Aktuelle NEWS aus Deutschland !

Vorwurf der Körperverletzung: Jérôme Boateng steht in München vor Gericht !

In München beginnt der Prozess gegen den Ex-Nationalspieler Jérôme Boateng.
Ihm wird Körperverletzung seiner ehemaligen Freundin vorgeworfen – er bestreitet die Vorwürfe.


Der frühere deutsche Fußball-Nationalspieler Jérôme Boateng muss am Donnerstag (9. September) als Angeklagter vor dem Amtsgericht München erscheinen.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem ehemaligen Bayern-Star und Weltmeister von 2014 vorsätzliche Körperverletzung vor.

Der 33-Jährige soll seine frühere Lebensgefährtin während eines Streits im Urlaub verletzt haben.
"Herr Boateng bestreitet die Vorwürfe energisch", sagte sein Anwalt Kai Walden der Deutschen Presse-Agentur.
Boateng werde auch vor Gericht zu den Anklagepunkten Stellung nehmen.

Eigentlich hatte der Prozess schon im Dezember vergangenen Jahres beginnen sollen, doch nach Angaben von Anwalt Walden hat die Staatsanwaltschaft noch nachermitteln müssen – und dann kam auch noch die zweite Welle der Corona-Pandemie dazu.
Der ursprüngliche Gerichtstermin im Dezember vergangenen Jahres war verschoben worden, weil ein Zeuge "coronabedingt am Erscheinen gehindert" wurde, wie es vom Gericht hieß.

Boateng kurz nach seinem Start bei Lyon vor Gericht
Die Seite Boatengs hatte bei Bekanntwerden des ursprünglichen Prozesstermins im vergangenen Jahr laut Berichten von WDR und "Süddeutscher Zeitung" erklärt, dass es um einen privaten Sachverhalt gehe, der im Wesentlichen auf unbewiesenen Behauptungen Dritter beruhe.

Auf vorsätzliche Körperverletzung steht laut Gericht Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren.
Bis zu einem Urteil gilt die Unschuldsvermutung.

Innenverteidiger Boateng spielte seit 2011 für den FC Bayern und zukünftig bei Olympique Lyon.
Kurz vor seinem 33. Geburtstag unterschrieb er bei dem französischen Erstligisten einen Zweijahresvertrag bis Sommer 2023.


 
International gesucht: Brüder nach versuchtem Mord in Düsseldorf festgenommen !

Zivilfahnder haben zwei international gesuchte Brüder in Düsseldorf aufgespürt.
Die beiden sind wegen versuchten Mordes verurteilt – sie sollen versucht haben, ihr Opfer mit einem Pferdefuhrwerk zu überfahren.


Zwei international gesuchte Männer konnten in Düsseldorf dingfest gemacht werden.
Sie waren nach einer Anklage wegen versuchten Mordes auf der Flucht und sollen ihr Opfer mehrfach verletzt haben.

Die beiden 30 und 33 Jahre alten Männer seien in Rumänien bereits rechtskräftig zu je sieben Jahren Haft verurteilt worden, teilten die Generalstaatsanwaltschaft und die Polizei am Mittwoch in Düsseldorf mit.

Versuchter Mord in Rumänien: Personenfahnder werden in Düsseldorf-Gerath fündig
Nach einem Hinweis, dass sie sich nach Düsseldorf abgesetzt haben könnten, bat die rumänische Polizei um Amtshilfe.
Personenfahnder spürten sie tatsächlich in einem Wohnkomplex in Düsseldorf-Garath auf.
Die beiden hätten sich widerstandslos festnehmen lassen.

Nach einem Streit in Rumänien sollen sie ihrem Opfer aufgelauert und es zusammengeschlagen haben.
Dann hätten sie versucht, den Mann mit einem Pferdefuhrwerk zu überfahren, berichtete ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft.
Das Opfer habe schwere Kopfverletzungen erlitten.


 
Entwichener Gefangener aus JVA Werl in Düsseldorf gefasst !

Ein entwichener Gefangener der Justizvollzugsanstalt Werl ist am Dienstag in Düsseldorf gefasst worden.
Das teilte die zuständige Polizei Soest mit.
Der 68-Jährige sei "im Rahmen intensiver Fahndungsmaßnahmen" von Polizisten in Düsseldorf erkannt worden.
Er habe offensichtlich unter Drogeneinfluss gestanden, nach Ansprache seinen Namen genannt und sich ohne Gegenwehr festnehmen lassen.

Der drogenabhängige Mann war am vergangenen Freitag von einem Ausgang nicht zum vorgeschriebenen Zeitpunkt in die JVA Werl zurückgekehrt und gesucht worden.
Er saß laut Polizei wegen schweren Raubes in Sicherungsverwahrung.

Nach dpa-Informationen wurde der entwichene Häftling am Dienstag gegen 9.15 Uhr in der Nähe des Düsseldorfer Hauptbahnhofs festgenommen.
Er war auf seinem zweiten unbegleiteten Ausgang als er floh.
Zuvor durfte er bereits zahlreiche Male die JVA mit Begleitung verlassen.


 
Feldberg (Schwarzwald): Ermittlungen im Fall spurlos verschwundener Wanderin !

Im Fall einer vermissten jungen Frau, die vor etwa einem Jahr im Südschwarzwald während einer Wanderung verschwand, hat die Staatsanwaltschaft Waldshut-Tiengen Ermittlungen eingeleitet.
Hintergrund sei eine Anzeige, der zufolge die aus Nordrhein-Westfalen stammende junge Frau umgebracht worden sein könnte, teilte die Anklagebehörde mit.
Zuvor hatten die "Badische Zeitung" und der SWR berichtet.

Die Anzeige sei bei der Kriminalpolizei in Paderborn eingegangen.
Daraufhin wurde Anfang August von der Staatsanwaltschaft ein sogenanntes Todesermittlungsverfahren eingeleitet, erläuterte der Behördensprecher weiter.
Eine heiße Spur oder Hinweise auf ein Gewaltverbrechen gebe es aber nicht.
Derzeit würden weitere Zeugen vernommen.

Bisher war die Polizei davon ausgegangen, dass die 26-Jährige auf ihrer Route zwischen Stühlingen nach Wehr (Kreis Waldshut) verunglückte.
Sie galt als gut trainiert und erfahren.
Als sie nicht wie verabredet bei einer Freundin auftauchte und nach gut zehn Tagen nichts mehr von sich hatte hören lassen, war sie als vermisst gemeldet worden.
Trotz umfangreicher Suche - unter anderem mit Hilfe der Bergwacht sowie Spürhunden, Hubschraubern und Drohnen - wurde sie bislang nicht gefunden.


 
Bei SEK-Einsatz Rauschgift, Waffen und Handgranate gefunden: Frau und vier Männer festgenommen !

Großeinsatz im Berliner Stadtgebiet! Nach umfangreichen Ermittlungen durchsuchten mehr als 80 Einsatzkräfte der Polizei Berlin im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin am Mittwochmorgen mehrere Objekte im Stadtgebiet.
Mit Unterstützung von Spezialeinsatzkräften des Landeskriminalamtes drangen Polizistinnen und Polizisten der Direktion Einsatz/Verkehr in den frühen Morgenstunden in insgesamt sieben Örtlichkeiten ein.

Bei der Razzia fanden die Beamten zahlreichen Verkaufseinheiten Marihuana, verschreibungspflichtigen Medikamenten und PTB-Waffen, daneben vier scharfe Schusswaffen mit zugehöriger Munition und eine scharfe Handgranate.
Eine Frau im Alter von 26 Jahren sowie vier Männer im Alter von 19, 20, 23 und 28 Jahren wurden festgenommen.
Die Frau und der älteste Mann kamen später wieder frei.

Die drei jüngeren Tatverdächtigen werden am Donnerstag einem Ermittlungsrichter zum Erlass eines Haftbefehles vorgeführt.


 
Dreister Überfall auf Geldtransporter: Sieben Jahre Haft für Clanmitglied !

Im Prozess um den dreisten Überfall von "Müllmännern" auf einen Geldtransporter auf dem Kurfürstendamm im Februar dieses Jahres, bei dem mehrere Hunderttausend Euro erbeutet wurden, ist einer der Täter am Mittwoch zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren verurteilt worden.
Zudem soll Muhamed R., Mitglied eines polizeibekannten arabischstämmigen Clans, wegen seiner Drogenabhängigkeit für zwei Jahre in eine Entziehungsanstalt.
Das sagte Sebastian Brinsa, der Vorsitzende Richter der 15. Strafkammer, in seiner Entscheidung.

Der Richter wies auch an, bei dem Angeklagten einen Wertersatz in Höhe der Beute von 648.500 Euro einzuziehen.
Brinsa fand für die Tat starke Worte.
„Der Überfall war ein professionell geplantes und durchgeführtes Lehrstück der Schwerstkriminalität.“
Mit seinem Urteil folgt die Kammer der Forderung der Staatsanwältin.
Die Verteidiger des 31-Jährigen hatten hingegen sechseinhalb Jahre Haft gefordert.

Muhamed R. hatte zugegeben, einer der fünf Täter gewesen zu sein, die am 19. Februar einen Geldtransporter vor einer Filiale der Volksbank überfallen und 15 Geldkassen geraubt zu haben.
Darin befanden sich 648.500 Euro.
Die Täter trugen bei dem Blitzüberfall, der nur 90 Sekunden dauerte, orangefarbene Arbeitsmontur und sahen wie Müllmänner der Berliner Stadtreinigung aus.

Eine DNA-Spur führt zu dem Angeklagten
Muhamed R., der offenbar der Neffe von Clanchef Issa R. ist, hatte einen der drei Geldtransporteure in den Wagen zurückgestoßen, ihn mit einer Schreckschusswaffe in Schach gehalten, dem Mann entwaffnet und ihm Reizgas ins Gesicht gesprüht.
Währenddessen warfen feine Mittäter die Geldkassetten in einen großen weißen Sack, den sie im Kofferraum eines mit einem falschen Kennzeichen versehenen Audis verstauten und davonrasten.
Das Fluchtauto, einen Monat zuvor auf konspirativem Weg gebraucht gekauft, wurde wenig später ausgebrannt auf dem Parkplatz eines Supermarkts entdeckt.

Auf den Angeklagten waren die Ermittler durch Videoaufnahmen von Zeugen und einer DNA-Spur gekommen, die am Pullover des Sicherheitsmannes sichergestellt worden war.
Der mehrfach vorbestrafte Muhamed R. hatte schon vor Anklageerhebung ein Geständnis abgelegt.

Angeklagter wurde schon wegen eines Autorennens verurteilt
Erst zwei Wochen vor dem Überfall war der Vater von drei minderjährigen Kinder wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und der Beteiligung an einem verbotenen Autorennen zu einer Haftstrafe von einem Jahr verurteilt worden.
Da er erst später die Freiheitsstrafe antreten sollte, wurde er aus der sieben Monate dauernden Untersuchungshaft entlassen.

Im Prozess gab er an, dass er mit dem Erlös aus dem Überall seine hohen Schulden aus seinem Kokainkonsum habe bezahlen wollen.
Für sein Geständnis war ihm ein mildes Urteil zwischen sechseinhalb und siebeneinhalb Jahren Haft in Aussicht gestellt worden.
Die Namen seiner Mittäter gab Muhamed R. nicht preis.
Die Staatsanwältin fordert in ihrem Plädoyer nun auch, bei dem Angeklagte für die Beute einen Wertersatz von 648.500 Euro einzuziehen.


 
Prozessbeginn: Elektriker schickte Paketbomben an Lidl und Capri-Sun !

Das Paket, das ihm zum Verhängnis werden sollte, hatte der Mann erstmal beiseitegelegt.
Es war nur allgemein an die Getränkefirma ADM Wild in Nordbaden adressiert.
Als der Mitarbeiter der Poststelle die restlichen Sendungen sortiert hatte, öffnete er das Päckchen.
So groß wie eine Büchersendung.
Es explodierte.

„Da war die Hölle los“, sagt der 44-Jährige am Mittwoch vor dem Landgericht Heidelberg - rund sieben Monate später.
Es sei alles schwarz und voller Rauch gewesen.
Bis er sich zu der Aussage durchringen kann, muss er mehrmals tief einatmen, sich Tränen aus den Augen wischen.
Noch heute ist er gezeichnet von den Folgen der Paketbombe, geht zum Psychologen, bekommt Medikamente.
Er berichtet von einer Panikattacke, Rauschen im Ohr, Schwindel.
Fotos aus dem Krankenhaus direkt nach dem Vorfall zeigen Wunden an Kopf und Händen.

Opfer werden immer noch psychologisch betreut
Für die Tat verantwortlich sein soll ein 66-jähriger Rentner Klaus S.. Zwei weitere selbstgebaute Pakete hat er den Vorwürfen zufolge an die Lidl-Zentrale in Neckarsulm bei Heilbronn und an den oberbayerischen Babynahrungshersteller Hipp im Pfaffenhofen an der Ilm adressiert.
Drei Menschen wurden bei Lidl verletzt, als der Sprengsatz dort detonierte.
Das Paket an Hipp wurde rechtzeitig abgefangen.

Doch beim Prozessauftakt bestreitet der gelernte Elektriker jeden Zusammenhang mit der explosiven Post.
„Ich bin nicht die von Ihnen gesuchte Person“, sagt der Deutsche.
Er sei nicht derjenige auf einem Video aus einer Ulmer Postfiliale, in der die drei Sendungen aufgegeben worden waren.
Zu dem Zeitpunkt sei er zu Hause gewesen.

Er habe auch noch nie anderen Menschen Schaden zugefügt, beteuert Klaus S., der zwischen seinen Verteidigern noch kleiner wirkt, als er ohnehin ist.
Während der Wild-Mitarbeiter aussagt, starrt er nur auf den Boden, würdigt den Mann keines Blickes.
Die Haare grau, oben lichter, hinten länger.
Der Justiz wirft der 66-Jährige vor, ihn mit großem Aufwand „zerstören“ zu wollen.
„Ich hoffe auf Gerechtigkeit.“

Darüber hinaus äußert sich der Rentner nur zu seinem Werdegang und betont dabei vor allem sein soziales Engagement - worüber er auch seine Frau kennenlernte.
Sie kauften ein Reihenhaus.
Fragen werde er keine beantworten, kündigt ein Anwalt an.
Nur diese Erklärung.

Dem Rentner drohen bis zu 15 Jahre Haft
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, gefährliche Körperverletzung und versuchte schwere Körperverletzung vor.
Er habe in Kauf genommen, dass Menschen schwer verletzt werden, sagt der Oberstaatsanwalt.
Dass sie Gliedmaßen, Sehvermögen und Gehör verlieren.
Bei dem Mann zu Hause sei Munition gefunden worden, die er nicht besitzen durfte.
Die Pakete sollen mit Drohungen weiterer Gewalttaten gegen Mitarbeiter und/oder Kunden versehen gewesen sein.
Das alles, um von den Firmen Geld zu erpressen?
Bis zu 15 Jahre Haft drohen dem Rentner.

Beim Getränkehersteller Wild in Eppelheim fragte die Polizei am 16. Februar auch nach früheren Drohungen, nach frustrierten und gefeuerten Mitarbeitern, erläutert ein Beamter vor Gericht.
Kein Zusammenhang.
Einen Tag später kommt die Meldung über den Sprengsatz bei Lidl.
Auf den Paketen stehen Absender.
Namen von Frauen, die es nicht gibt.
Die Adressen gehörten zu Studentenwohnheimen in Ulm, Augsburg und München.

Auf diesem Wege finden die Polizisten heraus, dass nicht nur die zwei Pakete aufgegeben wurden, sondern auch das dritte an Hipp.
„Das war dann das zweite Mal, wo das Adrenalin so richtig hochgegangen ist“, sagt der Beamte im Zeugenstand.
Dank Verzögerungen beim Postdienstleister hatte es sein Ziel noch nicht erreicht.
Es wird im Paketverteilzentrum am Flughafen München abgefangen und entschärft.


 
Bayern: Fahrer flüchtet: Polizei schießt auf gestohlenes Auto !

Nabburg - Nach einer Kontrolle auf einem Autobahnparkplatz hat die Polizei im Landkreis Schwandorf auf das Auto eines flüchtenden Fahrers geschossen.
Die Beamten hatten den Angaben zufolge bei der Kontrolle in der Nähe von Nabburg festgestellt, dass der Wagen in Österreich als gestohlen gemeldet war.
Weil der Fahrer daraufhin fliehen wollte, "kam es zum polizeilichen Schusswaffengebrauch gegen die Reifen des Fahrzeugs", wie die Polizei mitteilte.

Der Mann habe noch eine kurze Strecke auf der Autobahn 6 zurücklegen können, bis er am Standstreifen angehalten werden konnte.
Er sei unverletzt widerstandslos festgenommen worden.
Die Kriminalpolizei in Regensburg ermittle nun "die Hintergründe und den genauen Ablauf zu diesem Vorfall".

Laut Paragraf 84 des bayerischen Polizeiaufgabengesetzes (PAG) dürfen Polizisten Schusswaffen in bestimmten Fällen auch gegen Personen einsetzen - beispielsweise "um eine Person anzuhalten, die sich der Festnahme oder Identitätsfeststellung durch Flucht zu entziehen versucht".
Das ist allerdings nur dann erlaubt, wenn diese Person eines Verbrechens dringend verdächtig ist, wenn ein richterlicher Beschluss vorliegt, dass sie eines Vergehens verdächtig wird oder wenn "Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass sie Schusswaffen oder Sprengmittel mit sich führt".


 
Sattelzug brennt auf A7: Vollsperrung !

Göttingen - Wegen eines brennenden Sattelzuges ist die A7 in Fahrtrichtung Norden am Mittwochabend auf einem Abschnitt voll gesperrt worden.
Betroffen ist die Strecke zwischen dem Autobahndreieck Drammetal und der Anschlussstelle Göttingen, wie die Polizeiinspektion Göttingen mitteilte.

Auch ein Auffahren vom Rasthof Göttingen sei somit nicht möglich.
Die Sperrung könne sich wegen der aufwendigen Löscharbeiten noch bis in die späten Nachtstunden hinziehen.
Ortskundige Fahrzeugführer werden gebeten, den Bereich weiträumig zu umfahren.


 
Urteil im Prozess um Messerattacke an Abiturientin erwartet !

Lüneburg - Im Prozess um den brutalen Tod einer Abiturientin in Lüneburg wird die Jugendkammer des Landgerichts heute das Urteil verkünden.
Der 19 Jahre alte Freund hatte gestanden, die junge Frau am 18. Januar abends in ihrem Auto erstochen zu haben.

Die Staatsanwaltschaft fordert eine Freiheitsstrafe von zwölfeinhalb Jahren wegen Mordes für den Angeklagten an seiner gleichaltrigen Freundin.
Zwar solle das Erwachsenenstrafrecht angewandt werden, jedoch milder, weil er noch Heranwachsender sei.

Die Nebenklage sah dagegen Heimtücke und niedrige Beweggründe bei der grausamen Tat.
Wegen einer besonderen Schwere der Schuld plädierten die Vertreter der Familie des Opfers auf lebenslang.

Der Verteidiger des jungen Mannes will eine Beurteilung nach dem Jugendstrafrecht und eine maßvolle Strafe von höchstens zehn Jahren wegen Totschlags erreichen.
Der Vater des Opfers hatte seine Tochter nachts gefunden.
Er hatte nach ihr gesucht, weil sie von ihrem Job in einem Lokal abends nicht nach Hause gekommen war.


 
Schlammschlacht mit Kraftausdrücken: So lief der Prozess gegen Boateng !

Jérôme Boateng ist wegen Körperverletzung verurteilt worden.
Der ehemalige Fußball-Nationalspieler bestritt, seine ehemalige Freundin angegriffen zu haben.

Im Urlaub auf den Turks- und Caicosinseln in der Karibik hat Jérôme Boateng seine damalige Lebensgefährtin attackiert.
Das sieht der Münchner Richter, der dem langen Prozesstag vorsaß, als bestätigt an.

Er verurteilte den Fußballweltmeister und Ex-Spieler des FC Bayern München zu einer Geldstrafe von 1,8 Millionen Euro.

Dabei war es nicht leicht dem Prozess zu folgen: Zwischen Prozessstart am Donnerstagmorgen und Urteilsspruch lagen zehn Stunden Verhandlung, Zeugenaussagen und Plädoyers der Anwälte.
Die Aussagen der geladenen Personen hätten nicht unterschiedlicher sein können: Während Boateng und ein damals mitgereister Freund die Vorwürfe bestritten, belastete ihn die Freundin seiner ehemaligen Partnerin, die ebenfalls mit im Urlaub war, schwer.
Richter und Staatsanwältin waren wegen der stark unterschiedlichen Versionen sichtlich genervt.

Laut der Staatsanwaltschaft soll der 33-Jährige seine heute 31-jährige Ex-Lebensgefährtin im Juli 2018 bei einem Urlaub auf den Turks- und Caicosinseln geschlagen, geboxt, ihr in den Kopf gebissen, sie auf den Boden geschleudert und dabei heftig beleidigt haben.

"Aussage gegen Aussage"
Außerdem soll er nach Angaben der Staatsanwaltschaft "in voller Wucht" eine Glaslaterne und eine Kühltasche auf sie geworfen haben.
Die Vorwürfe lauteten auf Beleidigung und gefährliche Körperverletzung.
Boatengs ehemalige Lebensgefährtin hatte vor dem Prozess bei der Polizei ausgesagt, sie habe Kopf- und Nackenschmerzen sowie mehrere Hämatome davongetragen, unter anderem ein blaues Auge.

Boateng schilderte den Vorfall vor Gericht anders: Die ehemalige Lebensgefährtin sei aggressiv und beleidigend geworden, habe ihn im Streit an der Lippe verletzt und auf ihn eingeschlagen.
Als er sie dann von sich habe wegschieben wollen, sei sie gestürzt.

Vor Gericht kochten die Emotionen hoch: Es kam zu einer heftigen Schlammschlacht.
Immer wieder wurden vulgärste Beleidigungen zitiert.
Am Vormittag hatte der Fußballstar für rund zwei Stunden Fragen beantwortet.
Gegen Ende der Befragung wirkte der prominente Beschuldigte sichtlich genervt.
Boateng musste einige seiner Aussagen mehrfach wiederholen – wegen Verständigungsproblemen im Saal.

Das Verfahren wurde am Nachmittag mit der Aussage der ehemaligen Freundin, die als Nebenklägerin auftritt, fortgesetzt: "Er hat dann meinen Kopf gepackt, mir in den Kopf gebissen und mich an den Haaren auf den Boden gezogen.
Ich bin auf die Knie gefallen."
Er habe ihr in die Niere geboxt.
"Mir ist kurz die Luft weggeblieben."
Die Verletzung an Boatengs Lippe habe dabei möglicherweise ihr Armband verursacht.

Jérôme Boateng schaute seine frühere Lebensgefährtin während ihrer Aussage aufmerksam an.
Immer wieder schüttelte er den Kopf und raunte seinem Anwalt etwas zu.

Der Urlaub sei bis zum Streit sehr schön und friedlich verlaufen, sagte Boateng.
Um Treue sei es in dem Streit gegangen, um andere, frühere Partnerinnen und Partner.
"Eifersuchtsfilm", sagte die Ex-Lebensgefährtin in ihrer Aussage.
Boateng sagte, sie hätten damals – wie oft zuvor – auch um die Frage gestritten, wie sie das Familienleben organisieren sollen.
Boateng habe in dem Sommer vom FC Bayern nach Paris wechseln wollen.

Am nächsten Tag aber hätten die beiden sich schon wieder vertragen.
"Wir hatten uns ausgesprochen, vertragen, die Kinder waren glücklich, haben getanzt."
Sie sei "bester Laune" gewesen, so Boateng.

Beziehung war laut Ex-Partnerin "toxisch"
Die Nebenklägerin sagte vor Gericht, sie habe später ihrer Familienanwältin erzählt, dass er sie "wieder angegriffen" habe.
"Es war eine toxische Beziehung.
Solche Übergriffe waren schon beinahe an der Tagesordnung."
Sie habe sich zunächst dagegen entschieden, Boateng anzuzeigen – wegen "der ganzen Presse".
Der Fußballstar sagte, seine Ex-Freundin wolle sich mit der Anzeige bessere Chancen vor dem Familiengericht beschaffen – ein Vorwurf, den die Frau zurückweist.

Seit 2007 führten die beiden ihren übereinstimmenden Angaben zufolge eine "On-Off-Beziehung", 2014 verlobten sie sich vorübergehend, seit 2015 streiten sie vor dem Familiengericht um das Aufenthaltsbestimmungsrecht für die gemeinsamen Kinder.

Vor Beginn des Prozesses hatte Boatengs Anwalt, Kai Walden, abgewiegelt: Es stehe Aussage gegen Aussage und die frühere Lebensgefährtin habe keine Beweise für ihre Vorwürfe.


 
Unter Beifall von Anhängern: Anwälte verzögern Prozess gegen Lina E. und mutmaßliche Linksextremisten !

Sie soll eine militante linksextremistische Gruppe angeführt haben: Nun ist der Prozess gegen Lina E. aus Leipzig gestartet.
Zu Beginn übten die Verteidiger Kritik am Verfahren.

Sie sollen zwischen 2018 und 2020 Menschen aus der rechten Szene überfallen und zusammengeschlagen haben: Am Oberlandesgericht (OLG) Dresden begann am Mittwoch der Prozess gegen vier mutmaßliche Mitglieder einer linksextremen kriminellen Vereinigung.

Sie sollen der Anklage zufolge ideologisch motiviert, organisiert und brutal gehandelt haben.
Bundesanwalt Bodo Vogler sagte, Ziel der Vereinigung "war und ist" es, tatsächliche und mutmaßliche Angehörige der rechten Szenen anzugreifen und mit Schlagwerkzeugen zu verletzen.

Nach Überzeugung der Anklage führte die Studentin Lina E. in mindestens zwei Fällen das Kommando und bereitete die Angriffe in Leipzig, Wurzen und Eisenach vor.

Vor dem Gebäude bekundeten zum Prozessbeginn Dutzende Demonstranten Solidarität mit den Angeklagten und hielten ein Banner mit der Aufschrift "Free Lina" hoch.
Als Lina E. und ihre Mitangeklagten in den Gerichtssaal kamen, wurden sie mit lautem Beifall und Gejohle von Anhängern im Publikum begrüßt.

Mehrere Angeklagte aus "militanter" Vereinigung
Die 26-Jährige, ein gleichaltriger Mann und ein 36-Jähriger aus Leipzig sowie ein 26-Jähriger aus Berlin sind wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, schweren Landfriedensbruchs, gefährlicher Körperverletzung sowie teils auch Sachbeschädigung angeklagt.

Die spätestens im August 2018 "in und um Leipzig" gegründete Vereinigung basiere auf "einer militant-linksextremistischen Ideologie" und sei auf die Begehung politisch motivierter Straftaten ausgerichtet gewesen, sagte Vogler.

Ihre Mitglieder lehnten den bestehenden demokratischen Rechtsstaat ebenso ab wie das staatliche Gewaltmonopol.
Lina E. habe darin von Anfang an "eine herausgehobene Stellung" eingenommen, Aktionen aktiv vorbereitet und sei durch das Ausspähen des Umfeldes auch an der Auswahl der Opfer beteiligt gewesen.

Die aus dem hessischen Kassel stammende Studentin ist seit Anfang November 2020 in Untersuchungshaft, die drei Männer nicht.
E. hat laut Anklage auch Handys, teils anonymisierte Sim-Karten und Tatwerkzeuge vorgehalten.
Ihr gesondert verfolgter langjähriger Lebensgefährte habe für Verstärkung der Gruppe bei Gewalttaten gesorgt und sei selbst bei Anschlägen dabei gewesen.
Insgesamt 13 Menschen wurden verletzt

Es geht um sechs Attacken, die jeweils in Überzahl erfolgten.
Insgesamt 13 Menschen wurden verletzt, zwei davon potenziell lebensbedrohlich.
Ein Geschädigter wurde laut Anklage durch Sprünge in den Rücken zu Fall gebracht, gewürgt, mit Fäusten und Teleskopschlägern geschlagen.
In einem anderen Fall soll E. unbeteiligte Anwesende davon abgehalten haben, einem durch Schläge gegen Kopf und Rumpf schon Bewusstlosen zu helfen.

Der Wirt eines rechten Szenelokals in Eisenach wurde mit Hammer, Radschlüssel und Stangen attackiert.
Der Überfall im Dezember 2019 hatte die Ermittlungen ausgelöst, die später der Generalbundesanwalt übernahm.

Rechtsanwälte üben Kritik an Richter und Prozess
Der Vorsitzende des Staatsschutzsenats, Hans Schlüter-Staats, sprach von "schwerwiegenden Vorwürfen" und "gravierenden Körperverletzungsdelikten".
Dispute unter anderem über die Behauptung der Verteidiger, die Akten seien unvollständig, hatten den Beginn der Verhandlung verzögert.

Die Rechtsanwälte warfen dem Gericht Gängelung und unfaire Behandlung vor.
Einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter stellte dieser zurück.

In einer gemeinsamen Erklärung stellten alle Verteidiger zunächst die Zuständigkeit der Generalbundesanwaltschaft (GBA) als Anklagevertretung infrage.
Es handle sich bei den Vorwürfen um einzelne Auseinandersetzungen und nicht um einen Angriff auf den Staat.
Von einer kriminellen Vereinigung könne keine Rede sein.

Für die GBA sei das Verfahren ein "Experiment", wie weit man mit dem Paragrafen 129 gehen könne.
Sie habe selbst einräumen müssen, dass ihr weder ein Gründungsdatum der Vereinigung noch Umstände der Gründung bekannt seien.
"Die Bundesanwaltschaft hat nicht genügend Beweise für eine Vereinigung", sagte ein Verteidiger.

Zudem monierten die Anwälte, dass in einem Hochsicherheitssaal verhandelt werde, der für Prozesse mit Terrorverdacht geschaffen wurde.
Die Art des Verfahrens bringe ihre Mandanten in die Nähe von Terroristen.

Eine weitere Kritik betraf den Umstand, dass vor Prozessbeginn Unterlagen, Dokumente und personenbezogene Daten an Medien lanciert worden seien, darunter an das in der rechten Szene beliebte "Compact-Magazin".

Die Anklage sei nicht das Endergebnis von Ermittlungen, sondern resultiere aus einem Wunsch der GBA.
"Was nicht passt, wird passend gemacht.
Stand jetzt, so befürchte ich, ist ein faires Verfahren nicht zu erwarten", erklärte einer der Anwälte.


 
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