[HB] Wolfgang Leonhard : Die Revolution entlässt ihre Kinder
In Die Revolution entlässt ihre Kinder beschreibt Wolfgang Leonhard die Geschichte der sozialistischen Revolution in Russland, die zuerst ihre Väter »auffraß« und dann ihre Kinder in die Ratlosigkeit entließ. Durch den autobiografischen Bezug ist das Buch in erster Linie die Geschichte heranwachsender Emigrantenkinder in der Sowjetunion, die später zentrale Funktionen in Ostdeutschland übernehmen sollten.
Aufbau: Das Werk ist streng chronologisch aufgebaut und gegliedert. Jedes der neun Kapitel umfasst einen deutlich abgegrenzten Lebensabschnitt Leonhards. Obwohl aus der Erinnerung geschrieben, benutzt der Autor auch bei sehr lange zurückliegenden Ereignissen stets die direkte Rede, wodurch das Buch über weite Strecken fast wie ein Roman wirkt.
Inhalt: Leonhard schildert seine eigenen Erlebnisse und Erfahrungen in der Sowjetunion von dem Zeitpunkt an, als er 1935 mit seiner Mutter die finnisch-sowjetische Grenze bei Leningrad überschritt, bis zu dem Tag im Frühjahr 1949, an dem er nach seiner Flucht in Belgrad ankam. Das Buch wird dadurch zur Entwicklungsgeschichte des jungen Wolfgang Leonhard, indem es zunächst das Kind beschreibt, das in eine ihm fremde Welt kommt. Dabei zeigt es, wie selbst die Kinder der deutschen Emigranten in die politisch-ideologischen Strukturen der Sowjetunion eingebunden wurden. Andere herausragende Schilderungen befassen sich mit den stalinistischen Säuberungen und der damit einhergehenden latenten Angst, die selbst die Welt der Schulkinder dominierte. Ein weiteres Schlüsselereignis war die »Kritik und Selbstkritik«. Die Furcht vor dieser erniedrigenden Prozedur verwandelte die Studenten bald in ernste »ein jedes Wort abwägende Parteifunktionäre«. Prägend für Leonhard waren auch die Auftritte der zehnköpfigen »Gruppe Ulbricht« in Berlin, die Anfang Mai 1945 daranging, eine von Kommunisten kontrollierte Verwaltung aufzubauen. Allmählich nahmen in Leonhard die »politischen Bauchschmerzen« zu, wie die Funktionäre auf einsamen Waldspaziergängen insgeheim ihre Zweifel über die wachsende Kluft zwischen marxistischer Theorie und stalinistischer Praxis bezeichneten. Das Wiedersehen mit seiner Mutter, die zwölf Jahre in einem Arbeitslager verbracht hatte, und der »Bannfluch« des Kreml gegen die jugoslawischen Kommunisten unter Josip Tito (1892–1980) waren schließlich die letzten Auslöser für Leonhards Flucht in den Westen.
Sprecher : Wolfgang Leonhard
Dauer: 25 Std. 21 Min (ungekürzt) ; 1,26 GB ; TbT mp3 vbr ~120 KB/s ; Share-Online ; Passwort:audiolibro
In Die Revolution entlässt ihre Kinder beschreibt Wolfgang Leonhard die Geschichte der sozialistischen Revolution in Russland, die zuerst ihre Väter »auffraß« und dann ihre Kinder in die Ratlosigkeit entließ. Durch den autobiografischen Bezug ist das Buch in erster Linie die Geschichte heranwachsender Emigrantenkinder in der Sowjetunion, die später zentrale Funktionen in Ostdeutschland übernehmen sollten.
Aufbau: Das Werk ist streng chronologisch aufgebaut und gegliedert. Jedes der neun Kapitel umfasst einen deutlich abgegrenzten Lebensabschnitt Leonhards. Obwohl aus der Erinnerung geschrieben, benutzt der Autor auch bei sehr lange zurückliegenden Ereignissen stets die direkte Rede, wodurch das Buch über weite Strecken fast wie ein Roman wirkt.
Inhalt: Leonhard schildert seine eigenen Erlebnisse und Erfahrungen in der Sowjetunion von dem Zeitpunkt an, als er 1935 mit seiner Mutter die finnisch-sowjetische Grenze bei Leningrad überschritt, bis zu dem Tag im Frühjahr 1949, an dem er nach seiner Flucht in Belgrad ankam. Das Buch wird dadurch zur Entwicklungsgeschichte des jungen Wolfgang Leonhard, indem es zunächst das Kind beschreibt, das in eine ihm fremde Welt kommt. Dabei zeigt es, wie selbst die Kinder der deutschen Emigranten in die politisch-ideologischen Strukturen der Sowjetunion eingebunden wurden. Andere herausragende Schilderungen befassen sich mit den stalinistischen Säuberungen und der damit einhergehenden latenten Angst, die selbst die Welt der Schulkinder dominierte. Ein weiteres Schlüsselereignis war die »Kritik und Selbstkritik«. Die Furcht vor dieser erniedrigenden Prozedur verwandelte die Studenten bald in ernste »ein jedes Wort abwägende Parteifunktionäre«. Prägend für Leonhard waren auch die Auftritte der zehnköpfigen »Gruppe Ulbricht« in Berlin, die Anfang Mai 1945 daranging, eine von Kommunisten kontrollierte Verwaltung aufzubauen. Allmählich nahmen in Leonhard die »politischen Bauchschmerzen« zu, wie die Funktionäre auf einsamen Waldspaziergängen insgeheim ihre Zweifel über die wachsende Kluft zwischen marxistischer Theorie und stalinistischer Praxis bezeichneten. Das Wiedersehen mit seiner Mutter, die zwölf Jahre in einem Arbeitslager verbracht hatte, und der »Bannfluch« des Kreml gegen die jugoslawischen Kommunisten unter Josip Tito (1892–1980) waren schließlich die letzten Auslöser für Leonhards Flucht in den Westen.
Sprecher : Wolfgang Leonhard
Dauer: 25 Std. 21 Min (ungekürzt) ; 1,26 GB ; TbT mp3 vbr ~120 KB/s ; Share-Online ; Passwort:audiolibro



