Unglaublich: Duo schmuggelte 31 Kilo Heroin in Auto-Gastank !
Bonn -Als Beamte an der bulgarisch-türkischen Grenze im März 2014 einen BMW anhielten, bewiesen sie einen guten Riecher: Im Flüssiggastank im Kofferraum des Wagens entdeckten sie keinen Treibstoff, sondern einen ganzen Haufen Rauschgift - satte 31 Kilo Heroin!
Was die Beamten da noch nicht ahnen konnten - sie hatten einen richtig dicken Fisch an der Angel! Olaf W. (43, Namen geändert) und Komplize Aleksandr P. (47) arbeiteten offenbar für ein türkisches Drogenkartell.
Zunächst hatte das Duo (betrieb bis 2014 eine Baufirma in Bonn) den BMW in Polen mit dem Flüssiggastank ausstatten lassen.
Anschließend ging es erst wieder nach Bonn, dann über Prag und die Balkanstaaten bis in die Türkei.
In Istanbul wurde dann die irre Menge Heroin eingeladen.
Während Aleksandr P. über Wien und Frankfurt mit dem Flugzeug zurück nach Bonn reiste, sollte Olaf W. mit dem Auto nachkommen.
Dass der Komplize mit dem zu zwei Dritteln mit Heroin gefüllten Tank erwischt worden war, ahnte der gebürtige Pole nicht.
Ebenso wenig, dass das Bundeskriminalamt (BKA) längst seine Überwachung angeleiert hatte, auch seine Telefonate und SMS kontrollierte.
Der 47-Jährige saß in seiner Duisdorfer Wohnung, wo er die Drogen entgegennehmen sollte – und wartete.
Doch der Mittäter tauchte nicht auf.
Erst drei Tage nach seiner Rückkehr brach P. dann nach einem Anruf von einer türkischen Telefonnummer nach Prag auf.
Dort lebt seine Frau mit den vier Kindern (3 bis 18).
Nachdem die umfangreichen Ermittlungen, an denen sich neben dem BKA auch Experten aus Österreich, Tschechien, Polen, Bulgarien und der Türkei beteiligten, durch waren, wurde P. in Prag verhaftet und im Juni 2015 nach Deutschland ausgeliefert.
Die 3. große Strafkammer des Bonner Landgerichts machte dem 47-Jährigen jetzt den Prozess.
Nicht nur wegen der großen Menge Heroin (Wert: 1,5 Millionen Euro) und der internationalen Zusammenarbeit war dieser Fall etwas Besonderes – auch für Richter Klaus Reinhoff und seine Kollegen: P.s Komplize Olaf W. ist schon in Bulgarien verurteilt worden, sitzt siebeneinhalb Jahre ab.
Deshalb wurde er per Video-Konferenz vernommen – drei Stunden lang.
Fazit: „Lauter Ausflüchte“, wie Reinhoff im Urteil resümierte.
Trotz der Märchen, die ihnen W. aufzutischen versucht hatte – etwa, dass man nach Istanbul gefahren sei, um einen Rücken-Facharzt zu konsultieren – reichten der Kammer die Beweise aus.
Sie verurteilten P., der im Prozess zu den Vorwürfen geschwiegen hatte, wegen Beihilfe zum Drogenhandel zu sieben Jahren Knast.