Irina Lange - Nichts trennt uns ganz
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Silke Sasse ist gerade dreißig Jahre alt geworden, als ihr das bis dahin fast perfekte Leben um die Ohren fliegt. Als sie früher von einer Geschäftsreise nach Hause kommt, erwischt sie ihren Lebensgefährten mit ihrer besten Freundin in flagranti in der eigenen Wohnung. Sie beschließt, die beiden Verräter zu töten.
Zunächst einmal flüchtet sie sich zu ihrer Mutter, die seit Jahren als eine Art moderne Hexe allerlei „Unsinn“ veranstaltet. Zur Ruhe kommt sie dort jedoch nicht, da die Hexen fleißig morden. Das nächste Jahr verbringt sie in Paris, wo sie mehr oder weniger erfolgreich versucht, sich beruflich und privat ein neues Leben aufzubauen. Mord und Mordgedanken sind ein ganzes Jahr lang ihre festen Begleiter.
Das vorliegende Buch ist kein Kriminalroman im eigentlichen Sinne. Es ist erst recht kein Thriller. Es ist manchmal tragisch/traurig und manchmal heiter/komisch. Es geht um Verrat, Betrug, Enttäuschung und ja – auch um Mord – vor allem aber geht es um die Liebe.
Leseprobe
…….. „Es stimmt trotzdem nicht.“ Ich weiß nicht, warum ich nicht einfach den Mund halte. Vermutlich macht es sowieso keinen Unterschied, ob es nun sieben oder acht Frauen waren. Genau das ist aber der Punkt, um den es mir persönlich geht, wird mir nun klar. Es handelt sich um das angebliche Gespenst. Deshalb behaupten sie, es wären nur sieben statt acht gewesen. Ich sehe meine Mutter fragend an, doch die wischt völlig ungerührt die Arbeitsplatte in ihrer Küche ab. Vielleicht hätten die beiden Superhirne mal die Gedecke nachzählen sollen, die meine Mutter vor ihren Augen in die Spülmaschine gepackt hat - oder die Gläser. Wir haben alle Wein getrunken, also müssten es zehn Weingläser sein. Natürlich weiß ich nicht, ob meine Mutter nicht bereits vorher ein Gedeck und ein Glas per Hand gespült und weggestellt hat. Nachgezählt habe ich schließlich auch nicht. Aber letztlich wird es ja völlig egal sein, ob es nun sieben oder acht Frauen waren, sieben hätten auch ausgereicht, den Kommissar die Klippen hinab zu stoßen.
Ich sehe den beiden Beamten an, dass sie keine Lust haben, mit mir weiterhin über die Anzahl der Gäste zu streiten. Für mich ist dieser Punkt jedoch wichtig. Ich schaue sie herausfordernd an, so dass ihnen nichts anderes übrig bleibt, als mit mir die Namen der einzelnen Person durchzugehen. Mir fallen die Namen gar nicht so schnell ein, aber die beiden freundlichen Polizisten helfen mir bei der Aufzählung, so dass ich nur nicken muss. Wie ich erwartet habe, wird das Gespenst nicht erwähnt.
„Und Frau Dr. Grünwald“, ergänze ich triumphierend. Die beiden jungen Männer sehen mich verwirrt an, meine Mutter putzt weiter ihre Küche.
„Wer soll das sein?“, fragt mich der jüngere der beiden, Frederic Johannsen, der Sohn von Maria Johannsen, die gestern Abend auch unter den Anwesenden war.
„Was ist das denn für eine dumme Frage?“, denke ich, sage aber lediglich, „die achte Dame“, und merke selbst, dass das etwas zu trotzig klingt. Meine Mutter sieht mich belustigt an.
„Von einer Frau Dr. Grünwald hat meine Mutter mir nichts erzählt.“ Frederic Johannsen klingt jetzt ebenfalls trotzig, stelle ich mit Genugtuung fest.
„Kann sie auch nicht“, schaltet sich jetzt meine Mutter ein. Ich schaue sie empört an. Schließlich haben Frau Dr. Grünwald und Frau Johannsen letzte Nacht direkt nebeneinander gesessen und sich lange ausgiebig unterhalten. „Sie war auch nicht da. Sagen wir es einmal so, sie war nicht physisch anwesend, das wäre ja auch etwas komisch gewesen, schließlich ist sie seit vielen Jahren tot. Sie war aber lange Gegenstand unserer Unterhaltung. Wir haben heute Nacht viel über sie gesprochen, über sie und die Umstände ihres Todes damals. Ich sagte euch ja bereits“, erst jetzt fällt mir auf, dass die drei sich duzen, „dass meine Tochter zur Zeit ziemlich im Stress ist. Außerdem hat sie eine leichte Grippe und gestern einige Medikamente eingenommen, die sich wohl mit dem Alkohol nicht so gut vertragen haben.“ Sie wendet si
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