuerhinterziehung, der Schwarzarbeit und des Menschenhandels.

Die Ermittlungen laufen schon seit dem vergangenen Jahr.
Zunächst waren am Mittwochabend auch Kräfte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) beteiligt.
Neben dem eigentlichen Bordell wurden weitere 16 Wohn- und Geschäftsadressen durchsucht.
Ob Zusammenhänge mit den Razzien gegen Angehörige arabischer Großfamilien vom Dienstag bestehen, war zunächst unklar.
Die Ermittler äußerten sich dazu nicht.

Polizei nimmt Personalien möglicher Zeugen auf
Die Polizei sperrte die Autobahnabfahrt Halensee in der Nähe des Bordells komplett und richtete dahinter nach Angaben von Polizeisprecher Stefan Redlich eine „Bearbeiterstraße“ ein.
Dort werden die Personalien von Prostituierten und Freiern aufgenommen.
Beide Gruppen gelten für die Ermittlungsbehörden als Zeugen und nicht als Beschuldigte.

Gegen mehrere Beschuldigte liegen Haftbefehle vor, die vollstreckt wurden.
Die genaue Zahl konnte Redlich zunächst nicht nennen.


 
Zwei Monate nach Zugkatastrophe: Weiteres Opfer von Bad Aibling gestorben !

Gut zwei Monate nach dem Zugunglück von Bad Aibling ist die Zahl der Toten auf zwölf gestiegen.
Ein 46-jähriger Mann aus dem Landkreis Rosenheim erlag seinen schweren Verletzungen.

Mehr als 80 Menschen waren bei dem Unglück auf der Zugstrecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim in Oberbayern verletzt worden - zum Teil lebensgefährlich.
Der Mann, der nun seinen Verletzungen erlag, starb in einem Münchner Krankenhaus.

Der zuständige Fahrdienstleiter von Bad Aibling sitzt seit Dienstag in Untersuchungshaft.
Gegen den 39-Jährigen wird wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr ermittelt.

Der Fahrdienstleiter hatte den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zufolge beide Züge gleichzeitig auf den eingleisigen Streckenabschnitt geschickt.
Es kam zum Frontalzusammenstoß.
Zudem soll der Mann beim Auslösen eines Notrufs die falsche Taste erwischt haben, sodass die Warnung nicht bei den beiden Lokführern ankam.

Grube: Spielen verboten
Wegen des Verdachts der Ermittler, dass der Mann kurz vor dem Unglück Handyspiele gespielt haben soll, wies der Konzern auf ein striktes Verbot solcher Ablenkung im Dienst hin.

Bahnchef Rüdiger Grube wollte sich wegen der laufenden Ermittlungen nicht dazu äußern, dass der Fahrdienstleiter auf dem Mobiltelefon gespielt haben soll.
Wenn es so gewesen sei, wäre dies aber abweichend von der Vorschrift und er hätte sich damit strafbar gemacht, sagte Grube in Berlin.
Die Vorschriften seien eindeutig.

Nach Bahn-Angaben geht daraus hervor, dass die Mitarbeiter private Smartphones bei der Arbeit nur nutzen dürfen, wenn das für ihre Tätigkeit unbedingt erforderlich ist.
Der Gebrauch eines Mobiltelefons für Computerspiele sei während der Arbeit ausdrücklich verboten.
Dies gelte auch für Fernseh- und Radiogeräte.
Bei der Aus- und Fortbildung werde dies betont.


 
Ermittler werten Unterlagen nach Razzia in Berliner Groß-Bordell aus !

Berlin - Nach einer Razzia in einem Groß-Bordell in Berlin beginnt heute die Sichtung der beschlagnahmten Unterlagen.
Am Vormittag will sich die Staatsanwaltschaft äußern.

An der Aktion an der Autobahn 100 waren am Abend laut Polizei insgesamt rund 900 Beamte beteiligt.
Vollstreckt wurden den Angaben zufolge Haftbefehle gegen zwei Betreiber des Bordells und vier dort arbeitende Frauen.
Ermittelt wird unter anderem wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung, Schwarzarbeit und des Verdachts auf Menschenhandel.


 
Frühere Freundin getötet: 18-Jährige vor Gericht !

Münster.Eine 18-Jährige aus Dortmund muss sich von heute an wegen Mordes vor dem Landgericht Münster verantworten.
Sie soll im Oktober 2015 in Senden im Münsterland ihre ehemals beste Freundin umgebracht haben.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass sie nicht über das Ende der Freundschaft hinweggekommen ist.
Laut Anklage hat sie ihr ein Jahr jüngeres Opfer mit einem Messer attackiert, dann getreten und gewürgt.

Sie soll erst von der 17-Jährigen abgelassen haben, als kein Lebenszeichen mehr zu erkennen war.
Im Falle einer Verurteilung nach dem Jugendstrafrecht drohen ihr bis zu zehn Jahre Haft.


 
Prozess um Reker-Attentat beginnt: War es ein Mordversuch ?

Düsseldorf. Ein halbes Jahr nach dem Attentat auf Kölns Oberbürgermeisterin beginnt der Prozess in Düsseldorf.
Reker selbst sagt als Zeugin aus.

Das dürfte kein leichter Gang für Henriette Reker werden.
Im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts soll sie ihrem Peiniger gegenübertreten.
An diesem Freitag beginnt der Prozess gegen Frank S., der sie vor einem halben Jahr am Tag vor ihrer Wahl zur Oberbürgermeisterin an einem Wahlkampfstand in Köln niederstach und lebensgefährlich verletzte.
Reker ist in dem Verfahren als Zeugin vorgesehen, so wie die weiteren Verletzten des Anschlags.

Aus Sicht der Bundesanwaltschaft hat der 44-jährige Angeklagte, der sich früher im Umfeld der 1995 verbotenen rechtsextremen Neonazi-Partei FAP („Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei“) bewegt haben soll, einen Mordversuch begangen.
Damit droht ihm als Höchststrafe lebenslange Haft.

Anwalt kündigt Aussage des Täters an
Mit 15 Seiten nimmt sich die Anklageschrift ungewöhnlich schlank aus.
Der Arbeitslose, der seine Ausbildung zum Maler und Lackierer nicht beendet hatte, soll als Einzeltäter gehandelt haben – heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen.

Sein Mandant werde zu der Tat Stellung nehmen, wenn auch nicht zu Beginn des Prozesses, kündigt sein Rechtsanwalt Christof Miseré an.
An der Täterschaft gibt es nicht viel zu rütteln, das sieht auch der Verteidiger so.
S. hatte am Tatort auf die Polizei gewartet und sich widerstandslos festnehmen lassen.

Danach soll er die Tat gestanden haben.
Er habe „ein Zeichen setzen“ wollen gegen die aus seiner Sicht falsche Flüchtlingspolitik – und Rekers Wahl zur Oberbürgermeisterin verhindern wollen.
Reker war vor ihrer Wahl in Köln als Sozialdezernentin für die Flüchtlinge in der Großstadt zuständig.

Reker leidet noch heute unter den Folgen des Attentats
Frank S. hatte ihr laut Anklage vor zahlreichen Zeugen ein sogenanntes Bowiemesser mit 30 Zentimeter langer Klinge in den Hals gerammt.
Die Klinge drang zehn Zentimeter tief ein, erreichte Rekers Wirbelsäule und durchtrennte ihre Luftröhre.
Die 59-Jährige beschrieb die Tat später so: Der Mann habe sie nach einer Rose gefragt: „Er hat mich dabei auch freundlich angeguckt“ – und dann zugestochen.

Die Oberbürgermeisterin leidet noch heute unter dem Attentat vom 17. Oktober und ist nach wie vor in ärztlicher Behandlung.
Möglicherweise werde sie sich einer weiteren Operation unterziehen müssen, heißt es aus ihrem Umfeld.

Strittig ist die rechtliche Einordnung der Tat: Nach Ansicht des Verteidigers Miseré könnte die Attacke auch als gefährliche Körperverletzung gewertet werden.
Schließlich habe sein Mandant nach nur einem Stich von Reker abgelassen.
Dies spreche nicht für jenen Tötungsvorsatz, den die Bundesanwaltschaft sehe.
„Da kommt auch ein Rücktritt vom Versuch in Betracht“, sagt Miseré.

Reker will ein persönliches Gespräch mit dem Täter führen
Der Angeklagte hatte vor der Tat in seiner Wohnung gründlich „aufgeräumt“.
Die Festplatte seines Computers etwa war verschwunden.
„Er wollte einfach niemanden mit reinziehen“, sagt sein Verteidiger.

Reker lag während der Wahl im künstlichen Koma, erfuhr erst nach dem Aufwachen von ihrem Sieg und nahm die Wahl noch im Krankenhaus an.
Etwa einen Monat nach dem Messerangriff übernahm sie die Amtsgeschäfte.
Sie tritt im Prozess als Nebenklägerin auf – vertreten durch Anwalt Christoph Meertens.

Zum Geisteszustand und zur Schuldfähigkeit des Angeklagten soll der renommierte Psychiater Norbert Leygraf Stellung nehmen.
Wenn alles vorbei ist, nach dem Prozess, will Reker ein persönliches Gespräch mit ihrem Attentäter führen.
„Das hängt aber auch von dessen Verhalten im Verfahren ab“, sagt ihr Sprecher.


 
18-Jährige gesteht Tötung von Ex-Freundin !

Schreckliches Ende einer Teenager-Liebe: Eine junge Frau gesteht, ihre ehemalige Freundin getötet zu haben.
Sie steht in Münster wegen Mordes vor dem Landgericht.

Die 18-jährige Schülerin aus Dortmund gab zu, vor einem halben Jahr im münsterländischen Senden ihre 17 Jahre alte Ex-Freundin umgebracht zu haben.
Die junge Frau berichtete das ohne erkennbare Emotionen.

Es war der 16. Oktober 2015. Die beiden Mädchen hatten sich noch einmal getroffen, obwohl ihre Liebe längst zerbrochen war.
Vier Jahre lang waren sie ein Paar - seit der 7. Klasse schon.
Doch ausgerechnet am Valentinstag 2015 machte die 17-Jährige Schluss.
Darüber kam die Angeklagte offenbar nie hinweg.

"Mir ging es schlecht", sagte sie den Richtern.
Außerdem habe sie Mordfantasien gehabt: "Ich habe mir oft vorgestellt, wie ich sie umbringe."

Streit eskaliert
Die ganze Nacht wurde demnach geredet, geweint und getrunken - bis sich die Wege der beiden Schülerinnen am frühen Morgen endgültig trennen sollten.

Doch auf dem Weg zum Busbahnhof eskalierte der Streit.
"Ich habe sie auf den Rasen geschubst und dann auf sie eingestochen", sagte die 18-Jährige im Prozess.
Später habe sie sie dann eine Kellertreppe hinuntergezerrt und dort getreten und gewürgt.
So lange, bis die 17-Jährige kein Lebenszeichen mehr von sich gegeben habe.

"Ich habe ihr T-Shirt hochgeschoben und mein Ohr auf ihr Herz gelegt", sagte die Angeklagte.
"Aber da war nichts mehr."

Die Rechtsmediziner stellten fast 50 Stichverletzungen fest, besonders viele am Kopf.
Die Angeklagte hatte sogar noch auf ihre Freundin eingetreten, als diese schon tot war.
"Ich war einfach wütend", sagte sie.
Ihre Verteidigerin sprach schon vor Prozessbeginn von einem "Overkill".

Angeklagte wirkt distanziert
Die Eltern der Getöteten kamen nicht zu der Verhandlung.
Sie hatten ihrer Anwältin aber ein Foto ihrer Tochter mitgegeben.
Ob die 18-Jährige das Bild überhaupt wahrnahm, ist nicht ganz klar.
Gefühle zeigte sie während ihrer dreistündigen Aussage nicht.
Sie antwortete ruhig auf die Fragen der Richter, schilderte die Tat dabei aber so distanziert, als spreche sie über einen Film.

Für den Prozess sind zunächst noch vier Verhandlungstage bis zum 12. Mai angesetzt.
Im Fall einer Verurteilung nach dem Jugendstrafrecht drohen der Angeklagten bis zu zehn Jahre Haft.


 
"Schämt euch, ihr Gaffer": Die Polizei lässt auf Facebook richtig Dampf ab !

Wer kennt es nicht: Kaum ist irgendwo ein Unfall oder ein Verbrechen passiert, sind die Gaffer da.
Menschen, die sich aus Neugier und Sensationslust am Tatort einfinden - und nicht nur ungeniert mit dem Smartphone filmen und fotografieren, sondern oft auch den Einsatz behindern.

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So geschehen am Mittwoch in Hagen am Hauptbahnhof, als ein kleines Mädchen von einem Auto angefahren wurde.
Da ist der Polizei der Kragen geplatzt.

Mit einem emotionalen Beitrag auf Facebook hat die Hagener Polizei ihrem Ärger über Gaffer mal so richtig Luft gemacht.
"Schämt euch, ihr Gaffer" heißt der Beitrag.
"Euch ging es nur darum, das verletzte Kind und die Landung des Hubschraubers zu filmen", schreibt die Polizei.

Dass einige sogar versuchten über ein weißes Tuch zu fotografieren, dass gespannt wurde, damit das Mädchen in Ruhe behandelt werden konnte, nennt die Polizei den "Gipfel der Skrupellosigkeit" und endet mit der Forderung: "Geht einfach weiter!"

Das kleine Mädchen war am Mittwoch am Hagener Hauptbahnhof auf die Fahrbahn gelaufen und von einem VW-Golf mit dem Kotflügel erfasst.
Es zog sich schwere Verletzungen zu.
Aufgrund der Schaulustigen staute sich der Verkehr um den Unfallort herum.


 
In Wohnung verschanzt: Geiseldrama bei Leipzig unblutig beendet !

Ein bewaffneter Mann hatte sich in Schkeuditz bei Leipzig in seiner Wohnung verschanzt und dort wohl mehrere Menschen als Geiseln festgehalten.
Nach mehrstündigen Verhandlungen gab der 29-jährige Täter auf.
Verletzt wurde niemand.

Das Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei war vor Ort, sagte ein Sprecher.
Bei den Festgehaltenen handelt es sich laut Polizei um Verwandte des Täters - um Mutter und Vater sowie den Bruder und dessen Frau mit seinen Kindern.

"Ob sie gewaltsam festgehalten wurden, müssen nun die Befragungen ergeben", so der Polizeisprecher.
Fest stehe allerdings, dass der Mann niemanden aus der Wohnung gelassen habe.

"Wir haben den Kontakt nie abbrechen lassen", erklärte der Sprecher.
Über ein Wohnungsfenster hätten sich die Spezialisten der Verhandlungsgruppe mit dem Mann ausgetauscht und ihn nach etwa drei Stunden zum Aufgeben bewegt.
Auch Zettel wurden hin- und hergereicht.

Der Verdächtige hatte sich am Donnerstagmorgen verschanzt, nachdem das Landeskriminalamt zu einer Wohnungsdurchsuchung wegen verschiedener Einbrüche angerückt war.
Im Laufe des Einsatzes gab der Täter jedoch auf und wurde von den Beamten abgeführt.


 
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