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Intel Skylake: Scythe warnt vor Schäden und rüstet Kühler um !

collombo

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Intel Skylake: Scythe warnt vor Schäden und rüstet Kühler um !

Scythe verschickt einen neuen Schraubensatz für CPU-Kühler. Grund sind jetzt bekannt gewordene Probleme im Zusammenhang mit Intels Skylake-Prozessoren.
Unter Umständen können sowohl CPU als auch Mainboard bei Erschütterungen beschädigt werden, heißt es in einer Stellungnahme.

Es liegen Informationen vor, dass es bei dem Versand von Skylake-Komplett-Rechnern vereinzelt zu Beschädigungen an CPU und Mainboard gekommen ist.
Als erster Kühler-Hersteller reagiert Scythe und erklärt, dass es zu solchen Vorfällen kommen kann, „wenn der PC stärkeren Erschütterungen (z.B. bei Versand oder Umzug) ausgesetzt ist“.

Mit Skylake wurde der neue Sockel 1151 eingeführt – an der Form und den Bohrungen für die Kühlermontage änderte sich gegenüber den 115x-Vorgängern jedoch nichts, weshalb Kühlerhersteller bestehende Modelle als Skylake-kompatibel auf den Markt brachten.
Doch augenscheinlich gilt dies nur mit Einschränkungen.
Scythe liefert den besagten Schraubensatz auf Anfrage kostenlos an betroffene Kunden aus, damit mit diesem der Anpressdruck verringert wird.
Entsprechend liegt die Schlussfolgerung nahe, dass der Anpressdruck bisher zu hoch ausfällt und bei extremer Belastung durch Vibrationen zu Beschädigungen führt.

Die offizielle Stellungnahme von Scythe liegt inzwischen vor.

Aus vertraulichen Quellen war zu erfahren, dass bei den beschriebenen Vorfällen „das Substrat der CPU so weit in den Sockel hineingebogen“ wird, „dass entweder dessen Kontaktfedern oder aber Leiterbahnen im Substrat selbst Schaden nehmen“.
Das Substrat oder PCB von Skylake fällt dünner aus als bei den Vorgängern.

Overclocking.Guide hat für Skylake eine PCB-Dicke von 0,78 Millimetern ermittelt; bei Haswell sei die Platine hingegen 1,17 Millimeter stark.
Entsprechend größer kann sich eine mechanische Belastung durch den Kühler auswirken.


Ob dieser Umstand bei den Richtlinien für Kühlerhersteller schlichtweg nicht berücksichtigt wurde, bleibt es zu klären.
Die Verringerung des Anpressdrucks ist zumindest bei Scythe eine Maßnahme, um das Problem zu umgehen.
Bei besonders großen und schweren CPU-Kühlern, die darüber hinaus einen überdurchschnittlich hohen Anpressdruck erlauben, ist somit besondere Vorsicht geboten.
Die Warnung gilt vorerst nur für Systeme, die zum Beispiel durch Transport Erschütterungen ausgesetzt sind.


 
Stellungnahmen weiterer Hersteller !

EKL Alpenföhn
Als einer der ersten Hersteller hat die EKL AG ("Alpenföhn"-Produktlinie) auf unsere Anfrage reagiert.
Laut Thomas Würzer halten alle EKL-Kühler den von Intel spezifizierten Anpressdruck ein.
Es gelten aber die üblichen Transport-Empfehlungen für große Kühler, die in Intels Spezifikationen prinzipiell nicht berücksichtigt werden:

Unsere Kühler werden mit einer definierten Anpresskraft montiert.
Hierzu optimieren wir bei der Entwicklung die benötigte Federkonstante innerhalb der sockelspezifischen Vorgaben der Hersteller, unter Berücksichtigung des Gewichts und der Größe des Kühlers.
Aus diesem Grund gibt es bei unseren Produkten auch keinerlei "Nachrüstsets"mit denen der Anpressdruck des jeweiligen Kühlers auf dem Sockel nachträglich mit undefinierter Kraft (nach Gefühl) erhöht werden kann.

Da während des Transports, insbesondere durch Paketdienste, mehr oder minder starke Erschütterungen entstehen (und die Federn selbstverständlich bei übermäßiger Krafteinwirkung von außen nachgeben), empfehlen wir dringend, große bzw. schwere Kühler für jeglichen Transport zusätzlich zu sichern.
Ansonsten können ggf. Komponenten während des Transportwegs beschädigt werden.

Noctua
Auch Noctua-Kühler sind laut Hersteller uneingeschränkt Skylake-tauglich, sieht man von der üblichen Einschränkung beim Transport schwerer Kühlkörper ab.

Hier die entsprechende Stellungnahme:
Unsere SecuFirm2 Montagesysteme werden vor der Freigabe für neue Plattformen einer umfangreichen Kompatibilitätsprüfung unterzogen.
Dabei konnten mit Bezug auf die Intel LGA1151 Plattform ("Skylake") keinerlei Probleme festgestellt werden.
Auch vonseiten unserer Kunden sowie unserer Fachhandels- und Systemintegrationspartnern liegen uns keinerlei Berichte über mögliche Probleme vor.
Unsere SecuFirm2 Montagesysteme greifen (mit der Ausnahme einiger kompakter Modelle der L-Serie) zur Erzeugung des erforderlichen Anpressdrucks auf Spiralfedern zurück, die sowohl im Hinblick auf Toleranzen bei der Bauhöhe als auch bei Erschütterungen oder sonstigen Krafteinwirkungen eine gewisse Flexibilität ermöglichen.
Im Vergleich mit gängigen federlosen Montagesystemen, bei denen der Anpressdruck ausschließlich über die Verformung der Montagewinkel erzeugt wird, kann so die mechanische Belastung von CPU, Sockel und Mainboard reduziert und etwaigen Beschädigungen durch exzessive Krafteinwirkung vorgebeugt werden.
Da sich die beim Transport eines Systems (z.B. durch Versanddienstleister) einwirkenden Kräfte jedoch nicht zuverlässig kalkulieren oder kontrollieren lassen, empfehlen wir aus Sicherheitsgründen generell, Kühler mit einem Gesamtgewicht von über 700g (inkl. Lüfter) vor dem Transport abzunehmen.

EK Water Blocks
Während aktuelle Wasserkühler von EKWB voll Skylake-tauglich sind, mahnt der Hersteller zur Vorsicht mit älteren Kühlern.
Betroffen sind aber nur Halterungen ohne Begrenzung des Anpressdruckes, wie sie im Wasserkühlungsbereich lange Zeit üblich waren.
Hier muss der Nutzer bei allen Plattformen Vorsicht walten lassen - bei Skylake in besonderem Maße.



 
Update 02.12.2015 !

Mittlerweile bezieht auch der Kühlerhersteller Arctic Stellung zu dem Thema und distanziert sich von den Problemen.

Bestimmte CPU-Kühler können Intels aktuelle Skylake-Prozessoren für den Sockel LGA 1151 beschädigen – dies wurde gerade erst bekannt.
Hintergrund ist offenbar ein zu hoher Anpressdruck, der zu Schäden führen kann.

Wir möchten mit dieser offiziellen Stellungnahme versichern, dass ARCTIC-Kühler von diesen Problemen nicht betroffen – und somit uneingeschränkt Skylake-tauglich sind.
Alle ARCTIC CPU Kühler halten sich betreffend der freigegebenen Sockel an die mechanische Spezifikation von Intel.
Mit unseren Kühlern treten auf Intel CPU's der 6ten Generation (Skylake) für den Sockel LGA 1151 keine Probleme auf.


Scythe bleibt der einzige Hersteller mit der Aussage über Probleme.
Auch mit Thermalright-Kühlern sind keine Probleme bekannt, wie Distributor PC-Cooling stellvertretend mitteilte.

Bei einem Punkt sind sich die Hersteller einig: Große und schwere CPU-Kühler sollten vor dem Transport des Systems demontiert werden.

 
Update !

Thermalright
Thermalright hat zur Sicherheit nicht nur die eigenen Konstruktionen überprüft, sondern zusätzlich auch Praxiserfahrungen von OEM-Herstellern eingeholt.
Das Fazit: Probleme mit Macho & Co sind nicht unbekannt, auch wenn die zum Teil sehr großen Thermalright-Kühler beim Transport berücksichtigt werden müssen.

Bei der Entwicklung unserer Kühler und der entsprechenden Montagesets wird mit größter Sorgfalt gearbeitet.
Der Anpressdruck ist genau vordefiniert und orientiert sich an den Vorgaben der CPU-Hersteller.
Nach Rücksprache mit unseren Partnern in der Systemintegration und im Fachhandel können wir zudem feststellen, dass dort im Zusammenhang mit Thermalright-Kühlern erwartungsgemäß keinerlei Probleme bekannt sind.
Thermalright empfiehlt bereits seit Jahren, vor dem Transport von Systemen mit besonders schwerem Kühler diesen zu demontieren, da sich die hier wirkenden Kräfte nicht genau kalkulieren lassen.
Diese Vorsichtsmaßnahme sollte jeder User ergreifen, da bei einem Sturz oder dem unsachgemäßen Umgang mit einem solchen System Schäden nie auszuschließen sind.

Cooler Master
Eine Woche nachdem Scythe die Branche in Aufruhr versetzte, kommt auch von Cooler Master eine explizite Skylake-Freigabe für alle Produkte, einschließlich der Kompaktwasserkühlungen.

Prolimatech
Wie wir über den offiziellen Deutschland Distributor in Erfahrung bringen konnten, hat auch Prolimatech interne Tests durchgeführt.
Das Ergebnis: Alle normalen Befestigungssysteme sind Skylake-tauglich.
Vom Einsatz des schwarzen Spezialschraubensatzes für extra hohen Anpressdruck, der zum Lieferumfang des Super Mega gehörte, wird aber erwartungsgemäß abgeraten.

Silentium PC
Der Foris 1425 von Silentium PC (nicht mit den passiven "Silentium PC"s von Deltatronic zu verwechseln) wusste in der PCGH 09/2015 zu überzeugen, insgesamt findet die polnische Marke in Deutschland aber noch wenig Beachtung.
An der Skylake-Kompatibilität sollte dies nicht liegen, denn Probleme in Sockel-1151-Systemen sind nicht bekannt.
 
Update vom 07.12.2015: Stellungnahme von Intel !

Intel hat jetzt offiziell bestätigt, dass die Sockel-1151-Spezifikationen nicht von denen vorheriger Gernerationen abweichen.
Alle Kühler, die die für den Sockel 1150 spezifizierten 0 bis 222 N Anpressdruck erzeugen, sollten demnach Skylake-tauglich sein.
Umgekehrt wären Skylake-inkompatible Kühler bereits auf älteren Fällen ein Risiko, dass nur dank großer Sicherheitsreserven nicht mit Schäden endete.

 
Auch Cryorig ohne Probleme, Scythe rudert zurück !

Als bisher einziger Kühlerhersteller sah sich Scythe dazu veranlasst, einige Kühler nachzurüsten, um dem Risiko einer Beschädigung von Systemen mit Skylake-CPU entgegenzuwirken.
Wie andere Hersteller distanziert sich Cryorig und erläutert die Hintergründe im Detail.
Scythe sieht inzwischen nur noch zwei Modelle als betroffen an.

Deutlich später als andere Hersteller, aber dafür mit einem ausführlichen Statement, das auf die Hintergründe der vermeintlichen Problematik eingeht, meldet sich der Kühlerhersteller Cryorig zu Wort.

Versichert wird zunächst, dass kein derartiges Problem mit Cryorig-Kühlern bekannt sei und auch in internen Tests nicht festgestellt werden konnte.


Als Ursachen für die berichteten Beschädigungen sieht Cryorig zum einen einen zu hohen Anpressdruck mangels Flexibilität im Montagesystem sowie die erhöhten Kräfte, die bei der Bewegung des PCs auftreten.
Beide Punkte kämen bei der Auslieferung von Komplettsystemen mit vorinstalliertem Kühler zum Tragen, weshalb der Hersteller generell eine horizontale Lagerung des PC-Gehäuses mit senkrechter Position des Kühlers empfiehlt.
Das Skylake-PCB bezeichnet Cryorig als schwächsten Punkt, der als erster beschädigt wird, wenn die auftretenden Kräfte zu groß sind.
Wie in der Vorberichterstattung ausgeführt wurde, ist die Trägerplatine von Skylake deutlich dünner als bei den Vorgängern.


Cryorig erklärt zudem, warum die eigenen Produkte von dem Problem nicht betroffen seien.
Die großen und schweren Modelle wie der R1 oder der H5 sind mit Montagesystemen (MultiSeg) versehen, die eine starre Metall-Backplate sowie ein Schraubsystem mit Federn besitzen.
Die Backplate verhindere ein Biegen des Mainboards, während die Federn eine gewisse Flexibilität bieten.
Der schwächste Punkt beim Transport sei dann nicht mehr das Skylake-PCB sondern die Federn, die den Kräften wie ein Stoßdämpfer nachgeben.

Bei den leichteren Produkten – angeführt werden H7, M9 und C7 – verwendet Cryorig stattdessen die Montagesysteme X-Bar und MultiSeg Light.
Diese nutzen eine Backplate aus Kunststoff statt Metall und sind entsprechend flexibler.
Während die Flexibilität der Federschrauben bei den schweren Kühlern vor Beschädigungen schützen soll, wird diese Aufgabe der flexiblen Backplate der leichten Kühler zugesprochen.
Durch das geringere Gewicht der Kühler werde keine starre Backplate wie bei den großen Kühlern nötig, da die auftretenden Kräfte beim Transport geringer ausfallen.

Abschließend erklärt Cryorig wie auch der Großteil der anderen Hersteller, dass man beim Transport immer Vorsicht walten lassen sollte.
Versichert wird, dass für stationär eingesetzte PCs keinerlei Risiko besteht.
Scythe bleibt einziger Hersteller mit „Skylake-Problematik“

Bisher ist Scythe der einzige Hersteller, der sich aufgrund eines erhöhten Risikos einer Beschädigung von CPU oder Mainboard beim Transport zu einer Reaktion in Form einer Anpassung des Montagesystems genötigt sah.
Ein Kunde berichtete, dass ihn das bei Scythe angeforderte Schraubenset inzwischen erreicht hat.
Das angepasste Schraubenset soll den Anpressdruck verringern und ist kostenlos beim Hersteller bestellbar.

Scythe hat inzwischen die Liste der betroffenen Kühlermodelle deutlich verkleinert.
Auf den Support-Seiten heißt es nun, dass nur die Modelle Mugen 4 und Mugen 4 PCGH-Edition von der „Skylake-Problematik“ betroffen sind.

Zuvor waren sechs weitere Modelle aufgeführt worden.

Dass sich die Skylake-CPUs aufgrund der dünneren Platine leichter verbiegen lassen als Vorgänger wie Haswell ist nicht von der Hand zu weisen.
Dennoch hat Intel in einer Stellungnahme versichert, dass sich die Designspezifikationen gegenüber den früheren Generationen „nicht verändert“ haben.
Bei der Frage, ob die Kühler von Drittherstellern mit diesen Spezifikationen konform seien, verweist Intel ausdrücklich auf die Hersteller.


 
Update vom 03.12.2015 !

Eingrenzung der Kühler .....

Mittlerweile hat Scythe den Kreis der betroffenen Kühler eingegrenzt.
Demnach sind nur Modelle mit H.P.M.S.-Halterung betroffen, das heißt Ashura, Fuma, Grand Kama Cross 3, Mugen 4 (inklusive PCGH-Edition), Mugen Max und Ninja 4. Scythe-Kühler mit Push-Pin-Halterung sind unbedenklich und benötigen keine Nachrüstung.
 
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