Nach Terroralarm in München: Polizei sucht Verdächtige aus Syrien und Irak !
Nach den akuten Terrorwarnungen der Silvesternacht in München hat die Polizei vorerst Entwarnung gegeben.
Wie bekannt wurde, hatte die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) mehrere Selbstmordattentate in der bayerischen Landeshauptstadt geplant.
München Polizei bleibt nach Terrorwarnungen in Alarmbereitschaft !
Bei den potenziellen Attentätern, vor denen die Behörden igewarnt haben, soll es sich um Syrer und Iraker gehandelt haben.
Das sagte Polizeipräsident Hubertus Andrä in München. Zuvor hatte er aber auch betont, man wisse noch nicht, ob es die von einem befreundeten Geheimdienst genannten Personen wirklich gebe.
Die Abklärungen liefen noch.
Die Alarmbereitschaft aus der Nacht wurde am Freitag aufgehoben, wie Andrä vor der Presse sagte.
Es seien aber noch 100 Beamte zusätzlich im Einsatz.
Die Hinweise, die die Polizei am Silvesterabend gegen 19.40 Uhr von den Bundesbehörden erhalten habe, hätten sich nach den durchgeführten Maßnahmen nicht konkretisiert.
Andrä warnte sogenannte Trittbrettfahrer eindringlich: Diese müssten sich "warm anziehen", so der Polizeipräsident.
Er berichtete, die Warnung habe bisher auch zwei Trittbrettfahrer auf den Plan gerufen, die Bombenschläge angekündigt hätten.
Er kündigte hier scharfe Maßnahmen an.
Das lasse man sich nicht gefallen.
"Die bekommen von uns eine intensive Behandlung."
Das Bundeskriminalamt habe die bayerische Polizei am Donnerstagabend darüber informiert, dass "von Seiten des IS" ein Anschlag in München geplant sei, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU).
Der Hauptbahnhof und der Bahnhof im Stadtteil Pasing wurden darauf hin vorübergehend abgesperrt, die Polizei warnte vor Menschenansammlungen.
Der Hinweis stamme von einem "befreundeten Nachrichtendienst", sagte Herrmann bei einer Pressekonferenz am frühen Freitagmorgen.
Aus Sicherheitskreisen hieß es, die erste konkrete Warnung sei vom französischen Geheimdienst gekommen.
Wie der "Bayerische Rundfunk" berichtet, kam die Information zuvor von US-Geheimdiensten.
Die Informationen seien zwar "nicht zu hundert Prozent belastbar" gewesen, hätten aber nicht ignoriert werden können, sagte Herrmann. Angesichts der allgemeinen Gefährdungslage sei es richtig gewesen, die Bevölkerung zu warnen und die Bahnhöfe zu räumen.
"Hinweis war sehr konkret"
Nach Angaben des Polizeipräsidenten gab es Hinweise auf einen geplanten Selbstmordanschlag.
Die Ermittler gingen von "fünf bis sieben" Tätern aus.
Der Hinweis sei "sehr konkret" gewesen, sagte Andrä.
Alle verfügbaren Kräfte seien mobilisiert worden, etwa 550 Beamte seien in München im Einsatz.
Es seien bislang keine Verdächtigen festgenommen worden.
Zwei Stunden nach Mitternacht sehe die Polizei die Lage bereits etwas "entspannter", sagte Andrä.
Gegen 3.45 Uhr wurde dann die Sperrung des Münchener Hauptbahnhofs aufgehoben.
Kurz zuvor war bereits der Bahnhof Pasing wieder geöffnet und für den Bahnverkehr freigegeben worden.
"Wir sind sehr froh, dass heute Nacht nichts passiert ist", twitterte die Münchener Polizei am Freitagmorgen.
"Die Ermittlungen laufen natürlich weiter."
Wegen erhöhter Anschlagsgefahr galten für alle Silvesterfeiern in europäischen Großstädten erhöhte Sicherheitsmaßnahmen.
In Berlin, wo sich am Abend hunderttausende Menschen vor dem Brandenburger Tor zur großen Silvesterfeier versammelten, durften die Besucher keine Rucksäcke und große Taschen mitnehmen.
Die Party auf der Festmeile verlief nach Angaben der Veranstalter und der Polizei friedlich.
In München wird Silvester eher dezentral an verschiedenen Orten gefeiert, darunter am Marienplatz, auf der Leopoldstraße sowie auf der Theresienwiese.
Einschränkungen in Brüssel und Paris
In Belgien waren wegen der Bedrohungen das Feuerwerk und alle öffentlichen Feiern in Brüssel komplett abgesagt worden und auch in Paris wurden die Feierlichkeiten auf dem Prachtboulevard Champs-Elysées eingeschränkt.
In der französischen Hauptstadt waren bei einer Anschlagsserie am 13. November 130 Menschen getötet und mehr als 350 weitere verletzt worden.
Vier Tage später wurde wegen konkreter Hinweise auf einen Sprengstoffanschlag das Fußball-Länderspiel Deutschland gegen die Niederlande in Hannover kurzfristig abgesagt.