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Elektronikkäufer werden immer öfter zum Beta-Tester !

collombo

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Elektronikkäufer werden immer öfter zum Beta-Tester !

Unfertige Produkte - Das nächste Update kommt bestimmt .....

Alles nur provisorisch: Elektronikkäufer werden immer öfter zum Beta-Tester.
Sony bringt unfertige Fernseher, Bang und Olufsen liefert High-End-Lautsprecher mit eingeschränkter Funktionalität.

Als das Telefon eine Wählscheibe hatte und der Fernseher eine Röhre, war das Leben mit Technik noch von überschaubaren Konstanten geprägt: Der Apparat behielt seine begrenzten Fähigkeiten bis ans Ende seiner Tage.
In der Digitalära gibt es noch eine Gewissheit: Das nächste Update kommt bestimmt.
Wer etwa sein Android-Tablet nur einmal in der Woche anwirft, bekommt erst einmal ein gutes Dutzend Aktualisierungen für die gespeicherten Apps angeboten.
Selbst der Fernseher saugt heute regelmäßig Software aus dem Netz - nicht nur, um seine App-Sammlung zu erweitern.

Daran haben wir uns gewöhnt, damit können wir leben.
Wirklich?
Irgendwo, so finden wir, hat der Spaß auch Grenzen - dann nämlich, wenn wichtige Geräteeigenschaften, noch dazu solche, die in allen Beschreibungen uneingeschränkt beworben werden, erst nach und nach verfügbar werden.
Zwei Beispiele sind uns in den letzten Monaten begegnet, von denen wir hoffen, dass sie nicht großflächig Schule machen.
Das erste betrifft Sonys Android-Fernseher.

Zunächst ohne Aufnahmefunktion ausgeliefert
Die Modelle des Vorjahrs kamen mit einer Softwareversion in die Läden, die unter anderem streikte, wenn die Fernseher TV-Sendungen mit einer angeschlossenen USB-Festplatte aufnehmen sollten.
König Kunde musste monatelang warten - bis zum Februar dieses Jahres: Dann kam endlich ein Update, das die Aufnahmefunktion unterstützte - sowohl zum Download und zur anschließenden Installation über einen USB-Stick oder zur Direktinstallation über die Verbindung des TV-Geräts mit dem Internet.

Die Geräte des Jahrgangs 2016 wurden ebenfalls zunächst ohne Aufnahmefunktion ausgeliefert, haben aber inzwischen auch ein Update bekommen; die Wartezeit blieb hier überschaubar.

Ein anderes Beispiel betrifft den High-End-Lautsprecher Beolab 90 von Bang und Olufsen.
Wir hatten diesem Modell in Oktober des verganenen Jahres überragende Klangeigenschaften bescheinigt, und davon müssen wir, auch nach Folge-Hörtests, nichts zurücknehmen.
Doch unsere ersten Erfahrungen mit dem Lautsprecher machten wir mit Prototypen; in die Läden kamen dann Versionen, die noch nicht alle vom Hersteller versprochenen Fähigkeiten, darunter die Wahl zwischen drei verschiedenen Abstrahlwinkeln, unterstützten.

Zunächst beherrschte die Software in den ausgelieferten Geräten nur den schmalen Abstrahlwinkel, den wir allerdings auch für den wichtigsten halten: In diesem Modus erzielt der Beolab 90 wirklich spektakuläre akustische Resultate.
Dennoch: Website und Datenblätter versprechen noch zwei weitere Abstrahlvarianten, zudem die Fähigkeit, auch die Abstrahlrichtung zu beeinflussen, etwa um asymmetrische Räume perfekt zu beschallen.

Inzwischen stellte Bang und Olufsen Software-Updates bereit, die neben dem „Narrow“ auch den „Wide“-Modus unterstützen.
Weitere Funktionsergänzungen sollen folgen, darunter Kompensationsprogramme zur Anpassung an die Raumakustik.
Besitzer der Beolab 90 mögen die Wartezeit überleben, aber wir finden: Käufer hochwertiger Konsumgüter sind keine Beta-Tester, sie können fertige Produkte erwarten, die zumindest alle Funktionen bieten, die ihnen der Hersteller verspricht.


 
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