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Handel: Dritte Tarifrunde im NRW-Einzelhandel gestartet !

collombo

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Düsseldorf. Die Tarifverhandlungen im NRW-Einzelhandel sind am Donnerstag in die dritte Runde gegangen.
Verdi fordert von den Arbeitgebern ein neues Angebot.

Die bisher angebotenen Lohnerhöhungen von 1,5 Prozent plus einer Einmalzahlung von 215 Euro nannte die Gewerkschaft indiskutabel.
Verdi will eine Erhöhung um 5,5 Prozent durchsetzen.
Der Einzelhandel Nordrhein-Westfalens hat knapp 700.000 Beschäftigte.

Verdi kritisiert Ausstieg von Real aus Tarifbindung
Für zusätzlichen Gesprächsbedarf habe die Ankündigung des Mönchengladbacher Lebensmittelhändlers Real gesorgt, aus der Tarifbindung auszusteigen, sagte ein Verdi-Sprecher.
Der Schritt war von dem Unternehmen am Mittwoch mit Wettbewerbsverzerrungen durch Konkurrenten begründet worden.

Unternehmen ohne Tarifvertrag hätten deutlich bessere Kostenstrukturen als tarifgebundene Betriebe.
Für die aktuellen Mitarbeiter werde ein Bestandsschutz angeboten.
Verdi erklärte, die Gewerkschaft werde eine Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Belegschaft nicht akzeptieren.


 
Metro-Tochter Real kündigt Ausstieg aus der Tarifbindung an !

Mönchengladbach. Real will sich von der Tarifbindung verabschieden.
Das Handelsunternehmen, eine Metro-Tochter, möchte stattdessen einen Haustarifvertrag verhandeln.

Die Metro-Tochter Real will aus der Tarifbindung aussteigen und bietet der Gewerkschaft Verdi Verhandlungen über einen Haustarifvertrag an.
Hintergrund der Entscheidung sei die wettbewerbsverzerrende Umsetzung des Flächentarifvertrags durch einzelne Handelsunternehmen, teilte Real mit.

Unternehmen ohne Tarifvertrag hätten deutlich bessere Kostenstrukturen als tarifgebundene Betriebe im deutschen Handel.
"Diese schwierige Lage hat Real selbst nicht geschaffen.
Wir müssen aber um konkurrenzfähig zu bleiben, darauf reagieren", begründete Real-Arbeitsdirektor Jörg Kramer einer Mitteilung zufolge den Schritt.

Verdi wirft Real "Lohndumping" vor
Die Gewerkschaft Verdi warf dem Unternehmen vor, dem "Lohndumping" in der Branche weiter Vorschub zu leisten.
"Nach dem Verkauf der Kaufhof Warenhäuser plant die Metro offenbar den nächsten Schritt, den Konzern radikal umzustellen", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger einer Mitteilung zufolge.

Nutzenberger kündigte an, dass Verdi die Durchsetzung einer Zwei-Klassen-Gesellschaft unter den Beschäftigten "nicht akzeptieren" werde.
Die Gewerkschaft fordere das Unternehmen auf, den Schritt umgehend rückgängig zu machen.

Metro-Chef warnt vor Streikaktionen
Metro-Chef Olaf Koch warnte die Gewerkschaft in einem Interview mit der "Wirtschaftswoche" davor, den Tarifausstieg zum Anlass für Streikaktionen zu nehmen.
"Das würde die Gespräche erheblich belasten", so Koch.
Der Metro-Chef bezifferte den Personalkostennachteil des Unternehmens im Vergleich zu seinen Konkurrenten auf "bis zu 30 Prozent".
Zu konkreten Einsparzielen wollte sich ein Unternehmenssprecher auf Anfrage jedoch nicht äußern,

Für die aktuellen Mitarbeiter werde das Unternehmen einen Bestandsschutz anbieten, so dass die Entgelte der heutigen Beschäftigten unverändert blieben, hieß es.
Stellenstreichungen sind nach Angaben von Koch nicht geplant.
Real betreibt rund 300 Warenhäuser und beschäftigt rund 38.000 Mitarbeiter


 
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