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Die Wand
Die.Wand.2011.German.x264.AAC.dTV-rolli
"Die Wand" ist ein langes, ergreifendes Solo für Martina Gedeck, die die meiste Zeit des Filmes ohne menschlichen Anspielpartner das einsame Leben in den Bergen erlebbar macht. Ihre Entwicklung von der unbedarften Städterin zur Überlebenskünstlerin ist die Handlung des Films, und in jeder Einstellung spielt Gedeck absolut glaubwürdig. Ihr Gesichtsausdruck, ihre Gesichtszüge spiegeln diesen Weg; zur grundsätzlichen Verunsicherung und Angst kommt langsam das Gefühl für die eigene Kraft und die eigene Lebendigkeit hinzu, auf die die Frau in ihrer Einsamkeit zurückgeworfen ist. Mehr und mehr ist Martina Gedecks Figur von Arbeit gezeichnet. Und mehr und mehr geht sie auf in ihrem freien Leben in, gegen und mit der Natur, geht sie auf in der Reduktion auf das Wesentliche.
Regisseur und Drehbuchautor Julian Pölsler, sonst eher im Fernsehen zuhause, hat Marlen Haushofers Erfolgsroman "Die Wand" aus dem Jahr 1963 kongenial verfilmt. Pölsler nutzt die ungebändigte Wildheit der Berge für seine kraftvollen Bilder, setzt in diese Gebirgswelt eine Frau, eine Art weiblichen Robinson Crusoe, die er mit der Landschaft eins werden lässt. Allein Luchs, den Hund, hat sie zum Gefährten. Ein Bergdrama der anderen Art mit einer Prämisse zwischen Kafka und Existentialismus, einer geheimnisvollen Wand, die eine undurchdringliche Blase um die Frau in den Bergen bildet. Eine Wand, deren Rätselhaftigkeit nie aufgelöst wird. Dadurch erhält Pölsler die metaphorische Ebene des Romans. Der lässt viele Interpretationsmöglichkeiten zu: Als feministischer Vorreiter der Frauenbewegung, weil er von der Befreiung einer Frau erzählt, die sich durchsetzt; als Zurück-zur-Natur-Roman in der Folge von Rousseau oder Henri David Thoreau; als friedensbewegte Schrift gegen den Schrecken des Kalten Krieges; als radikal-konsequente Bebilderung eines seelischen Zustands, der nach außen sichtbar wird. Die Stärke von "Die Wand" ist neben der hervorragenden Darstellung genau diese Offenheit: Durch die Metaphorik der phantastischen Prämisse sieht jeder seinen ganz eigenen Film, mit ganz eigener Lesart. Und zugleich wirkt die Inszenierung ganz wahrhaftig, kraftvoll und energisch: Tatsächlich wurde über den Zeitraum von über einem Jahr immer wieder gedreht, denn jede Jahreszeit im Film ist "echt"; und Martina Gedeck musste sich auf die Heuernte mit der Sense, den Umgang mit dem Gewehr, die Arbeit mit Tieren genau vorbereiten, um vor der Kamera ganz natürlich die Mühen ihres einsamen Lebens erlebbar zu machen.
Fazit: Martina Gedeck spielt ein großartiges Solo in dem existentialistischen Bergdrama "Die Wand". Sie, ihr Hund und die Natur sind die großen Wirkmächte des Films, die ihm seine Kraft geben.
Genre: Drama
Laufzeit:
Sprache/n:
Video Stream: TV-RIP
Audio Stream: Stereo
Video Codec: MPEG-4 H.264 / AVC
Hoster: Uploaded.net, Share-online.biz
Größe: 515.44 MB
Parts: 6 Dateien
500 MB Parts



