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Aktuelle NEWS aus Deutschland !

Silvester-Unfall: Von Rakete getroffen - Kind will 60.000 Euro !

Düsseldorf - Wenn die anderen draußen ausgelassen Silvester feiern, bleibt die kleine Lea (heute sieben Jahre alt) in einem abgeschotteten Raum.
Keine Blick aufs Feuerwerk und Kopfhörer auf!

Das hat seinen Grund: Vor zwei Jahren wurde Lea von einer Rakete am Kopf getroffen und landete im Krankenhaus.
Am Freitag verklagte sie über ihre Eltern den mutmaßlichen Böllerwerfer: Sie verlangen 60 000 Euro Schmerzensgeld.

Lea und ihre Eltern feierten bei Freunden.
Als es auf 24 Uhr zuging, zog man sich warm an und ging nach draußen, um selbst zu böllern.
Da war beim Nachbarn gegenüber schon die Hölle los.

Leas Mutter: „Die haben wild herumgeknallt.
Eine Rakete kam fast vor dem kleinen Sohn meiner Freundin auf.
Ich brachte ihn rein.
Seine Mutter passte auf Lea auf.“
„Meine Tochter schrie nur noch“

Aus dem Küchenfenster beobachtet sie, wie eine Feuerwerkbatterie, die der Nachbar oder einer seiner Gäste mitten auf der Straße abgestellt hatte, umkippte und sich eine Rakete löste – und Lea traf.

Sie stürmte nach draußen. „Meine Tochter schrie nur noch.“
Die Mütze roch verbrannt, auch die Haare waren angesengt.
Dann sackte die Kleine zusammen, übergab sich mehrfach.

Die Rakete hatte eine Hirnblutung verursacht.
Lea musste operiert werden.
Bis heute hat sie manchmal Probleme, Worte zu finden.
Am schlimmsten aber das erlittene Trauma.

Der Nachbar streitet ab, die Böllerbatterie aufgestellt zu haben.
„Unsere ganze Familie hat sich am Feuerwerk beteiligt.“
Der Richter gab zu verstehen, dass die Schuld vom Nachbarn schwer zu beweisen ist.

Zwar gebe es eine Kollektiv-Haftung, wenn eine Rakete unsachgemäß losgeschickt wird.
Doch auch das, so der Richter, „wird sich nicht feststellen lassen.“

Doch Rechtsanwalt Joachim Müller gibt nicht auf: „Es kann doch nicht sein, dass da wild herumgeballert, ein Kind schwer verletzt wird, und niemand haftet dafür.“
Der Prozess wird fortgesetzt.


 
Polizei stoppt Diebe von Luxusautos mit Warnschüssen

Rattelsdorf - Mit einem Großaufgebot und Warnschüssen hat die Polizei zwei Diebe gestellt, die in Rattelsdorf (Landkreis Bamberg) zwei Luxusautos im Wert von insgesamt 175.000 Euro gestohlen haben.

Die 25 und 36 Jahre alten Männer waren in der Nacht zum Freitag in ein Wohnhaus eingebrochen, um im Flur die Autoschlüssel zu klauen und mit den Nobel-Karossen davonzufahren.

Jedoch wurde der Besitzer von den Geräuschen wach und alarmierte die Polizei, die nach eigenen Angaben sofort sämtliche verfügbare Streifenwagen und einen Hubschrauber auf die Flüchtigen ansetzte.
Nach rund 20 Minuten entdeckte eine Streife die beiden Autos mit hoher Geschwindigkeit auf der Autobahn 70 nahe Scheßlitz und stoppte sie in einer Baustelle.

Die beiden Ungarn ließen sich widerstandslos festnehmen.
Die Polizei vermutet einen Zusammenhang mit der organisierten Kriminalität.


 
Falschgeldbande mit Dollarnoten fliegt auf !

Aschaffenburg - Sie wollten mit eingescannten und ausgedruckten Dollarnoten das ganz große Geschäft machen und flogen auf.

Falschgeldfahnder des bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) haben drei Männer festgenommen, die im Großraum Aschaffenburg bandenmäßig Päckchen mit falschen Dollarnoten angeboten haben sollen.
Ihr Trick: Echte 100-Dollar-Noten einscannen, ausdrucken, zugeschnittenes, weißes Papier dazwischen legen und den vermeintlichen Geldstapel in Plastikfolie einschweißen.
Statt der vermeintlichen 100 000 Dollar waren die Päckchen also nahezu wertlos.
Falsches Falschgeld sozusagen.

Bei Durchsuchungen mehrerer Wohnungen im Landkreis Miltenberg fanden die Ermittler mehr als 50 dieser Päckchen und einen Stapel mit echten 100-Dollar-Noten.
„Damit sollten potenzielle Käufer von der Echtheit des gesamten Falschgeldes überzeugt werden“, teilte die Staatsanwaltschaft am Freitag mit.

Ob die drei Männer im Alter von 31 bis 34 Jahren tatsächlich mit diesem Trick Erfolg hatten, wollen Staatsanwaltschaft und LKA noch klären.
Bandenmäßige Geldfälschung wird mit einer Freiheitsstrafe von nicht unter zwei Jahren bestraft.


 
Die lange Reise eines Armbands: Diese Postsendung kam erst nach 4,5 Jahren an !

Kulmbach - Deutschland schmunzelt über ein Facebook-Foto.
Sven Judas bestellte 2011 ein Armband - jetzt kam es bei ihm an.
Per Aufkleber entschuldigt sich DHL für die Verspätung.

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Wenn's mal wieder länger dauert: Nach 4,5 Jahren kam dieses Paket an - mit einem Aufkleber als Entschuldigung.Bild: Facebook​


Das Datum auf der Rechnung: 7. Juni 2011.
Zu dieser Zeit hatte Sven Judas aus Kulmbach in Oberfranken ein Fitness-Armband bestellt.
Es kam jedoch nie an und geriet in Vergessenheit.
Bis jetzt.
Mit einer Verspätung von viereinhalb Jahren landete das Paket nun doch bei seinem rechtmäßigen Besitzer.

Als die Sendung vor einigen Tagen bei Judas ankam, postete er bei Facebook ein Foto des Pakets mit dem Entschuldigungsaufkleber an die Pinnwand der DHL.

Wie das Nachrichtenportal reporter-24.com schreibt, kam von DHL erst auf Presseanfrage eine versöhnliche Antwort.
Zuvor sei Judas bei Facebook aufgefordert worden, seinen Post auf der DHL-Seite zu entfernen.
Der Konzern kündigte nun an, der Sache nachzugehen und die Ursache für die verspätete Lieferung herauszufinden.

Die Nachricht sorgte sofort für Aufsehen.
Über 10.000 Nutzer haben dem Foto ein "Gefällt mir" gegeben, mehr als 2000 Kommentare finden sich darunter.
So kommentierte Joachim: "Das ging ja schnell...
Der klemmte wohl unterm Transportband", Michael schreibt "Ich find's verstörend, dass DHL einen Extra-Aufkleber für solche Fälle bereitliegen hat." und Thomas findet: "Tja das ist halt DHL!!
Und für was steht DHL: Dauert Halt Länger".
Ob die Ursache für den jahrelangen Versand herausgefunden werden kann, bleibt offen.
Vielleicht weiß man in ein paar Jahren mehr.


 
Zwei Fischer sterben in der Ostsee !

Tödliches Unglück in der Ostsee: Vor der Küste der Insel Fehmarn sind zwei Fischer ums Leben gekommen.
Der 52 Jahre alte Kapitän und ein 45-jährige Deckmann konnten nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden, sagte Christian Stipeldey von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).

Der Fischkutter "Condor" sei am Samstag vom seinem Heimathafen Burgstaaken auf Fehmarn aufgebrochen.
Zuletzt habe sich das Schiff 6,5 Kilometer östlich von Fehmarn befunden.
Als der Kutter einige Stunden überfällig war, leitete die Seenotrettung eine groß angelegte Suchaktion ein.

Neben den deutschen waren auch dänische Seenotretter sowie Schiffe der Wasserschutzpolizei und der Bundespolizei im Einsatz.
Auch ein deutscher und ein dänischer Rettungshubschrauber suchten nach den Vermissten.

Nach rund zwei Stunden entdeckten die Einsatzkräfte zunächst Wrackteile, treibende Fischkisten und Tauwerk im Wasser.
Kurze Zeit später sichteten sie vom Hubschrauber aus die leblosen Körper des Deckmanns und des Kapitäns im Wasser.

im Wasser nordöstlich der Südostspitze Fehmarns.
Wenige Minuten später fanden Einsatzkräfte auch den Kapitän tot im Wasser.

Männer trugen keine Rettungswesten
Einer der Männer habe sich noch einen Rettungsring umgelegt, sagte Christian Stipeldey von den Seenotrettern.
Rettungswesten hätten die beiden Männer jedoch nicht getragen, als sie gefunden wurden.

Wie es zu dem Schiffsunglück kam, ist noch völlig unklar.
Mit südlichen Winden der Stärke 4 sei das Wetter am Samstagabend "absolut moderat" gewesen, sagte Stipeldey.
Über Funk hätten die Seenotretter keinen Notruf empfangen.
Auch eine Seenotboje wurde bislang nicht gefunden.
Eine solche ist normalerweise an Bord jedes Schiffes und setzt einen automatischen Notruf ab, wenn ein Schiff sinkt und die Seenotboje mit Wasser in Berührung kommt.

Die beiden Fischer galten als erfahrene Seemänner.
Sie seien regelmäßig zu zweit von Burgstaaken aus mit ihrem Kutter zum Fischen gefahren, sagte der Hafenmeister Peter Ollhoff.
"Ich habe die beiden Männer persönlich gekannt und vor zwei oder drei Tagen zum letzten Mal gesehen."
Probleme an dem Fischkutter habe es nicht gegeben, sagte Ollhoff.
Das Schiff sei vor Kurzem gewartet und die Maschine erneuert worden.


 
Nürnberg: Angebliche Hitler-Bilder für rund 40.000 Euro versteigert !

Bei einer Auktion in Nürnberg haben Bilder, die angeblich von NS-Diktator Adolf Hitler gemalt wurden, rund 40.000 Euro eingebracht.
Mit 7000 Euro erzielte das Aquarell "Wohnhaus von Dr. Bloch" den höchsten Preis, teilte Kathrin Weidler, Chefin des Auktionshauses, mit.
Eine Stadtansicht von Dresden ging für 5500 Euro an einen Dresdener.

Von den angebotenen 29 Aquarellen und Handzeichnungen wurden demnach 16 versteigert.
Die verbliebenen 13 Kunstwerke sollen nun im Nachverkauf angeboten werden.

Die Bilder stammen aus einem österreichischen Pastorenhaushalt und aus Privatsammlungen.
Sie sollen zwischen 1904 und 1925 entstanden sein und sind mit "A. Hitler" signiert.
Expertisen wiesen die Werke als echt aus, sagte Weidler.
Es existieren jedoch auch unzählige Fälschungen.
Das Nürnberger Auktionshaus hatte schon mehrfach Bilder des Diktators versteigert.


 
Anti-Terror-Razzia bei Mainz - Kein Hinweis auf Anschlagspläne !

Mainz/Karlsruhe - Bei einer Anti-Terror-Razzia bei Mainz haben Ermittler Wohnungen von zwei Männern durchsucht.
Sie seien verdächtig, sich im syrischen Bürgerkrieg an einer ausländischen terroristischen Vereinigung beteiligt zu haben, sagte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft.

Hinweise auf konkrete Anschlagsplanungen lägen bisher nicht vor.
Spiegel-Online berichtet, bei einem der Beschuldigten handele es sich um einen mutmaßlichen ehemaligen Kommandeur der Terrormiliz Islamischer Staat (IS).
Der 23-Jährige halte sich seit Herbst in Deutschland auf.


 
Verdacht auf Volksverhetzung nach Faschingsumzug !

Steinkirchen/Pfaffenhofen - Nach dem Faschingsumzug im oberbayerischen Steinkirchen bei Pfaffenhofen ermitteln die Behörden wegen des Verdachts der Volksverhetzung.
Bei dem Umzug am Nachmittag war ein als Panzer dekorierter Wagen mit den Aufschriften Ilmtaler Asylabwehr und Asylpaket III sowie einem schwarzen Kreuz zu sehen, wie ein Sprecher der Polizei bestätigte.

Der Verein OCV Steinkirchen, der den Umzug organisiert hatte, betonte, es gebe keine rechtsradikalen Tendenzen unter den Mitgliedern.
Auch Flüchtlinge seien integriert worden und beim Umzug mitgelaufen.


 
Hausdurchsuchung bei mutmaßlichem IS-Kommandeur !

In der Nähe von Mainz hat die Polizei die Wohnung eines mutmaßlichen ehemaligen IS-Kämpfers durchsucht.
Das berichtet "Spiegel Online".
"Spiegel TV" hatte den Mann demnach kürzlich aufgespürt und interviewt.

Der Mann wohnt den Angaben zufolge in Sankt Johann, einer 800-Einwohner-Gemeinde etwa 20 Kilometer südlich von Mainz im Landkreis Mainz-Bingen.
Zeugen zufolge soll er Kommandeur bei den Dschihadisten in Syrien gewesen sein.
Nach Beginn des Aufstands gegen Machthaber Assad ging er zuerst zu den Rebellen und landete anschließend beim Islamischen Staat (IS).

Der 32-Jährige soll für den Tod Dutzender Menschen verantwortlich sein.
Ursprünglich habe er Selbstmordattentäter für den IS sein sollen.
Das habe ihm aber sein Bruder ausgeredet und dafür gesorgt, dass er Kommandeur wird.

Im Gespräch mit "Spiegel TV" habe der in Rheinland-Pfalz aufgespürte Mann zwar seine Identität bestätigt, aber abgestritten, jemals beim IS gewesen zu sein.
Entsprechende Warnungen vor ihm im Internet seien gelogen.

Bundesanwaltschaft: Zweite Durchsuchung
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft gab es im gleichen Ort noch eine zweite Wohnungsdurchsuchung bei einem anderen Mann.
Auch er sei verdächtig, sich im syrischen Bürgerkrieg an einer ausländischen terroristischen Vereinigung beteiligt zu haben.
Hinweise auf konkrete Anschlagsplanungen lägen bisher nicht vor.
Um welche Vereinigung es sich handele, müssten die Ermittlungen zeigen.


 
Heimliche Spritztour endet für 16-Jährigen mit schwerem Unfall !

In Linnich in Nordrhein-Westfalen hat ein 16-Jähriger heimlich die Schlüssel seines Vaters genommen und mit dem Auto eine Spritztour gestartet.
Sie endete mit einem schweren Unfall.

Ohne Licht und viel zu schnell sei der Junge am Samstagabend über eine Schnellstraße gefahren.
An einer Auffahrt habe er dann die Kontrolle verloren, sei in einen Lastwagenanhänger geprallt und mit seinem Wagen in die Leitplanke geschleudert, teilte die Polizei mit.

Andere Verkehrsteilnehmer halfen ihm, sich aus dem total demolierten Auto zu befreien.


 
Frau hortet Diebesgut im Wert von 10.000 Euro: Tatverdächtige in Haft !

Nürnberg - Einen Volltreffer haben die Beamten in Nürnberg gelandet, als sie die Wohnung einer 35-Jährigen durchsucht haben: Sie fanden rund 450 gestohlene Teile bei ihr.

Die Polizei hat in der Wohnung einer 35-Jährigen in Nürnberg etwa 450 gestohlene Kleidungs- und Schmuckstücke im Wert von mehr als 9000 Euro gefunden.
Nach Angaben der Polizei vom Sonntag war die Frau am Freitagmittag in einem Kaufhaus in der Nürnberger Innenstadt aufgefallen, weil sie Schuhe klauen wollte.
Bei der anschließenden Wohnungsdurchsuchung fand die Polizei weitere neuwertige Bekleidungsstücke.
Die 35-Jährige räumte schließlich weitere Diebstähle in den vergangenen Tagen ein.
Gegen die Tatverdächtige wurde ein Haftantrag gestellt.


 
Jeder neunte Berliner Jugendliche schafft die Schule nicht !

Die Zahlen sind alarmierend: 10,9 Prozent der Berliner Schüler schaffen keinen Schulabschluss.
In Mitte ist es sogar jeder Fünfte.

Berlin. Fast jeder neunte Berliner Jugendliche hat im Schuljahr 2014/2015 die Schule ohne Berufsbildungsreife, also ohne Hauptschulabschluss, verlassen.
Das geht aus einer Erhebung der Senatsbildungsverwaltung hervor.
Die Bilanz wird von Jahr zu Jahr schlechter: Für das vergangene Schuljahr lag die Quote bei 10,9 Prozent, im Unterrichtsjahr 2013/2014 hatten 9,2 Prozent ihre Schullaufbahn ohne Abschluss beendet.
Auch dieser Wert lag deutlich über dem der beiden Vorjahre mit 7,9 beziehungsweise 7,4 Prozent.
Bundesweit wird die Quote mit rund sechs Prozent angegeben, allerdings gibt es starke Unterschiede zwischen den Ländern.

Die Berliner Verwaltungsdaten zeigen erneut erhebliche Unterschiede zwischen den Bezirken auf.
In Mitte schaffte jeder fünfte Schulabgänger (20 Prozent) nicht die Berufsbildungsreife, in Neukölln jeder sechste (16 Prozent).
In Steglitz-Zehlendorf lag die Quote nur bei 5,6 Prozent, in Charlottenburg-Wilmersdorf bei 6,1 Prozent.
In allen Bezirken ist der Anteil der Jungen ohne Abschluss höher als der der Mädchen, berlinweit sind es 12,9 Prozent männliche und 8,8 Prozent weibliche Jugendliche.
Besonders groß sind die Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen in Mitte, Spandau und Neukölln.

Zudem werden große Differenzen bei den Ergebnissen der Jugendlichen deutscher und nicht deutscher Herkunftssprache deutlich.
7,4 Prozent der Jugendlichen deutscher Herkunftssprache verlassen die Schule ohne Hauptschulabschluss, aber 18,6 Prozent der Schüler nicht deutscher Herkunft.
Besonders auffällig sind diese Unterschiede in Steglitz-Zehlendorf, Charlottenburg-Wilmersdorf und insbesondere Pankow, wo das Verhältnis bei 5,7 zu 29 Prozent liegt.

"Die Entwicklung der Zahlen entsetzt mich"
Die Statistik der Bildungsverwaltung ist die Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des Neuköllner SPD-Abgeordneten Joschka Langenbrinck.
Sie wurde noch nicht vom Abgeordnetenhaus veröffentlicht, liegt der Berliner Morgenpost aber vor.
"Die Entwicklung der Zahlen entsetzt mich", sagte Langenbrinck.
Er forderte eine "Qualitätsoffensive in unseren Schulen".
Es sei notwendig, die Arbeitsbelastung der Lehrer zu senken, entweder durch kleinere Klassen oder eine Reduzierung der Unterrichtsstunden pro Lehrer.

Langenbrinck verteidigte das von der rot-schwarzen Koalition 2013 beschlossene Brennpunktschulprogramm, durch das Schulen mit hoher sozialer Belastung bis zu 100.000 Euro pro Jahr zusätzlich erhalten.
Es sei deutlich, dass es greife, für eine detaillierte Bewertung existiere es aber noch nicht lange genug.
Auch Katrin Schultze-Berndt, Vorsitzende des Arbeitskreises Bildung der CDU, sagte der Morgenpost, dass die Schulen besser mit Personal ausgestattet werden müssen.

Gestiegene Zahl von Schülern aus Flüchtlingsfamilien
Die Bildungsverwaltung zeigte sich mit der Entwicklung ebenfalls unzufrieden.
"Ein zentrales Ziel der Berliner Schulen ist und bleibt es, alle Schüler zu einem Schulabschluss zu führen.
Die Zahl der Schüler ohne Berufsbildungsreife im Schuljahr 2014/15 deutet darauf hin, dass wir dieser Herausforderung noch nicht umfassend gerecht werden", sagte Ilja Koschembar, Sprecher von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD).
Die erneute Steigerung der Schüler ohne Abschluss führte Koschembar auf die gestiegene Zahl von Schulabgängern aus Flüchtlingsfamilien zurück.
Diese würden aber nicht gesondert statistisch erfasst, sondern seien Teil der Absolventen nicht deutscher Herkunftssprache.

Frühkindliche Bildung stärken
Bildungsexperte Langenbrinck will deshalb vor allem die frühkindliche Bildung stärken.
Je länger ein Kind eine Kita besuche, desto weniger Sprachmängel weise es auf, sagte er der Berliner Morgenpost.
Werde es aber mit Sprachmängeln eingeschult, komme es im Unterricht nicht mit und schaffe häufig auch keinen Abschluss – ein Teufelskreis.
Die Qualität des Schulunterrichts müsse gesteigert werden, dazu seien mehr Lehrer notwendig.
"Da müssen wir mehr Geld in die Hand nehmen", lautet Langenbrincks Fazit.

Der SPD-Abgeordnete fordert auch finanzielle Zulagen für Lehrer an Brennpunktschulen und Erzieherinnen an Kitas in sozialen Problemkiezen, um junge, motivierte Kräfte in diese Stadtteile zu bekommen.
Darüber wolle er mit Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) sprechen.
"Wir müssen die Bildung gestalten, nicht verwalten", sagte Langenbrinck.
Notwendig sei zudem, den Ganztagsbetrieb zu stärken: "Die Hort-Bedarfsprüfung muss weg, alle Kinder sollen ohne Hürden gefördert werden."
Verpflichtende Ganztagsschulen seien der beste Motor für Integration und förderten die Kinder und Jugendlichen am besten.

Kathrin Schultze-Berndt, Vorsitzende des Arbeitskreises Bildung der CDU, forderte ebenfalls, dass die Schulen besser mit Personal ausgestattet werden.
"Die Lehrer sollten nur für den Unterricht und die pädagogische Arbeit da sein und sich nicht noch um andere Dinge kümmern müssen."
Schultze-Berndt stellte auch die vielen neuen Lernmethoden in Frage.
Gerade schwächere Schüler bräuchten klare Regeln und Strukturen.
Schon Grundschüler müssten oft selbst entscheiden, wie und was sie lernen wollen.
Das überfordere vor allem jene Schüler, die zu Hause nicht unterstützt werden.
"Schon in der Grundschule klappt es nicht mehr, die Kinder am unteren Rand mitzunehmen", sagte Schultze-Berndt.
Viele würden am Ende der Grundschulzeit weder richtig schreiben noch lesen können.
In der Oberschule kämen sie dann nicht mehr mit.
Die Entwicklung sei gefährlich und ein wesentlicher Grund dafür, dass immer mehr Kinder die Schule ohne Abschluss verlassen.

Schüler ändern sich nicht von heute auf morgen
Thomas Schumann, Schulleiter der Herbert-Hoover-Sekundarschule in Gesundbrunnen, sagte der Berliner Morgenpost, dass man mehr Geduld haben müsse.
"Es ist ein Irrglaube, dass sich an den Schulen schnell etwas ändert, wenn sie mehr Geld bekommen."
Die Schüler würden sich nicht von heute auf morgen ändern.
Als Beispiel führte Schumann den strengen Umgang mit Zuspätkommern an seiner Schule an.
"Wer zwei Minuten nach acht Uhr kommt, muss vor der Schule warten, und zwar bei jedem Wetter", sagte er.
Diese klare Regel würde trotzdem viele nicht davon abhalten, immer wieder zu spät zum Unterricht zu kommen.
"Das ist eine tiefverwurzelte Angewohnheit und hat oft damit zu tun, dass in der Familie außer den Jugendlichen niemand früh aufstehen muss."
Es nütze deshalb nur bedingt etwas, wenn Schulen mehr Lehrerstunden bekämen oder mehr Geld für Sozialarbeiter zur Verfügung hätten.
"Wichtig ist, dass sich auch die Strukturen in den Familien ändern", sagte Schumann.

Die GEW-Vorsitzende Doreen Siebernick sagte, dass es schwierig für die Integration sei, wenn insbesondere Jugendliche mit Migrationshintergrund oft keinen Schulabschluss bekämen.
Die Bildungsverwaltung müsse das Problem so schnell wie möglich lösen, auch wegen der vielen nach Berlin geflüchteten Kinder und Jugendlichen.
Diese Kindern müssten die Chance bekommen, einen Schulabschluss zu machen.
Die Bildungsverwaltung müsse prüfen, ob die teuren Sonderprogramme tatsächlich erfolgreich sind, forderte Siebernick.
Schulen in sozialen Brennpunkten brauchten mehr Unterstützung.
"Sonst werden sie noch weniger von bildungsbewussten Familien ausgewählt, und die sozialen Probleme sammeln sich dort."
Zeitlich begrenzte Bonusprogramme seien kein Ersatz für eine bessere Regelausstattung.

Die Bildungsverwaltung verwies darauf, dass auch Schüler ohne Abschluss eine Perspektive hätten und berufsqualifizierende Lehrgänge an Berufsschulen absolvieren könnten.
Zudem habe der Senat im vergangenen Jahr ein neues Landeskonzept für die Berufs- und Studienorientierung beschlossen.


 
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