Behörde ermittelt wegen toter Flutopfer !
Staatsanwaltschaft untersucht Todesfälle in Behinderten-Einrichtung.
Zwölf Personen sind bei der Hochwasser-Katastrophe in einem Wohnprojekt für Menschen mit geistiger Behinderung ertrunken.
Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft die Todesumstände.
Heftiger Starkregen hat Mitte Juli in Deutschland eine beispiellose Katastrophe ausgelöst: Viele Städte und Dörfer in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wurden überschwemmt und verwüstet.
Mehr als 170 Menschen starben, Hunderte wurden verletzt.
Noch immer werden viele Menschen in den Trümmern vermisst.
Der Wiederaufbau dürfte Jahre dauern.
Auch in Bayern und Sachsen sorgten Wassermassen für erhebliche Schäden.
Staatsanwaltschaft untersucht Todesfälle in Behinderten-Einrichtung
Im Fall der zwölf ums Leben gekommenen Flutopfer aus einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung in Sinzig (Rheinland-Pfalz) untersucht die Staatsanwaltschaft Koblenz die Todesumstände.
"Es wird derzeit geprüft, ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt und bejahendenfalls, wem ein solches zur Last gelegt werden kann", sagte ein Justizsprecher am Sonntag.
Obduktionen kämen danach nur dann in Betracht, wenn es Hinweise auf ein Fremdverschulden gebe oder andere Auffälligkeiten festgestellt würden.
Laut der Lebenshilfe war das Wasser innerhalb einer Minute bis an die Decke des Erdgeschosses der Einrichtung gestiegen.
Die Nachtwache habe es noch geschafft, mehrere Bewohner in den ersten Stock des Wohnheims zu bringen.
Als er die nächsten holen wollte, sei es zu spät gewesen.
THW-Vizepräsidentin beklagt Falschinformationen im Hochwassergebiet
Die Lage für die Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) im Hochwassergebiet spitzt sich nach den Worten von Vizepräsidentin Sabine Lackner weiter zu.
Sie habe erlebt, dass "einige Menschen mit Sprinter vorgefahren sind und auch Falschinformationen in der Bevölkerung vor Ort streuen", sagte sie der Onlineausgabe der "Zeit" über die Einsätze am Samstag.
Schon zuvor waren Fälle bekannt geworden, in denen THW-Helferinnen und Helfer in den Überschwemmungsgebieten angegriffen und beleidigt wurden.
"Das sind Vorfälle, die ich in meiner Zeit beim Technischen Hilfswerk in 20 Jahren noch nicht erlebt habe", sagte Lackner.
"Erhebliche" Schäden in Belgien
Anderthalb Wochen nach den schweren Überschwemmungen mit 36 Todesopfern in Belgien haben Unwetter erneut schwere Schäden verursacht.
In der südbelgischen Stadt Dinant an der Maas wurden am Samstag Straßen beschädigt, Autos weggerissen und zahlreiche Häuser überflutet.
Die materiellen Schäden seien "erheblich", sagte Bürgermeister Axel Tixhon laut der Nachrichtenagentur Belga.
"Es war kurz, aber extrem heftig", sagte Tixhon weiter.
Es seien "richtige Sturzbäche" die Straßen hinabgerauscht.
Vier Menschen mussten demnach als Vorsichtsmaßnahme ihre Häuser verlassen.
Die Mitarbeiter seien nicht nur mit den Resten von Hausrat beworfen worden, sondern auch fotografiert worden, "was unsere Freiwilligen und wir bei unserer Arbeit natürlich bedrohlich finden".
Die Angreifer agierten zudem teilweise mit gefälschten Journalistenausweisen.
Sturzfluten in Belgien – Autos werden weggespült
In Belgien sind bei erneuten Unwettern am Samstagabend zahlreiche Autos weggeschwemmt und Menschen in Sicherheit gebracht worden.
In der Stadt Dinant blockierten die vom Wasser mitgerissenen Fahrzeuge einen Bahnübergang, wie die Nachrichtenagentur Belga am Samstagabend unter Berufung auf das Bahnunternehmen Infrabel berichtete.
Der Bahnverkehr sei wegen des Hochwassers Mitte Juli aber bereits eingestellt gewesen.
In der Stadt Namur in der gleichnamigen Provinz seien wegen des Wetters Häuser evakuiert worden.
Die Stadt liegt rund 100 Kilometer westlich von Aachen.
"Es ist eine Katastrophe", zitiert Belga die Feuerwehr.