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Sammelthema: Forschung und Wissenschaft [alle Bereiche.] !

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Behandlung von Hirnschäden: Forscher züchten Nervenzellen aus Haut !

US-Wissenschaftlern ist es gelungen, normale Hautzellen in spezielle Typen von Nervenzellen zu verwandeln.
Dadurch könnten auch künstliche Hirnzellen gezüchtet werden.
Die Forscher hoffen, so künftig Patienten mit zerstörten Hirnzellen behandeln zu können.

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Es ist möglich aus verschiedenen Hautzellen neue Typen von Nervenzellen zu bilden.
Das fanden Forscher heraus an der Washington University in St. Louis nach einem Bericht von iflscience.com .
Mit einem Mix wichtiger Stoffe, die im menschlichen Körper auftreten, gelang es, die Sorte Gehirnzellen herzustellen, die am meisten von der Erbkrankheit Chorea Huntington betroffen ist.
Die Forschungsergebnisse veröffentlichte das Team im Magazin Neuron.

Die Wissenschaftler hoffen so eine erfolgreiche Behandlung dieser tödlich verlaufenden Krankheit zu ermöglichen.
Bisher wurde jedoch nicht festgestellt, ob die Hirnzellen dem Krankheitsverlauf entgegenwirken können.
Bei Versuchen mit Mäusen konnten sie allerdings zeigen, dass die menschlichen Gehirnzellen funktionieren.
Diese gingen sogar Verbindungen mit den umliegenden Nervenzellen der Mäusegehirne ein und arbeiteten ähnlich.

Betroffene der Huntington-Krankheit leiden unter den Folgen der fortschreitenden Zerstörung des Striatums.
Dieser Teil des Gehirns ist für Muskelsteuerung und grundlegende mentale Funktionen wichtig.
Durch ein fehlerhaftes Eiweiß, das infolge eines Gendefekts auftritt, werden Gehirnzellen zerstört.
Die Krankheit führt durchschnittlich 15 Jahre nach den ersten Symptomen zum Tod.
Betroffene leiden zu Beginn an Muskelzuckungen und psychischer Verwirrung, im fortgeschrittenen Stadium an Bewegungsarmut, resultierend aus der Unfähigkeit, Muskeln zu steuern.

Derzeit gibt es keine Heilung für die Krankheit, allerdings könnte das Ersetzen der zerstörten Nervenzellen im Gehirn zu einer zukünftigen Behandlung gehören.
Vorerst muss allerdings sichergestellt werden, dass die Zellen nicht vom Körper des Patienten abgestoßen werden.
Das ist eines der Ziele, die die Wissenschaftler der Washington University noch erreichen möchten.
Bisher reicht ihr Wissen leider nur aus, um solche Zellen herzustellen.

Die Arbeit des Teams offenbarte die Möglichkeit, Hautzellen mithilfe von zwei RNA-Molekülen – RNA ist ähnlich DNA und übergibt ebenso Erbinformationen – in Nervenzellen zu verwandeln.
Diese sogenannten „microRNAs“ beherbergen DNA-Sequenzen, also Gene, die für die Zellidentität verantwortlich sind.
Den Zellen wird mit diesen Informationen quasi vorgegeben, welchem Zelltyp sie angehören, deshalb passen sie sich an.
Hierbei greifen spezielle Proteine, genannt Transkriptionsfaktoren, auf die RNA zu, aktivieren die Gene und führen so zur Entwicklung von Nervenzellen.

In den Versuchen wurde ein Gemisch aus RNA und Transkriptionsfaktoren den Hautzellen hinzugefügt und es entstanden Nervenzellen.
Durch die Verwendung anderer Transkriptionsfaktoren kann die Entwicklung unterschiedlicher Zelltypen erzielt werden.
Die Forscher der Washington University wählten solche Proteine, die auch in den Nervenzellen, der von Huntington betroffenen Gehirnregionen auftreten.
Diese Kombination aus Transkriptionsfaktoren resultierte direkt in der Entstehung der ganz speziellen Gehirnzellen.

Das Herstellungsverfahren hat klare Vorteile gegenüber dem Züchten von Nervenzellen aus Stammzellen: Einerseits können keine anderen Zellarten entstehen – es ist also leichter die gezüchteten Zellkulturen nutzbar zu machen.
Andererseits reichen Proben der Haut des Patienten aus. So kann zusätzlich das Risiko minimiert werden, dass der Körper die neuen Zellen nach der Injizierung abstößt.

Das Verfahren funktioniert, weil auch vollständig ausdifferenzierte – adulte – Hautzellen immer noch alle Erbinformationen in sich tragen.
Sie „wissen“ also auch was die Aufgabe einer Nervenzelle ist, wie sie funktioniert und woraus sie besteht.
Nur, dass diese Informationen ungenutzt in ihnen verstauben und erst von Proteinen abgerufen werden müssen.
Deshalb können die Forscher auch Hautzellen als Zellen im Gehirn nutzbar machen und müssen nicht – so wie der menschliche Körper – auf Stammzellen zugreifen.

An der Washington University in St. Louis demonstrierte das Team, dass die verwandelten Zellen mindestens sechs Monate überlebten und sich ähnlich wie die eigentlichen Nervenzellen verhielten, nachdem sie in die Gehirne von Mäusen gesetzt wurden.
„Diese transplantierten Zellen überlebten nicht nur im Mäusegehirn, sie zeigten sogar funktionierende Eigenschaften, ähnlich derer nativer Zellen“, so Dr. Andrew Yoo, assistierender Professor der Entwicklungsbiologie.

Um die Zelleigenschaften erkrankter Zellen zu untersuchen, möchten die Forscher nun Hautzellen von an Chorea-Huntington-Erkrankten nehmen und sie nach dem beschriebenen Verfahren verwandeln.
Außerdem planen sie umgewandelte menschliche Zellen in Mäuse mit einer Modellerkrankung einsetzen, um zu sehen, ob so die Symptome der Krankheit auf irgendeine Weise beeinflusst werden.


 
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Reparatur des Rückenmarks lässt Gelähmten wieder gehen !

Eine neue Behandlungsmethode macht es möglich, beschädigtes Rückenmark zu reparieren.
Der erste Patient kann dank der neuartigen Therapie bereits wieder gehen.
Er war nach einer Messerattacke seit zwei Jahren querschnittsgelähmt.


„Eindrucksvoller als die eines Mannes auf dem Mond“, beschreibt Professor Geoff Raisman des University College London die kleinen Schritte von Darek Fidyka.
Wenngleich dieser Gehhilfen benötigt, kann er nach einer Zelltransplantation in seine Wirbelsäule wieder laufen, berichtet iflscience.com.

Die neuartige Behandlung, veröffentlicht in Cell Transplantation, wurde vielfach diskutiert, bis sie drei Monate nach der Operation erstmals Wirkung zeigte.
Vor seiner OP hatte Darek Fidyka bereits zwei Jahre einer intensiven Physiotherapie hinter sich – jedoch erfolglos.
Sechs Monate später unternahm er seine ersten Gehversuche.

Fidyka, Feuerwehrmann in Polen, wurde 18 mal von einem alten Freund in den Rücken gestochen, wobei seine Wirbelsäule beschädigt wurde.
Der Täter habe gedacht, Fidyka habe schon während seiner Ehe eine Affäre mit seiner Ex-Frau gehabt.
Nachdem er von der Lähmung erfuhr, habe er sich selbst das Leben genommen, berichtet Dailymail.

Nach der Tat war Fidykas Rückenmark halb durchtrennt.
Glücklicherweise allerdings blieb seine Nase unverletzt, denn diese spielte bei seiner Behandlung unerwarteterweise eine große Rolle.
Die Mediziner brauchten nämlich eine große Menge an Gewebe aus der Nase, um das Rückenmark zu reparieren, weshalb sie Fidyka einen seiner zwei „Riechkolben“, auf Latein „Bulbus olfactorius“, entnahmen.

Man machte sich einen einfachen Umstand zu Nutze, nämlich jenen, dass in der Nase ein sehr hoher Verschleiß an Nervenzellen besteht.
Der Geruchsnerv wird quasi rund um die Uhr belastet.
Aufgrund des hohen Verschleißes wachsen in der Nase ständig neue Nervenzellen nach.
Die Nase ist der einzige Teil des Nervensystems, in dem Zellregeneration noch im Erwachsenenalter stattfindet.

Insbesondere die sogenannten Lemnozyten – eher bekannt als Schwann-Zellen – sind hierbei interessant.
Sie sind das Axon – der Teil der Nervenzelle, der ähnlich einem Kabel, Informationen an andere Zellen überträgt – und isolieren es elektrisch um die Leitgeschwindigkeit zu erhöhen.
Darüber hinaus bewirken sie eine Regeneration axonaler Verletzungen, das Nachwachsen dieser Axone.
Ähnliche Zellen des Zentralen Nervensystems, also Gehirn und Rückenmark, besitzen diese Fähigkeit nicht.

Dadurch findet im Zentralen Nervensystem nur bedingt Regeneration statt.
Den glücklichen Umstand, dass der Mensch überhaupt Lemnozyten besitzt, verdanken wir der Evolution.
Sie sorgen bei uns für schnellere Reaktionsgeschwindigkeiten, allerdings wurden auch einige Krankheiten des Nervensystems mit diesen Zellen in Verbindung gebracht.

Die Schwann-Zellen aus Fidykas Riechkolben kultivierte das Team unter der Leitung von Professor Geoff Raisman zwei Wochen lang, bis die Zellkultur für die Operation ausreichen würde.
Zuerst wurden vier Nervenstränge aus dem Knöchel an die Lücke im Rückenmark angebracht.
Daraufhin folgten 100 Mikroinjektionen mit Schwann-Zellen.
Die Mediziner hofften, dass die Schwann-Zellen helfen würden, neue Verbindungen zu schaffen und so das Rückenmark zum Zusammenwachsen zu bringen.
Die Nervenstränge sollten als Brücke dienen.

Ein Team des britischen Fernsehsenders BBC wurde nach der Behandlung eingeladen, um die Reaktion des Körpers zu dokumentieren.
Doch zuerst war keine Verbesserung erkennbar.
Erst drei Monate nach seiner Operation merkte Darek Fidyka, dass sein linker Oberschenkel an Muskelmasse zulegte.
In seinem Rückenmark war die linke Seite durchtrennt, diese ist auch für die Informationsübertragung auf der linken Körperhälfte zuständig.
Nun wuchs die Lücke allmählich zusammen.

Sechs Monate nach seiner Operation wurden Aufnahmen gemacht, die um die Welt gingen – Bilder von seinen ersten Gehversuchen mit Haltestangen und Physiotherapeut an seiner Seite.
Zwar ist die rechte Seite immer noch etwas schwächer, dennoch kann Fidyka mit einer Gehhilfe langsam wieder gehen – und sogar Blase, Darm und Geschlechtsteil nehmen langsam wieder ihre Funktionen auf.
Allerdings kostet ihn jede Bewegung große Anstrengung.

Wie Fidyka sich gegenüber BBC äußerte, sei wieder gehen zu können „ein unglaubliches Gefühl.“
Er fügte hinzu: „Wenn man fast die Hälfte seines Körpers nicht mehr spürt, ist man hilflos.
Aber wenn das Gefühl zurückkehrt, ist es als sei man neu geboren.“
Dr. Pawel Tabakow ist Neurochirurg des Universitätskrankenhauses in Wroclaw und leitet das polnische Team.
Er sagte: „Es ist unglaublich, dass die Regeneration des Rückenmarks, welche viele Jahre für unmöglich gehalten wurde, nun zur Wirklichkeit wird.“

Professor Raisman verbrachte bereits über 40 Jahre mit der Suche nach einer Möglichkeit, das Rückenmark zu reparieren.
Mit Tierversuchen zeigte er schon an Ratten und Hunden, dass sich eine Lähmung rückgängig machen lässt.


 
US-Investor will Lebenszeit der Menschen auf 150 Jahre erhöhen !

Zahlreiche Technologie-Milliardäre investieren ihr Vermögen in Forschungsprojekte, die den Tod und das Altern aufhalten sollen.

Biologen und IT-Experten entwickeln mithilfe von Gen-Datenbanken und Stammzellen Methoden, das menschliche Leben auf 150 Jahre auszudehnen.
Kritiker befürchten, die Milliardäre könnten künftig die Forschungsagenda bestimmen.


Der US-Investor Peter Thiel hat den Kampf der Menschheit gegen den Tod zum Ziel seiner wohltätigen Bemühungen erklärt.
Verschiedenste Wissenschaftler aus Bereichen von Molekularbiologie bis Computertheorie sollen im Auftrag des milliardenschweren PayPal Mitbegründers den Tod zumindest hinauszögern.
150 Jahre Lebensdauer seien demnach ein realistisches erstes Ziel.

Sein Forscher-Team besteht aus Experten verschiedenster Bereiche, die radikale neue Ansätze verfolgen und dafür von Thiel Schecks in Millionenhöhe bekommen, so ein Bericht der Washington Post.

Thiels Experten arbeiten einerseits an verschiedenen Möglichkeiten, Menschen zu reparieren.
Stammzellenforschung oder künstliche Haut gehört ebenso dazu wie Nanomedizin zur Krebsbekämpfung oder künstliche Organe als Ersatzteile.
Eine Frischblutkur soll ebenfalls erstaunliche Ergebnisse im Bereich Anti-Aging gezeigt haben, so ein kürzlich veröffentlichte Studie.

Anderer Ansätze fangen bereits bei den Genen an: Die Molekularbiologin Cynthia Kenyon hat etwa durch genetische Manipulation bereits erfolgreich die Lebensspanne von Würmern verdoppelt und wird ebenfalls von Thiel gefördert.

Doch Thiel setzt auch auf Ideen, die bisher in der Wissenschaft als Häresie galten.
So sei etwa der Upload des Hirns auf Mikro-Chips eine geeignete Möglichkeit, den Geist aus dem verfallenden Körper zu retten.
Die große Aufgabe der Moderne sei es laut Thiel, den Tod von einer Tatsache des Lebens in ein zu lösendes Problem zu verwandeln.

Dabei gehe es nicht nur um Medizin: Algorithmen könnten für jeder Person die gesündeste Lebensweise berechnen und so etwa ein angeborenes Krebs-Risiko minimieren.
Ähnlich wie Wettervorhersagen, die durch bessere Daten und mehr Rechenkapazität exakter werden, könnten Maschinen alle verfügbaren Informationen über eine Person und ihre die Umwelt miteinander in Zusammenhang setzen und so aus den gegenwärtigen Parametern eines Menschen Voraussagen über seine Zukunft treffen.

So fördert Thiel auch den Computertheroretiker De Grey, der das Ende des Alterns durch medizinischen Fortschritt vorausgesagt hat – berechnet durch intelligente Algorithmen.

Thiel ist bei seinem Projekt nicht allein: Google Gründer Page und Oracle Gründer Ellison sind ebenso dabei wie Facebook, eBay, Napster und Netscape-Gründer.
Nicht selten steht dahinter eine persönliche Betroffenheit der Milliardäre: Napster-Gründer Sean Parker leidet an Allergien und steckt Millionen in die Forschung gegen eben diese.
Googles Sergey Brin hat ein genetisch erhöhtes Risiko für Parkinson und finanziert Datenforschung für Genetik.
Oracle-Gründer Larry Ellison will gar seine persönliche Todes-Angst überwinden.
Er hat verkündet, für immer leben zu wollen und bereits 430 Millionen Dollar für ein Anti-Aging-Labor gespendet.
Er sagt: „Der Tod hat für mich noch nie Sinn gemacht.
Wie kann eine Person da sein und dann einfach verschwinden, einfach nicht mehr da sein?“
Und Google-Gründer Larry Page gründete gleich ein eigenes Anti-Aging-Forschungs-Center namens Calico – für 750 Millionen Dollar.

Die Technologie-Millionen sind dabei, die Tagesordnung der Wissenschaft neu zu schreiben.
Das führt dazu, dass sie zunehmend Richtung und das Tempo bestimmen: Einst wurde zwei Drittel der wissenschaftlichen und medizinischen Forschung von der Regierung finanziert, zum Gemeinwohl.
Inzwischen wird zu zwei Dritteln von der Privatwirtschaft finanziert, zu einem wachsenden Anteil von Milliardären, die niemandem Rechenschaft schuldig sind und wenig Geduld für langwierige Genehmigungsprozesse haben.

Ihr philantrophisches Hobby verstehen die Milliardäre als Wohltat: Den Tod zu überwinden diene schließlich dem Wohl der gesamten Menschheit.

Allerdings gibt es viele Kritiker, für die diese Art der Forschung lediglich dem Wohl der reichen Menschheit dient. Alterskrankheiten zu bekämpfen helfe Milliarden Menschen in Armut nicht, die wegen Hunger, Krieg und Infektionen nicht einmal das schon jetzt mögliche Höchst-Alter erreichen.
Bioethikerin Laurie Zoloth etwa sorgt sich, die Obsession der Milliardäre, länger zu leben würde eher durch Hybris als durch Wohltätigkeit motiviert.
Auch Bill Gates kritisiert den neuen Fokus: „Es scheint mit ziemlich egozentrisch wenn reiche Menschen Dinge finanzieren mit denen sie länger leben, wenn wir immernoch Malaria und Tuberkulose auf der Welt haben“, so Gates, der seine Spendentätigkeit eher auf die Reduzierung der Kindersterblichkeit in Entwicklungsländern lenkt.

Eine Dystopie lautet daher, dass die Projekte gegen den Tod eines Tages die ultimative Ungerechtigkeit schaffen: Dass der Unterschied zwischen Arm und Reich irgendwann auch den Unterschied zwischen Sterblich und Unsterblich bedeuten könnte.

Auch die gesellschaftlichen Konsequenzen ihres möglichen Erfolgs stehen in der Kritik.
Sechs Generationen einer Familie gleichzeitig brauchen Nahrung, Arbeit oder Renten – die Überforderung der sozialen Systeme durch die Überalterung ist programmiert.


 
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Militärische Forschung: Selbstlenkende Gewehrpatrone trifft immer ins Ziel !

Das US-Militär hat eine Gewehrkugel entwickelt, die während des Fluges ihre Flugbahn selbstständig anpassen kann um ein Ziel zu verfolgen und es zu treffen.

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Arlington County (U.S.A.). Das US-Militär bzw. die militärische Forschungseinrichtung Defense Advanced Research Projects Agency (DARPA) ist dafür bekannt, neue und innovative Technologien zu entwickeln.
Jetzt ist den Forschern ein Durchbruch bei einer neuartigen Gewehrpatrone gelungen, die ihr Ziel selbstständig verfolgen kann und dadurch immer trifft – sofern sich kein Hindernis zwischen Ziel und Patrone befindet.

Die DARPA forscht in vielen Bereichen.
So sind die letzten bekannten Forschungsobjekte beispielsweise eine GPS-Alternative, sich selbstzerstörende Computerchips oder militärische Roboter die Soldaten in besonders gefährlichen Situationen unterstützen sollen.

EXACTO - Extreme Accuracy Tasked Ordnance
Die neuartige Gewehrpatrone trägt den Namen EXACTO.
Die selbstlenkende Kaliber .50 BMG Patrone passt damit in das gleichnamige Scharfschützengewehr, welches ebenfalls die DARPA entwickelt hat.

Das Geschoss soll es Scharfschützen ermöglichen, selbst unter schwierigen Bedingungen (Staub, starker Wind, große Entfernungen, etc.) ihr Ziel mit Sicherheit zu treffen.
Aber selbst ungeübten Schützen haben bei zahlreichen Testversuchen bestens abgeschnitten: Jeder Schuss ein Treffer.


Wie die Patrone EXACTO allerdings genau funktioniert, bleibt ein Militärgeheimnis.
Fest steht bisher nur, dass die Patrone eine optische Echtzeit-Steuerungseinheit besitzt.
Diese ermöglicht es der Patrone die eigene Flugbahn permanent anzupassen.
Selbst bei unterschiedlich schnellen Bewegungen des Ziels ist die Patrone in der Lage dieses zielsicher zu treffen.

Erstmals berichtete die DARPA im Jahr 2014 von der neuartigen Gewehrkugel, die sich damals allerdings noch im Entwicklungsstadium befand.
Ob EXACTO bereits heute einsatzbereit ist oder immer noch in der Testphase, ist noch unklar.


 
Große Genanalyse: Immunsystem ändert sich mit der Jahreszeit !

Cambridge. Das menschliche Immunsystem passt sich wahrscheinlich den Jahreszeiten an.
Die Aktivität von fast einem Viertel der Gene verändere sich je nach Saison, berichten Forscher im Fachjournal "Nature Communications".

Dies biete eine mögliche Erklärung dafür, dass bestimmte Krankheiten im Winter häufiger oder schlimmer auftreten und Menschen in den Sommermonaten eher gesund bleiben.

Schon länger ist bekannt, dass Herz-Kreislauf- und Autoimmunerkrankungen wie Diabetes Typ 1 und Multiple Sklerose jahreszeitlich variieren, ebenso bestimmte psychische Krankheiten.
Auch verändert sich der Vitamin D-Haushalt des Körpers im Verlauf des Jahres.
Die Studie der Universität Cambridge legt nun nahe, dass all diese Veränderungen mit einem jahreszeitlich variablen Immunsystem zusammenhängen könnten.

Wie das Team um den Genetiker John Todd herausfand, sind 5136 von 22 822 untersuchten Genen im Sommer oder Winter aktiver.
Diese jahreszeitliche Abhängigkeit hat Auswirkungen auf die Zellen, die für die Immunabwehr zuständig sind sowie auf die Zusammensetzung unseres Blutes und des Fettgewebes.

Die Entdeckung wirke zwar auf den ersten Blick offensichtlich, erkläre sie doch, warum sich so viele körperliche und psychische Probleme im Winter verschlimmern, so Todd in einer Mitteilung zur Studie.
"Niemand hätte allerdings mit dem Ausmaß gerechnet, mit dem sich das Immunsystem verändert."
Die Ergebnisse könnten demnach die Therapien etwa zur Behandlung von Diabetes Typ 1 beeinflussen und sich auf die Planung künftiger Studien auswirken.

Die Forscher hatten Blut- und Fettgewebe-Proben von mehr als 16 000 Menschen aus Großbritannien, den USA, Island, Australien und Gambia untersucht.
Mit einer Vielzahl von Methoden analysierten sie die Aktivität ausgewählter Gene in bestimmten Zellen oder Geweben.

Die mehr als 5000 je nach Jahreszeit unterschiedlich aktiven Gene zeigten dabei gegensätzliche Muster - je nachdem, ob sie von Menschen aus der nördlichen oder der südlichen Hemisphäre stammten.
So enthielten etwa die Proben aus Gambia eine besonders hohe Zahl von Immunzellen im Blut, wenn sie in der Regenzeit (Juni bis Oktober) entnommen wurden.
Zu dieser Jahreszeit sind Infektionskrankheiten und dabei speziell jene, die durch Moskitos übertragen werden, in dem afrikanischen Land sehr verbreitet.

Besonders interessant für die Forscher war das Gen ARNTL, das - zumindest bei Mäusen - als Reaktion auf Infektionen Entzündungen unterdrückt.
Dieses war im Sommer aktiver als im Winter.
Wenn ARNTL beim Menschen auf ähnliche Weise wirke, könne eine gezielte Unterstützung dieser genetischen Funktion im Winter dazu beitragen, eine ganze Reihe von Krankheiten effektiver zu behandeln, schließen die Forscher.
Sie fanden auch, dass Gene, die für die individuelle Reaktion auf Impfungen verantwortlich sind, im Winter aktiver sind als im Sommer.
Demnach wären einige Impfprogramme im Winter effektiver, so die Forscher.
Das Immunsystem sei dann bereits "vorbereitet" und reagiere besser.

Unklar ist noch, wie das Zusammenspiel von Jahreszeit und Immunsystem genau funktioniert.
Tageslicht und Umgebungstemperatur könnten entscheidende Faktoren sein, vermuten die Forscher.
Für den britischen Immunbiologen Mike Turner ist vor allem eine Erkenntnis bedeutsam: "Ein mögliches Ergebnis ist, dass die Behandlung bestimmter Krankheiten effektiver werden könnte, wenn sie auf die Jahreszeiten abgestimmt wird".


 
Verblüffendes Video: Warum Sie dieses Rad nicht fahren können !

Fahrradfahren ist ziemlich einfach.
Das dachte auch der Amerikaner Destin Sandlin.
Doch er benutzte ein Rad, das an einer Stelle verändert wurde.
Wie Sandlin die Aufgabe löste, ist faszinierend.

Wissen ist nicht verstehen.
Diese Erkenntnis gewann Destin Sandlin, als es ihn beinahe vom Fahrrad warf.
Der Ingenieur, der mit "Smarter Every Day" seine eigene Wissensshow auf YouTube hat, war frustriert.
Seine Freunde hatten ein Fahrrad nur ein wenig umgebaut und ihn damit sprichwörtlich aus der Bahn geworfen.

Wer Fahrradfahren kann, weiß, dass man nach links oder rechts fährt, wenn man den Lenker in die entsprechende Richtung dreht.
Einmal gelernt, beherrscht jeder dieses Prinzip beinahe im Schlaf und verlernt es auch so schnell nicht wieder.
Für Sandlin wurde das zum Problem.
Er musste sich nun auf einem Rad halten, bei dem die Lenkung in entgegengesetzter Richtung funktionierte.

Obwohl Sandlin wusste, dass er den Lenker, um nach links zu fahren, nach rechts drehen musste, bekam er es nicht hin.
Nicht weil er unkoordiniert war, sondern, weil der Algorithmus in seinem Gehirn es verhinderte.
Dieser ließ sich nicht so schnell umprogrammieren.
"Ihr könnt dieses Rad nicht fahren", behauptet der Ingenieur in seinem Video und zeigt, wie Studenten in verschiedenen Gast-Vorlesungen alle an der Herausforderung scheitern.

Sandlins Sohn schneller erfolgreich
Ganze acht Monate dauerte es, bis sich Sandlin an die neue Fahrweise gewöhnt hatte.
"An einem Tag konnte ich es nicht und am nächsten Tag hat es auf einmal geklappt", sagte er.
Wirklich verblüffend war jedoch sein Sohn: Dieser meisterte die Aufgabe in nur zwei Wochen.
Der Grund: eine höhere "neuronale Plastizität".
Die Gehirne von Kindern können können sich schneller an neue Aufgaben anpassen.
Dinge können so schneller gelernt werden - zum Beispiel eine neue Sprache.

Sandlins Experiment endet mit dem Versuch, wieder ein reguläres Rad zu fahren.
Auch dabei scheiterte er zunächst.
Er hatte tatsächlich verlernt, Fahrrad zu fahren - wenn auch nur mit größter Mühe.


 
Kampf gegen Demenz: Experten testen Impfung gegen Alzheimer !

München - Der Albtraum quält 1,5 Millionen Deutsche. Sie gelten als dement – sozusagen ein Sammelbegriff für verschiedene Krankheitsbilder, die mit dem Verlust der geistigen Fähigkeiten einhergehen.
Wissenschaftler haben nun aber große Fortschritte gemacht.

Die häufigste Unterart heißt Alzheimer: Etwa 60 Prozent aller Dementen leiden an dieser Volkskrankheit, die der Münchner Arzt Dr. Alois Alzheimer bereits 1901 entdeckte.
Im Kampf gegen diesen schleichenden Sterbeprozess des Gehirns haben die Wissenschaftler große Fortschritte gemacht. Professor Dr. Christian Haass vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) bringt es auf den neuesten Stand.

Diagnose: Bei Alzheimer bilden sich Eiweißablagerungen im Gehirn.
Diese sogenannten Amyloid-Plaques wirken wie ein Gift und lassen umliegende Nervenzellen sterben.
„Inzwischen können Spezialisten die Ablagerungen sehr gut sichtbar machen.
Das gelingt ihnen mit Hilfe eines modernen Bildgebungsverfahrens namens Amyloid-PET“, erklärt Professor Haass.

Dabei handelt es sich – vereinfacht ausgedrückt – um eine Untersuchung in der Röhre, die Laien an eine Magnetresonanztomografie (MRT, Kernspin) erinnert.
Vor dieser Untersuchung wird dem Patienten ein harmloser radioaktiver Stoff gespritzt, der die Plaques später auf den Computer-Bildern rot einfärbt.
So kann man beispielsweise ermitteln, ob eine beginnende Alzheimer-Erkrankung vorliegt oder deren Verlauf beobachten.
„Das Amyloid-PET-Verfahren wird bereits in beiden Münchner Uniklinken eingesetzt – derzeit allerdings noch zu Forschungszwecken.“
Es könnte in naher Zukunft auch Patienten zur Verfügung stehen – wann genau, vermag Professor Haass jedoch nicht vorherzusagen.

Vielversprechende Substanzen werden erprobt
Behandlung: „Es gibt zwar im Moment kein Medikament, das Alzheimer heilen könnte, aber es werden bereits vielversprechende Substanzen erprobt“, erläutert Professor Haass.
So werde auf internationaler Ebene in klinischen Studien eine Impfung gegen Plaques getestet – an Patienten mit genetisch vererbter Alzheimer-Erkrankung.
Sie machen zwar weniger als zehn Prozent aller Betroffenen aus, rund 90 Prozent aller Alzheimer-Fälle treten „sporadisch“ auf, wie die Wissenschaftler sagen, also willkürlich im Laufe des Alterungsprozesses.
Aber die Patienten mit genetischer Veranlagung eignen sich sehr gut als klinische Testpersonen, weil man sicher weiß, wann erste Symptome auftreten.

Dies soll die Impfung verhindern.
„Dabei werden dem Patienten künstlich hergestellte Antikörper gegen die Plaques gespritzt“, erläutert Professor Haass.
„Erst im April wurden die Ergebnisse einer entsprechenden amerikanischen Studie vorgestellt.
Sie waren vielversprechend.
Allerdings muss man einschränken, dass die Studie nur über ein Jahr lief“, so der Großhaderner Experte weiter.
„Die Crux ist immer, dass bei einer neuen Therapie Nebenwirkungen auftreten können.
Das lässt sich aber oft erst nach einigen Jahren sicher beurteilen.
Auch im Falle der Impfung ist es zu früh, die Erfolgschancen beurteilen zu können.
Da warne ich – wie bei allen erhofften Alzheimer-Medikamenten – vor übertrieben Erwartungen.
Ein Zeitpunkt, wann uns ein Mittel zur Verfügung steht, lässt sich derzeit nicht seriös vorhersagen.“


 
So wirkt Cannabis: Kiffende Jungs bleiben später viel kleiner !

n Deutschland wächst der Druck Cannabis zu legalisieren.
Doch Kiffen kann dramatische Folgen haben, wie ein Bericht jetzt zeigt.
Es bremst das Wachstum enorm.

Wie heftig sich Cannabis-Konsum auf den Körper auswirkt, berichtet Bild.de.
Demnach hemmt das Rauschmittel aus der Hanfpflanze, laut einer aktuellen Studie, das Wachstum.
So waren Jungen, die vor dem Einsetzen ihrer Pubertät kifften, als Erwachsene später im Schnitt zehn Zentimeter kleiner als ihre abstinenten Altersgenossen.

Ein Forscherteam um Dr. Syed Shakeel Raza Rizvi von der PMAS-Arid Agriculture University Rawalpindi in Pakistan, so Bild.de, hat im Rahmen dieser Studie rund 450 Jungen untersucht.
Von den Probanden kifften 217 regelmäßig.

Im Fokus der Wissenschaftler standen Hormone, die für Wachstum und Pubertät maßgeblich sind.
Bei den Kiffern waren Hormone, die die Spermienreifung anregen erhöht.
Dagegen waren die Wachstumshormone stark abgesunken.

Die Folgen des veränderten Hormonlevels zeigten sich bei den Studienteilnehmern im Alter von 20 Jahren: Die Cannabis-Konsumenten waren, demnach im Schnitt gut zehn Zentimeter kleiner.

Cannabis zählt hierzulande zu den eher harmlosen Drogen.
Die gesundheitlichen Folgen des Cannabiskonsums sind bislang noch nicht hinreichend geklärt.

Infos zu Cannabis
Die Pflanze Cannabis enthält verschiedene psychoaktive Inhaltsstoffe.
Der Hauptwirkstoff ist das Tetrahydrocannabinol (THC).
Nur die weibliche Form der Gattung "Cannabis sativa" enthält genügend THC, um einen Rausch zu erzeugen.

Cannabis wird meist in Form von Marihuana oder Haschisch konsumiert.
Besonders häufig ist Kiffen - das Rauchen von Joints.
Dabei wird das zerbröselte Haschisch oder Marihuana mit Tabak vermischt und zu einer Zigarette gedreht.
Cannabisprodukte werden auch zu Keksen verbacken und können dann gegessen werden.

Cannabis ist in Deutschland illegal.
Der Besitz, Handel und Anbau von Cannabis ist verboten.

Vor allem bei Jugendlichen wirkt sich regelmäßiges Kiffen negativ auf die Gehirnentwicklung aus.
Einen Selbsttest für Kiffer gibt es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf .


 
Forscher: Wann das Wetter besonders tödlich ist !

Kälte oder Hitze ?

Erst warm, dann bitterkalt - ob extreme Temperaturen gefährlich für die Gesundheit sind, haben nun Forscher untersucht.
Das Ergebnis gibt nun Experten zu denken.

Kaltes Wetter führt Forschern zufolge zu 20-mal mehr Todesfällen als heißere Phasen.
Dabei sind überraschenderweise nicht extreme Hitze- oder Kältewellen für besonders viele Tote verantwortlich, wie es in einer im britischen Fachmagazin "The Lancet" veröffentlichten Studie heißt.
Vielmehr führen moderate Temperaturausschläge nach oben oder nach unten zu den meisten vorzeitigen Todesfällen.

Für die Studie haben Wissenschaftler 74 Millionen Todesfällen zwischen 1985 und 2012 an 387 Orten in 13 Ländern untersucht.
Daten aus Deutschland wurden dabei aber nicht ausgewertet.
Europa war jedoch mit Italien, Spanien, Schweden und Großbritannien vertreten.

Für jedes Land verglichen die Forscher Angaben zu Temperaturen und berücksichtigten dabei auch Luftfeuchtigkeit und Luftverschmutzung sowie durchschnittliche Sterberaten.

Nicht optimale Temperaturen
Der Studie zufolge standen 7,7 Prozent der Todesfälle in Verbindung mit "nicht optimalen Temperaturen".
Die optimale Temperatur war dabei diejenige, bei der die Sterberate jeweils am niedrigsten lag.

7,3 Prozent der Todesfälle hingen mit niedrigen Temperaturen zusammen, nur 0,4 Prozent mit erhöhten Temperaturen.
Extreme Temperaturen waren demnach bei nicht einmal einem Prozent der untersuchten Todesfälle ursächlich.

Extreme Hitzewellen
"Es wird oft angenommen, dass extremes Wetter zur Mehrzahl der Toten führt, die Forschung konzentrierte sich deshalb bislang vor allem auf extreme Hitzewellen", erklärte Studienleiter Antonio Gasparrini von der Londoner Hochschule für Hygiene und Tropenmedizin.
"Unsere Ergebnisse beruhen auf der Analyse des größten Datensatzes zu Todesfällen, die in Verbindung zur Temperatur stehen.
Sie zeigt, dass die meisten dieser Todesfälle sich an moderat heißen oder kalten Tagen ereignen, wobei die meisten Todesfälle durch moderat kalte Temperaturen verursacht werden."

Hitze und Kälte werden mit erhöhten Todeszahlen in Folge von Herzkreislauf-Problemen in Verbindung gebracht.
Kälte erhöht zudem das Risiko von Atemwegsproblemen.
Am gefährdetsten sind ältere Menschen oder chronisch Kranke.

Kritik an der Studie
Forscher aus China bezweifeln die Aussagekraft der Studie, wie die Ärztezeitung.de berichtet.
Demnach wären wichtige Faktoren - Alter, Gesundheitszustand, Armut oder Luftverschmutzung - für die Analyse der Todesursachen nicht berücksichtigt worden.


 
Reine Kopfsache: Chirurg plant erste Kopf-Transplantation !

Ein italienischer Chirurg will erstmals einen ganzen Schädel transplantieren.
In wenigen Tagen wird er das umstrittene Projekt offiziell vorstellen

Turin - Den Kopf eines Kranken abtrennen und auf einen gesunden Körper setzen: Was nach Dr. Frankenstein klingt, soll nach dem Willen des italienischen Neurochirurgen Sergio Canavero schon im Jahr 2017 Realität werden.
Der Turiner Arzt hat angekündigt, erstmals einen menschlichen Kopf transplantieren zu wollen – ein bislang einzigartiges Vorhaben.
Im Juni soll das Projekt bei einer Fachkonferenz in den USA vorgestellt werden.
„Ich denke, wir sind jetzt an dem Punkt, dass alle technischen Aspekte machbar sind“, sagte Canavero dem Magazin „New Scientist“.

30 Jahre lang beschäftigt er sich schon mit einem solchen Eingriff.
Bis zu seinem Vortrag ist er nun untergetaucht, denn die Diskussion und Kritik ist groß.

Wie der Eingriff ablaufen soll: Canavero will vor der OP, an der Hunderte Ärzte beteiligt sind, zunächst die Körper des hirntoten Spenders und des Empfängers herunterkühlen, damit die Zellen lange ohne Sauerstoff überleben können.
Dann sei es entscheidend, das Rückenmark sauber zu trennen.

Die größte Schwierigkeit: Die Verbindung zwischen Kopf und Rückenmark gilt als schwierigste Hürde.
„Wenn ich Rückenmark vom Kopf abtrenne, ist das hin, und zwar ein für alle Mal“, sagt Professor Veit Braun, Chefarzt der Neurochirurgie am Diakonie-Klinikum Siegen.
„Das wird nicht funktionieren.“
Im besten Fall habe man einen Patienten mit funktionierendem Gehirn, der keine Kontrolle über den Körper habe.

Die Kritik an der Kopf-OP: Experten halten die Pläne für unethisch und nicht umsetzbar.
„Das ist unmöglich.
Das ist spekulativ, und da zeichnet sich auch nichts am weitesten Horizont ab“, sagt Professor Edgar Biemer, der in Deutschland an einer spektakulären Armtransplantation beteiligt war.

Tier-Experimente: Es gab bereits mehrere ähnliche Versuche an Tieren, die jedoch nie länger als einige Tage überlebten.
Dem Chinesen Ren Xiaoping war es 2013 gelungen, einen Mäusekopf zu transplantieren.
Das Experiment von Canavero baut auf seinen Grundlagen auf.

Der Versuchspatient: Der 30 Jahre alte russische Programmierer Waleri Spiridonow will seinen Kopf auf einen gesunden Spenderkörper übertragen lassen.
Er sitzt im Rollstuhl, hat schwere körperliche Verformungen.
„Ich weiß, dass ich sterben kann.
Aber ich mache keinen Rückzieher mehr“, sagt Spiridonow.
„Ich brauche einen neuen Körper.“
Er leidet seit seiner Kindheit unter der Krankheit Morbus Werdnig-Hoffmann, die durch den Schwund von Muskeln, Gewebe und Organen nach seinen Angaben längst zum Tod hätte führen können.

Die Zeit nach der Operation: Der Patient soll etwa drei bis vier Wochen im Koma bleiben.
Wacht er auf, soll er sprechen und nach einem Jahr Physiotherapie laufen können.
Der Eingriff soll 36 Stunden dauern und zehn Millionen Euro kosten.


 
Sind wir viel älter, als gedacht? Neuer Urahn des Menschen entdeckt !

Cleveland – Woher kommen wir?
Das fragten sich auch Yohannes Haile-Selassie und sein Team von der Case Western Reserve University in Cleveland.
Sie untersuchten Knochenfunde aus Äthiopien.
Teile aus einem Gebiss, die die Menschheitswerdung in einem neuen Licht erscheinen lassen.

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„Seit einigen Jahren gibt es Hinweise, dass es nicht nur die eine Art gibt, von der wir Menschen abstammen“, sagt Bärbel Auffermann, stellvertretende Direktorin am Neanderthal-Museum in Mettmann.
Die Knochen aus Äthiopien unterstützen diese Annahme.

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Haben die Forscher recht, wäre die althergebrachte Vorstellung von der Entwicklung des Menschen über den Haufen geworfen.
Neben Urmutter Lucy und ihren Verwandten, die vor vier bis zwei Millionen Jahren lebten, gab es offenbar weitere Arten.
Wie Lucy ähnlich weit entwickelt.
„Lucy war nur eine von vielen“, sagt Auffermann, „es gab offenbar mehrere Arten von Vormenschen gleichzeitig.“

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Die Studie beschreibt eine vierte Art, die im Pliozän (vor 5 bis 2,5 Mio Jahren) lebte.
Australopithecus deyiremeda taufte Studienleiter Haile-Selassie die neue Art, die zwischen Äthiopien, Tschad und Kenia gelebt haben soll.
Ein weiterer Mosaikstein im Rätsel der Menschheitswerdung – die komplexer ist als gedacht.
Wissenschaftler gehen daher nicht mehr von einem einzigen Stammbaum aus.
„Es ist wie ein verzweigter Stammbusch, bei dem auch an der Basis viel los ist“, so Expertin Auffermann.
Statt wie bei einem Baum mit geradem Stamm verlief die Entwicklung vor sechs bis drei Millionen Jahren so verästelt wie bei einem Strauch.

Um jedoch die Wurzeln zu finden, muss man noch weiter zurückgehen.
Denn, auch das entdeckten die Forscher: Das Gebiss der vier Vormenschen-Arten ist ähnlich.
Es muss also noch ältere gemeinsame Vorfahren geben.


 
Forscher finden Dino-Blutzellen: Jurassic World - Wird der Albtraum Wirklichkeit ?

London – Seit dieser Woche gruseln sich Zuschauer wieder in den Kino-Sesseln, wenn gewaltige Dinosaurier mit messerscharfen Zähnen Jagd auf Menschen machen.
Die Klon-Welt von „Jurassic World“ – zum Fürchten.

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Kann dieser Albtraum wahr werden, gibt es bald Dino-Klone auch in Wirklichkeit?
Wissenschaftlern könnte jetzt ein wichtiger Schritt in diese Richtung gelungen sein.

Britische Forscher entdeckten in 75 Millionen Jahre alten Überresten eines Dinosauriers aus der Kreidezeit Strukturen, bei denen es sich um rote Blutzellen und Kollagenfasern handeln soll.
Das berichten die Forscher um Sergio Bertazzo und Susannah Maidment vom Imperial College in London im Fachjournal „Nature Communications“.

Die Rippen, Hüft- und Beinknochen wurden vor etwa zehn Jahren in Kanada ausgegraben und lagerten seither in der Sternberg and Cutler Collection des Londoner Natural History Museum.
Der Konservierungsgrad der Fossilien war zudem sehr schlecht.
Es ließ sich nicht mal mehr feststellen, zu welcher Spezies die Knochen einst gehörten.

Für die Forscher erwies sich eine Klaue dennoch als besonders ergiebig.
Unterm Elektronenmikroskop wurden eiförmige Strukturen mit einem dichteren Kern sichtbar.
Diese ähneln verblüffend denen roter Blutkörperchen heute lebender Emus, flugunfähigen australischen Laufvögeln.
Außerdem wurden stäbchenartige Strukturen entdeckt, die auffallend dem Kollagengewebe heutiger Vögel gleichen.

Was die Entdeckung besonders wertvoll macht, ist die Tatsache, dass man bisher davon ausging, dass Proteine nach längstens vier Millionen Jahren zur Unkenntlichkeit zerfallen sind.

Sergio Bertazzo: „Wir müssen noch weiter forschen, was wir da in den alten Knochen sichtbar gemacht haben.
Aber wenn sich die Ergebnisse erhärten, könnten wir letztlich mehr darüber erfahren, wie diese Tiere einst lebten und sich entwickelt haben.“

Vielleicht ist „Jurassic World“ näher als bisher gedacht.
Wenn nicht – dann haben zumindest Hollywood-Regisseure jetzt neue Nahrung für ihre Fantasie.


 
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