Christine Brückner – Die Poenichen Trilogie
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Jauche und Levkojen (1)
Christine Brückner
Maximiliane von Quindt wird 1918 auf Gut Poenichen in Hinterpommern geboren. Der Vater stirbt noch vor ihrer Taufe während der letzten Kriegstage, die Mutter, eine abenteuerlustige, junge Frau, verlässt das Gut, als Maximiliane noch ein kleines Mädchen ist. Sie wird von »Fräu-leins« auf dem Gut ihres Großvaters und von diesem erzogen, zu dem sie eine tiefe Bindung entwickelt. Mit 18 Jahren heiratet Maximiliane Viktor, einen Nationalsozialisten, der in Berlin Parteikarriere macht und sie über Jahre betrügt. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges fehlt von Viktor jede Spur und die erneut schwangere Mutter von inzwischen vier Kindern muss das Gut verlassen.
Nirgendwo ist Poenichen (2)
Christine Brückner
»Wer kein Zuhause mehr hat, kann überall hin«, erklärt Maximiliane von Quindt aus Poenichen in Hinterpommern ihren Kindern und macht sich 1945, wie viele andere Millionen Flüchtlinge auch, mit ihren vier Kindern und erneut schwanger auf den schweren Weg nach Westen. Eine neue Heimat findet sie jedoch nicht mehr – sie kann einfach keine Wurzeln schlagen und zieht mit ihren fünf Kindern nach Kalifornien. Jahre gehen ins Land: Die Quints, jahrhundertelang auf Poenichen sesshaft, zerstreuen sich in alle Winde. Fast sechzigjährig reist Maximiliane ins nun polnische Pommern und muss einsehen, dass Poenichen, wie es in ihr selbst Gestalt ange-nommen hat, nicht tatsächlich auffindbar ist.
Die Quints (3)
Christine Brückner
Die Quints der Nachkriegsgeneration erweisen sich als Aussteiger, als Umsteiger auch als Auf-steiger. Sie haben die Unruhe der Mutter Maximiliane geerbt – und auch ihre pommerschen Grundsätze:
»Das brauchen wir nicht!« hat sie in den Notjahren gesagt. Aber was braucht man? Jeder dieser Quints brauchte etwas anderes.
»Das ist nicht wichtig!« Aber was ist wichtig? Was wird aus den Quints? Etwas Rechtes? Was ist das – etwas Rechtes?
Joachim, Mosche genannt, lebt als Lyriker in den schwedischen Wäldern; die schwierige Vikto-ria arbeitet als Betriebspsychologin. Edda hat einen holsteinischen Landwirt geheiratet und pro-duziert »Poenicher Wildpastete«. Mirka, das schöne Kirgisenkind, ist mit einem wohlhabenden Fabrikanten in Paris verheiratet.
So unterschiedlich diese Quints sind, eines haben sie gemeinsam: Sie suchen nach neuen Le-bensformen. Poenichen ist nur noch eine Metapher für Heimat.
Christine Brückner 1921 – 1996, ist eine der renommiertesten deutschsprachigen Schriftstellerinnen. Ihre Bücher erreichten allein in Deutschland eine Gesamtauflage von mehreren Millionen Exemplaren und wurden in 17 Sprachen übersetzt. Kritiker bezeichnen sie als Enkelin Theodor Fontanes.
Ihre Poenichen-Roman-Trilogie mit »Jauche und Levkojen« (1975), »Nirgendwo ist Poenichen« (1977) und »Die Quints« (1985) über die adlige Familie Quindt aus Pommern wird in der zeitgenössischen Literatur zu den populärsten Büchern gerechnet. Großen Erfolg, auch auf deutschsprachigen Bühnen, hatte Christine Brückner ebenfalls mit »Wenn du geredet hättest, Desdemona. Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen« (1983). In fikti-ven Monologen kommen darin Frauen aus Geschichte, Literatur und Gegenwart zu Wort. Christine Brückner schrieb weiterhin Erzählungen, Dramen, Hörspiele, Gedichte und Kinderbücher und gab Anthologien heraus.
Von 1980 bis 1984 fungierte sie als Vizepräsidentin des PEN-Club und setzte sich für »Writers in Pison« vor al-lem in der »Dritten Welt« ein. Zusammen mit ihrem zweiten Mann, dem Schriftsteller, Dramaturgen und Maler Otto-Heinrich Kühner (1921 – 1996) stiftete sie 1984 den »Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor«. Nach Texten von ihr komponierte Siegfried Matthus die Oper »Desdemona und ihre Schwestern«, die 1992 uraufge-führt wurde. Wenige tage nach ihrem 75. Geburtstag starb Christine Brückner am 21. Dezember 1996 in Kassel.
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Jauche und Levkojen (1)
Christine Brückner
Maximiliane von Quindt wird 1918 auf Gut Poenichen in Hinterpommern geboren. Der Vater stirbt noch vor ihrer Taufe während der letzten Kriegstage, die Mutter, eine abenteuerlustige, junge Frau, verlässt das Gut, als Maximiliane noch ein kleines Mädchen ist. Sie wird von »Fräu-leins« auf dem Gut ihres Großvaters und von diesem erzogen, zu dem sie eine tiefe Bindung entwickelt. Mit 18 Jahren heiratet Maximiliane Viktor, einen Nationalsozialisten, der in Berlin Parteikarriere macht und sie über Jahre betrügt. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges fehlt von Viktor jede Spur und die erneut schwangere Mutter von inzwischen vier Kindern muss das Gut verlassen.
Nirgendwo ist Poenichen (2)
Christine Brückner
»Wer kein Zuhause mehr hat, kann überall hin«, erklärt Maximiliane von Quindt aus Poenichen in Hinterpommern ihren Kindern und macht sich 1945, wie viele andere Millionen Flüchtlinge auch, mit ihren vier Kindern und erneut schwanger auf den schweren Weg nach Westen. Eine neue Heimat findet sie jedoch nicht mehr – sie kann einfach keine Wurzeln schlagen und zieht mit ihren fünf Kindern nach Kalifornien. Jahre gehen ins Land: Die Quints, jahrhundertelang auf Poenichen sesshaft, zerstreuen sich in alle Winde. Fast sechzigjährig reist Maximiliane ins nun polnische Pommern und muss einsehen, dass Poenichen, wie es in ihr selbst Gestalt ange-nommen hat, nicht tatsächlich auffindbar ist.
Die Quints (3)
Christine Brückner
Die Quints der Nachkriegsgeneration erweisen sich als Aussteiger, als Umsteiger auch als Auf-steiger. Sie haben die Unruhe der Mutter Maximiliane geerbt – und auch ihre pommerschen Grundsätze:
»Das brauchen wir nicht!« hat sie in den Notjahren gesagt. Aber was braucht man? Jeder dieser Quints brauchte etwas anderes.
»Das ist nicht wichtig!« Aber was ist wichtig? Was wird aus den Quints? Etwas Rechtes? Was ist das – etwas Rechtes?
Joachim, Mosche genannt, lebt als Lyriker in den schwedischen Wäldern; die schwierige Vikto-ria arbeitet als Betriebspsychologin. Edda hat einen holsteinischen Landwirt geheiratet und pro-duziert »Poenicher Wildpastete«. Mirka, das schöne Kirgisenkind, ist mit einem wohlhabenden Fabrikanten in Paris verheiratet.
So unterschiedlich diese Quints sind, eines haben sie gemeinsam: Sie suchen nach neuen Le-bensformen. Poenichen ist nur noch eine Metapher für Heimat.
Christine Brückner 1921 – 1996, ist eine der renommiertesten deutschsprachigen Schriftstellerinnen. Ihre Bücher erreichten allein in Deutschland eine Gesamtauflage von mehreren Millionen Exemplaren und wurden in 17 Sprachen übersetzt. Kritiker bezeichnen sie als Enkelin Theodor Fontanes.
Ihre Poenichen-Roman-Trilogie mit »Jauche und Levkojen« (1975), »Nirgendwo ist Poenichen« (1977) und »Die Quints« (1985) über die adlige Familie Quindt aus Pommern wird in der zeitgenössischen Literatur zu den populärsten Büchern gerechnet. Großen Erfolg, auch auf deutschsprachigen Bühnen, hatte Christine Brückner ebenfalls mit »Wenn du geredet hättest, Desdemona. Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen« (1983). In fikti-ven Monologen kommen darin Frauen aus Geschichte, Literatur und Gegenwart zu Wort. Christine Brückner schrieb weiterhin Erzählungen, Dramen, Hörspiele, Gedichte und Kinderbücher und gab Anthologien heraus.
Von 1980 bis 1984 fungierte sie als Vizepräsidentin des PEN-Club und setzte sich für »Writers in Pison« vor al-lem in der »Dritten Welt« ein. Zusammen mit ihrem zweiten Mann, dem Schriftsteller, Dramaturgen und Maler Otto-Heinrich Kühner (1921 – 1996) stiftete sie 1984 den »Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor«. Nach Texten von ihr komponierte Siegfried Matthus die Oper »Desdemona und ihre Schwestern«, die 1992 uraufge-führt wurde. Wenige tage nach ihrem 75. Geburtstag starb Christine Brückner am 21. Dezember 1996 in Kassel.
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