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MH17-Bilder: Experte hat starke Zweifel an Bellingcat

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MH17-Absturz: Fälschte Russland Satellitenbilder?

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Anhand von Satellitenbildern will der Kreml beweisen, dass die ukrainische Regierung den Abschuss der MH17 zu verantworten hat. Doch die Fotos sind offenbar manipuliert worden.

298 Menschen starben am 17. Juli 2014 beim Abschuss des Malaysia-Airlines-Fluges MH17. Schon vier Tage später legte das russische Verteidigungsministerium angebliche Beweise vor. Die Satellitenbilder sollen zeigen, dass sich zwei selbst fahrende Buk-Raketenwerfer und ein weiteres Militärfahrzeug der ukrainischen Armee in Abschussnähe der MH17 aufgehalten haben. "Diese Komplexe sind in der Lage, Ziele auf Entfernungen bis zu 35 Kilometern und in Höhen bis zu 22 Kilometern zu bekämpfen", sagte ein Sprecher des russischen Generalstabs auf der Pressekonferenz im Juli 2014.

Der Kreml wies damit der ukrainischen Regierung die Schuld zu. Doch mindestens zwei der Bilder waren offenbar gefälscht. Zu diesem Urteil kommt ein Untersuchungsbericht der unabhängigen Investigativplattform Bellingcat. Darin heißt es: "Die forensische Analyse des Bellingcat-Untersuchungsteams hat eindeutig und unzweifelhaft nachgewiesen, dass diese Satellitenfotos falsch datiert und durch die Software Adobe Photoshop CSS digital verändert wurde."

Die Experten des Rechercheblogs erklären in ihrem Bericht: Die Satellitenbilder stammten vom Juni 2014. Das hätten Vergleiche mit bei Google Earth öffentlich zugänglichen Satellitenbildern des gleichen Zeitraums ergeben. Die Aufnahmen, die der Kreml im Juli 2014 vorlegte, wurden offensichtlich jedoch nicht nur umdatiert. Den Experten zufolge hat das russische Verteidigungsministerium sie auch mit einem Bildbearbeitungsprogramm manipuliert.

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Falsche Wolken

Dem Bericht zufolge wurden auf einem Foto im linken und rechten Bildbereich mit hoher Wahrscheinlichkeit Wolken hinzugefügt. "Dadurch wurden weitere Details zum Vergleich mit anderen Bildern verdeckt." Die Buk-Raketenwerfer seien auf einem Bild entfernt und auf einem anderen hinzugefügt worden.

So stießen die Blogger auf die Fälschung: Bei jpeg-Bildern sollte das gesamte Foto etwa auf dem gleichen Fehlerniveau sein. Weist ein Abschnitt des Bildes ein signifikant abweichendes Fehlerniveau auf, wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Veränderung vorgenommen. "Nach der Bearbeitung wurde das Bild auf eine Auflösung von 900x600 verkleinert und mit einer Kompressionsqualität von 75 Prozent als neues Bild gespeichert", heißt es im Bericht.

Bellingcat ist ein Projekt des Bloggers Eliot Higgins. Der Brite begann vor drei Jahren, Bilder und Videos aus dem Syrienkrieg systematisch auszuwerten. Higgins war arbeitslos und fügte in seiner Freizeit öffentliche Informationen zusammen. Er klärte Giftgaseinsätze auf und fand deutsche Waffen in den Händen der Rebellen. Mittlerweile beschäftigt sich sein Rechercheblog auch mit den Vorgängen in der Ukraine.

 
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Die britische Plattform Bellingcat hat Beweise vorgelegt, nach denen Russland Satellitenfotos gefälscht hat, um der Ukraine die Schuld am Abschuss des Fluges MH17 zuzuschieben. Bellingcats Beweise seien nur Kaffeesatzleserei, sagt ein Experte.

Der Bildforensiker Jens Kriese hat Berichte kritisiert, nach denen die Rechercheplattform Bellingcat beweisen konnte, dass Russland Satelliten-Aufnahmen zum MG17-Abschuss gefälscht hat. Diese Berichte seien eine Fehlinterpretation gewesen, sagte Kriese Spiegel Online.

Die von Russland veröffentlichten Bilder seien nicht die originalen Satellitenaufnahmen gewesen, sondern zu Präsentationszwecken aufbereitet worden, so Kriese. Der Hinweis, dass die Bilder mit Photoshop bearbeitet wurden, beweise nichts. "Mit irgendeinem Programm mussten die Russen das Satellitenbild ja für die Präsentation bearbeiten." Bellingcat betreibe "Kaffeesatzleserei".

Grundsätzlich sei es sehr schwer, Satellitenaufnahmen auf Manipulationen hin zu überprüfen. "Im Idealfall bedarf es des Originaldokuments, der Satellitenaufnahme selbst oder sogar der Rohdaten. Die haben die Russen."

Krieses Fazit: Man könne nicht wissen, ob die Bilder das zeigen, was die russische Regierung behauptet. Zugleich wies der Experte darauf hin, dass niemand so fahrlässig wäre, ausgerechnet Photoshop für eine Fälschung zu nutzen. "Da gibt es ganz andere Varianten. Ich denke, die Nachrichtendienste kennen davon einige."

Die Passagiermaschine mit der Flugnummer MH17 war am 17. Juli 2014 über der Ostukraine abgeschossen worden, vermutlich von einer Boden-Luft-Rakete. Dabei kamen 298 Menschen ums Leben. Russland und die Ukraine machen sich gegenseitig für den Abschuss verantwortlich.

 
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