Aktuelle NEWS aus Deutschland !

Lastwagen in Polizei-Auto gerast - Prozess gegen Fahrer beginnt !

Paderborn - Ungebremst krachte ein Lastwagen gegen einen Streifenwagen, zwei Autobahn-Polizisten kamen ums Leben: Jetzt muss ein Gericht klären, wie es zu dem Unglück in Nordrhein-Westfalen kam.

Der Prozess vor dem Landgericht Paderborn startet heute.

Die Anklage wirft dem Lastwagenfahrer fahrlässige Tötung vor.
Er soll den Streifenwagen Anfang Juli auf der Autobahn 44 bei Lichtenau erfasst haben.
Die beiden Polizisten hatten auf dem Standstreifen mit angeschaltetem Blaulicht, Abblendlicht und Warnblinker auf Kollegen gewartet.


 
Sozialverbände stellen Armutsbericht vor - Wie groß ist das Risiko ?

Berlin - Einen Überblick über die Entwicklung bei der Armut in Deutschland gibt der Paritätische Wohlfahrtsverband heute in Berlin.
Gemeinsam mit dem Kinderhilfswerk, Pro Asyl und weiteren Verbänden legt der Verband dazu den Armutsbericht 2016 vor.

Bereits in den vergangenen Jahren hatte der Verband vor wachsender Armut gewarnt.
Bei seinem Verständnis von Armut stützt sich der Verband auf die offizielle Statistik für das Risiko, arm zu werden - definiert als Einkommen unter 60 Prozent des Durchschnitts.


 
"Besenstielräuber" wollte FC Bayern um Millionen erpressen !

Unter dem Namen "Besenstielräuber" wurde er in den 1990er Jahren ein bekannter Gangster.
Jetzt hat er den FC Bayern München um einen Millionenbetrag erpressen wollen.
Harald Z. sei am Montag auf einem Parkplatz im niederbayerischen Mainburg festgenommen worden, teilte die Münchner Polizei mit.

Der 63-Jährige, der seinerzeit mit seiner Besenstielmethode Kriminalgeschichte geschrieben hatte, habe vom deutschen Fußball-Rekordmeister eine Million Euro, 1,1 Millionen Schweizer Franken sowie Diamanten verlangt.
Die Polizei bezifferte die Gesamtsumme auf drei Millionen Euro.

Seine Drohungen seien aber abstrakt geblieben, sagte Kriminaldirektor Stefan Kastner.
"Vielleicht kreist eine ferngesteuerte Drohne über den parkenden Autos vor dem Stadion", hieß es etwa in einem Erpresserbrief.
Er habe bereits gestanden, teilte die Polizei mit.

Der Mann hatte von 1992 bis 1998 insgesamt 16 Banken ausgeraubt und Dutzende Geiseln genommen und die Türen dabei mit einem Besenstiel versperrt.


 
Nach Terroranschlag in Istanbul: Frau aus Unterfranken gestorben !

Über einen Monat nach dem Terroranschlag in Istanbul ist eine Frau aus Westerngrund in Bayern an ihren Verletzungen gestorben.
Die 52-Jährige starb am Sonntag in einer Klinik im hessischen Offenbach, sagte ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums.

Ein Selbstmordattentäter hatte sich am 12. Januar im Istanbuler Altstadtviertel Sultanahmet inmitten einer deutschen Touristengruppe in die Luft gesprengt.
Zwölf Deutsche kamen damit bei dem Anschlag ums Leben, mehrere wurden verletzt.


 
Banküberfall in Bochum - Zugriff in Essener Wohnung !

Bochum. Ein bewaffneter Täter hat am Dienstagmorgen eine Sparkasse in Bochum ausgeraubt.
Spezialeinsatzkommando schlug in einer Essener Wohnung zu.

Die Sparkassenfiliale in Bochum-Eppendorf wurde am Dienstagmorgen Schauplatz eines Banküberfalls.
Um 9.34 Uhr ging der Alarm bei der Polizei ein.
Unmittelbar zuvor war nach ersten Erkenntnissen ein etwa 50-jähriger Mann in die Filiale an der Straße Am Thie 23 gestürmt und hatte Mitarbeiter der Bank mit vorgehaltener Waffe gezwungen, ihm Bargeld auszuhändigen.

Anschließend flüchtete der Mann, der einen grünen Parka, eine beige-farbene Hose und einen Rucksack mit einem roten Streifen getragen haben soll.
Anders als zunächst berichtet, floh der Mann offenbar nicht in "unbekannte Richtung".
Am Mittag erklärte die Polizei auf Nachfrage, dass Zeugen gesehen hatten, wie zwei Männer in einem schwarzen Auto davonfuhren.

Die anschließende Fahndung der Polizei, bei der auch ein Hubschrauber zum Einsatz kam, führte die Beamten zu einer Wohnung auf Essener Stadtgebiet.
Gegen 12.15 Uhr verschaffte sich ein Spezialeinsatzkommando Zutritt zu einer Wohnung an der Elsterbuschstraße im Stadtteil Leithe.
Die drei Personen, die zu diesem Zeitpunkt in der Wohnung waren, wurden zunächst mit zur Wache nach Bochum genommen.

Die Ermittlungen dauern an.

Keine Verletzten bei Banküberfall in Bochum
Verletzt wurde nach ersten Aussagen der Polizei niemand.
Die Mitarbeiter der Bank sowie ein Kunde, der zum Tatzeitpunkt ebenfalls in der Filiale war, werden betreut.
Die Filiale wurde schon am Nachmittag wieder geöffnet, erklärt Sabine Raupach-Strohmann, Sprecherin der Sparkasse Bochum.

Banküberfälle in Bochum in jüngster Vergangenheit
Zuletzt hatten am 23. Dezember zwei Männer die Sparkassenfiliale an der Dorstener Straße in Bochum-Hofstede überfallen.
Einer der mutmaßlichen Täter wurde einige Stunden nach dem Raub gefasst.
Ein Richter ordnete Untersuchungshaft an.
Von dem zweiten Täter fehlt bisher jede Spur.

Ende November überfielen zwei maskierte und bewaffnete Männer eine Sparkassenfiliale in Bochum-Wattenscheid.
An der Kasse bedrohte einer der Räuber das Personal mit einer Pistole und forderte Bargeld, während der andere in der Tür stand und Ausschau nach der Polizei hielt.
Mit der Beute rannte das Täterduo über die benachbarte Kirchstraße davon.
Dort stiegen die Männer in einen grauen Kombi mit gestohlenem Herner Kennzeichen (HER) und fuhren davon.
Zur Höhe der Beute macht die Polizei keine Angaben.
Bis heute gibt es noch keine Spur von den Bankräubern.

Die gleiche Wattenscheider Filiale war im Jahr 2013 schon einmal überfallen worden.
Der Täter trug damals eine „Vendetta“-Maske.
Auch er ist bis heute nicht gefasst.


 
2.000.000 Zigaretten beschlagnahmt: Zoll schnappt Schmuggler !

Essen/Duisburg/Dinslaken/Voerde. Den Zollfahndern ist ein Schlag gegen eine deutsch-polnische Schmugglerbande gelungen.
Die Ermittler durchsuchten 17 Objekte im Ruhrgebiet.

Über 2.000.000 Zigaretten, 200.000 Euro Bargeld, ein Lastwagen-Gespann, zwei Autos, eine hochwertige Armbanduhr und zahlreiche Beweismittel: Das alles haben Zollfahnder bei einem Schlag gegen organisierte Zigarettenschmuggler sichergestellt.

Zigaretten mit einer Tarnladung Kinderbetten
Wie das Zollfahndungsamt Essen am Dienstag mitgeteilt hat, führten die Ermittler am frühen Morgen des Rosenmontags 17 Durchsuchungen in Lagerstätten, Garagen, Privatwohnungen und anderen Objekten in Essen, Duisburg, Dinslaken und Voerde durch.

Die Beamten griffen zu, als ein Lastwagen aus Polen das Zigarettenlager der deutsch-polnischen Tätergruppe im Essener Norden erreichte.
"Dort wurden die 10.000 Stangen bereits vom Lagerhalter erwartet, um sie auf die illegalen Kleinhändler im Ruhrgebiet zu verteilen", erklärte das Zollfahndungsamt.
Die Zigaretten wurden auf Paletten transportiert, fein säuberlich mit Folie überzogen und einer Tarnladung Kinderbetten hinzugefügt.

Die Ermittler nahmen fünf Tatverdächtige fest: Für zwei der Beschuldigten (42 und 49 Jahre) hatte das Amtsgericht Duisburg bereits vorab Haftbefehle erlassen.
Gegen zwei weitere Beschuldigte, ein 24-Jähriger aus Essen und ein 40-Jähriger, wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl erlassen.
Ein Beschuldigter wurde wieder auf freien Fuß gesetzt.

Ruhrgebiet: "Hot-Spot des illegalen Zigarettenhandels"
"Das Ruhrgebiet gilt aufgrund seiner Lage und Bevölkerungsdichte als Hot-Spot des illegalen Zigarettenhandels", erklärte Hans-Joachim Brandl, Leiter des Zollfahndungsamtes Essen: "Die Verteilerstrukturen brechen sich insbesondere im Ruhrgebiet herunter bis zur Ebene der Belieferung des nachbarschaftlichen und kollegialen Umfelds.
Leider mangelt es vielen Rauchern illegaler und vielfach verunreinigter Zigaretten an Unrechtsbewusstsein und dem Bewusstsein, als 'kleiner Tabaksteuerhinterzieher' die Großen der Organisierten Kriminalität zu unterstützen."

Laut Zollfahndungsamt wäre durch den illegalen Verkauf von 10.000 Stangen Zigaretten ein Steuerschaden von rund 300.000 Euro entstanden.
Die Ermittlungen wegen Steuerhehlerei gegen die Gruppe dauern weiter an.

Auto und Luxusuhr mit "Vollstreckungs-Kuckuck"
Ein Randaspekt der Durchsuchung: Auf einem Auto und einer Luxusuhr fanden die Beamten einen "Vollstreckungs-Kuckuck".
Bei einem der Täter handelte es sich um einen Steuerschuldner, der noch einen Steuerbescheid aus einer früheren "Schmuggelzeit" offen hat.
Ein Teil seiner Steuerschuld werde mit dem Pkw und der Uhr getilgt werden können, so das Zollfahndungsamt.


 
Tödlicher Unfall auf A44 - Bewährungsstrafe für Lkw-Fahrer !

Paderborn/Meerhof. Urteil im Prozess um den tödlichen Unfall auf der A44 nahe Meerhof, bei dem zwei Polizeibeamte starben: Der 34-jährige Lkw-Fahrer, der den Unfall verursacht hat, erhält eine Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung.
Zudem wird sein Führerschein für zwei Jahre eingezogen.

Das Landgericht Paderborn hat den 34 Jahre alten Lkw-Fahrer, der in der Nacht zum 2. Juli 2015 auf der A44 in Höhe der Anschlussstelle Lichtenau/Meerhof frontal in einen Polizeiwagen auf dem Seitenstreifen krachte, zu einer Haftstrafe von zwei Jahre auf Bewährung verurteilt.

Polizisten hatten keine Chance
Eine Polizistin (46) aus Olsberg-Bruchhausen und ihr Kollege (51) aus Büren verbrannten im Auto.
Durch den Aufprall hatten sie massive Verletzungen erlitten, die unmittelbar zum Tod führten.
Beide Beamte waren für die Autobahnpolizei Bielefeld im Dienst.
Im Prozess wird der Ehemann der getöteten Polizistin als Nebenkläger von einem Anwalt vertreten.

Der Angeklagte Waldemar R. musste sich wegen fahrlässiger Tötung und Straßenverkehrsgefährdung infolge körperlicher Mängel verantworten.
Er saß wegen der Einnahme starker Schmerzmittel übermüdet am Steuer als gegen 1 Uhr der fürchterliche Unfall geschah.

"Das war mehr als ein Sekundenschlaf", sagte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer.
Der Lkw-Fahrer hätte die Übermüdung bemerken und handeln müssen.
Er tat es nicht, stattdessen habe Waldemar R. jetzt zwei Menschenleben auf dem Gewissen.
Eine Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten sowie einen zweijährigen Führerscheinentzug hielt die Staatsanwaltschaft deshalb für angemessen.
Die Verteidigung fand eine Freiheitsstrafe völlig überzogen.

Das Landgericht in Paderborn kam zu der Ansicht, eine Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung sei in diesem Fall das juristisch angebrachte Strafmaß.
Der Angeklagte sei bis auf einige Tempoverstöße im Straßenverkehr strafrechtlich nicht vorbelastet.
Auch das sofortige und umfassende Geständnis habe bei der Urteilsfindung eine Rolle gespielt.
Andererseits hatte der Unfall gravierende Folgen.
Zwei Menschen verloren ihr Leben.
Deshalb, so Richter Dr. Emminghaus, sei das Urteil eine Entscheidung im juristischen Grenzbereich.

Angeklagter bittet Angehörige um Entschuldigung
Gleich zu Beginn der Verhandlung bat der Angeklagte die Angehörigen der beiden Opfer - eine 46 Jahre alte Polizeibeamtin aus Olsberg-Bruchhausen und ihr 51 Jahre alter Kollege aus Büren - um Entschuldigung für das Geschehen.
Der Lkw-Fahrer kann sich an den Vorfall nicht erinnern.
Er habe auf einmal einen heftigen Stoß gespürt.

Der Mann war um 22.30 Uhr in Schwalmstadt zu seiner Tour aufgebrochen, die ihn nach Herne und dann weiter nach Gießen führen sollte.
Gegen 0.57 Uhr rammte er den auf dem Seitenstreifen stehenden Einsatzwagen.
Das Blaulicht sei eingeschaltet und das Fahrzeug abgesichert gewesen, heißt es.
Der Wagen ging in Flammen auf.
Die beiden Polizeibeamten waren auf der Stelle tot.
Augenzeugen, die noch zu Hilfe kommen wollten, berichten dem Landgericht von einem furchtbaren Szenario.
Ein Verkehrsgutachter macht klar: der Laster sei frontal in den Polizeiwagen gekracht.
Sekunden vor dem Aufprall habe es noch eine Vollbremsung gegeben.

Der 34-jährige Lkw-Fahrer ist offenbar kurz eingeschlafen.
Er stand unter dem Einfluss von Medikamenten, die er gegen chronische Rückenschmerzen eingenommen hatte.
Wie sehr er übermüdet war, zeigt die Tatsache, dass er nach dem schrecklichen Unfall auf dem Weg nach Paderborn im Polizeiwagen einschlief.
Er hatte eingeräumt, nach einer Nachtschicht wegen starker Rückenschmerzen "schlecht geschlafen" zu haben.

Schmerzmittel verstärkten Müdigkeit am Steuer
Nach Ansicht eines Gutachters hätte R. wegen der Schmerzmittel überhaupt nicht am Steuer sitzen dürfen.
Der Mann habe das Mittel am Tag vor dem tödlichen Unfall eingenommen und sei fahruntüchtig gewesen, sagte der Experte.
Die Tabletten habe sich R. in Holland besorgt.
Die Substanzen im Schmerzmittel hätten die Müdigkeit noch verstärkt.
Zwei Jahre Haft auf Bewährung und ein zweijähriger Führerscheinentzug sind die Konsequenzen für Waldemar R..
Der Berufskraftfahrer einer Spedition hat seit dem Unfall auch keinen Job mehr.


 
Reporter bei einem Termin auf Polizeiwache angeschossen !

Bremerhaven. Ein Redakteur der „Nordsee-Zeitung“ wollte sich die neue Dienstwaffe der Polizeibeamten erklären lassen.
Da löste sich ein Schuss.

Ein Journalist der „Nordsee-Zeitung“ ist am Dienstagmorgen in den Räumen der Polizeipressestelle Bremerhaven angeschossen worden.

Bei dem Termin wurde die neue Dienstpistole vorgestellt, teilte die Ortspolizeibehörde Bremerhaven am Mittag mit.
Während der Erklärung löste sich demnach gegen 10.22 Uhr unbeabsichtigt ein Schuss aus der Dienstpistole eines Polizeibeamten.

Das Projektil traf den Redakteur am Bein und verletzte diesen am Oberschenkel.
Der Verletzte wurde versorgt und in ein Krankenhaus gebracht.
Lebensgefahr bestehe nicht, so die Polizei.
Auch die „Nordsee-Zeitung“ teilte auf Facebook mit, dass es dem Redakteur „nach ersten Erkenntnissen den Umständen entsprechend gut“ gehe.

Vorfall wird untersucht
Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln nun, wie es zu dem Unfall kommen konnte.
„Eigentlich darf das nicht passieren“, betonte der Leiter der Ortspolizeibehörde, Harry Götze.
Bei der Präsentation von Waffen verstehe es sich von selbst, dass sie ungeladen seien.
Alle vorgeführten Waffen seien beschlagnahmt und untersucht worden.
In keiner habe sich Munition befunden.
Warum in der einen Schusswaffe ein Projektil steckte, werde nun untersucht.
„Warum das passiert ist, entzieht sich meiner Kenntnis“, sagte Götze.

Bei der Vorführung der Waffen waren ein Pressesprecher der Ortspolizei und ein Trainer für die Anwendung von Schusswaffen anwesend.
Der 45-jährige Ausbilder habe den Schuss ausgelöst, sagte Götze.
Beide Beamten hätten sich nach dem Unfall krankgemeldet.
Der Polizeipräsident nannte den Unfall „bedauerlich und schlimm“.
Neben den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen würden auch dienstrechtliche Konsequenzen geprüft.


 
Erster Angeklagter der Kölner Silvesternacht vor Gericht !

Köln - Acht Wochen nach den Vorfällen in der Kölner Silvesternacht muss sich erstmals ein Tatverdächtiger vor Gericht verantworten.
Vor dem Amtsgericht Köln begann eine Verhandlung gegen einen 23 Jahre alten Marokkaner.
Er soll einer Frau auf dem Bahnhofsvorplatz das Handy abgenommen haben, als sie gerade dabei war, den Kölner Dom zu fotografieren.
Seit Neujahr befindet sich der Mann in Untersuchungshaft.

In der Silvesternacht war es in Köln massenweise zu Straftaten gekommen.
Entsetzen hatten vor allem die sexuellen Übergriffe auf Frauen ausgelöst.


 
Geständnis: Ehefrau getötet und im Koffer in Fluss geworfen !

Aachen. Ein Mann hat vor dem Landgericht Aachen gestanden, seine Ehefrau getötet und ihre Leiche in einem Koffer in einen Fluss geworfen zu haben.
Seine Frau habe sich darüber geärgert, dass der Mann den Müll nicht rausgebracht habe, erklärte der 54-Jährige beim Prozessauftakt am Mittwoch in einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung.
Deshalb hätten sie sich gestritten.
Die zur Tatzeit im August 51 Jahre alte Frau habe den Angeklagten daraufhin geschlagen.
Bei der anschließenden Rangelei sei sie gefallen.
Der 54-Jährige setzte sich auf sie, hielt ihr den Mund zu und drückte ihr dann mit beiden Händen den Hals zu, bis sie sich nicht mehr wehrte, wie der Angeklagte erklärte.

Der Angeklagte gab an, die Leiche anschließend in einen großen Rollkoffer gepackt zu haben und damit in einem Taxi ins niederländische Maastricht gefahren zu sein.
Dort habe er den Koffer samt Leiche in die Maas geworfen.
Laut Anklage ging der Koffer erst unter, tauchte aber nach einigen Tagen wieder auf.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann Totschlag vor.
Ein Urteil wurde für Mittwoch noch nicht erwartet.


 
Bewährung für ersten Angeklagten der Kölner Silvesternacht !

Köln. Im ersten Prozess wegen der Kölner Silvesternacht ist ein marokkanischer Asylbewerber zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden.
Wegen Diebstahls und Drogenbesitzes verhängte das Amtsgericht Köln am Mittwoch über ihn eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten zur Bewährung und eine Geldstrafe von 20 Tagessätzen.
Damit entsprach der Richter im Wesentlichen der Forderung der Staatsanwaltschaft.
Die Verteidigung hatte dagegen lediglich auf eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen plädiert, womit der Angeklagte nicht vorbestraft gewesen wäre.

Der Marokkaner hatte in der Silvesternacht einer Frau auf dem Bahnhofsvorplatz das Handy aus der Hand gerissen, als sie gerade dabei war, den Kölner Dom zu fotografieren.
Die 20-Jährige, die in der Verhandlung am Mittwoch als Zeugin aussagte, hatte selbst nicht gesehen, wer der Täter gewesen war.
Ein afghanischer Flüchtling, der die Tat beobachtet hatte, klärte sie aber auf.
Sie verfolgte den Dieb daraufhin über den Bahnhofsvorplatz.
Als ihm jemand ein Bein stellte und er fiel, holte sie ihn ein, und er gab ihr selbst das Handy zurück.
Danach wurde er sofort festgenommen.
Bei seiner Durchsuchung fand die Polizei in seiner linken Socke 0,1 Gramm Amphetamin.

In der Verhandlung entschuldigte sich der Angeklagte bei der 20-Jährigen, die aus Sulz im Landkreis Rottweil in Baden-Württemberg nach Köln gekommen war, um dort mit Freundinnen Silvester zu feiern.
Die junge Frau nahm die Entschuldigung ausdrücklich an.

In der Silvesternacht war es in Köln massenhaft zu Straftaten gekommen.
Entsetzen hatten vor allem die sexuellen Übergriffe auf Frauen ausgelöst. Sie sollen von Männern umzingelt, bedrängt und bestohlen worden sein.
Es wurden auch Vergewaltigungen angezeigt.


 
Betrugsprozess: Vier Jahre Haft für den Thielert-Gründer !

Wie lange sich Prozesse nach einer Insolvenz hinziehen können, zeigt einmal mehr der Fall des Flugzeugmotorenbauers Thielert.
Nach dem jetzt ergangenen strafrechtlichen Urteil ist immer noch nicht Schluss.

Es war nur ein vergleichsweise kurzes Kapital, das Ende 2005 mit einem Börsengang begann und 2008 in der Insolvenz endete.
In den ersten sechs Monaten hatte sich seinerzeit der Kurs des Flugzeugmotorenbauers Thielert fast verdoppelt.
Dann tauchten Vorwürfe wegen Bilanz- und Urkundenfälschung auf und sehr rasch stürzten Kurs und Unternehmen ab.

Vergangene Woche schloss das Landgericht Hamburg das strafrechtliche Kapitel ab und verurteilte den früheren Firmenchef Frank Thielert wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs sowie Urkundenfälschung zu vier Jahren Haft, was jedoch außer Vollzug bleibt.

Thielert soll unter anderem durch Scheinbuchungen die Situation des Unternehmens auch im Hinblick auf den Börsengang positiver dargestellt haben, als sie war.
Banken soll er eine bessere Bonität vorgetäuscht haben.
Thielert will gegen das Urteil in Revision gehen.
Der Prozess hatte sich lange hingezogen, weil er Ende 2014 aufgrund der Pensionierung des Richters geplatzt war.

Die Prozesse sind damit aber noch nicht abgeschlossen, obgleich sich der Insolvenzverwalter offenbar jetzt außergerichtlich mit den Wirtschaftsprüfern von BDO einigte.
Letztere waren in erster Instanz noch zu rund Millionen Euro Schadenersatz verurteilt worden.

Weiter gehen auch die Schadenersatzprozesse gegen Thielert, die Commerzbank und die damalige Aufsichtsratschef Georg Wittuhn.
Die Ansprüche gegen die Commerzbank als Konsortialbank waren in erster Instanz noch als verjährt abgewiesen worden.
Doch das Oberlandesgericht könnte zu einem anderen Urteil kommen – allerdings wohl nicht vor April.


 
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