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CDU und die Homo-Ehe: Kramp-Karrenbauer fürchtet Inzucht-Debatte

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CDU und die Homo-Ehe: Kramp-Karrenbauer fürchtet Inzucht-Debatte

Die Homo-Ehe und die CDU: Spahn fordert offene Debatte

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Die CDU-Spitze lehnt weitere Schritte in Richtung Homo-Ehe ab. Doch Präsidiumsmitglied Spahn warnt davor, die Debatte nur halbherzig und unaufrichtig zu führen. Schließlich gehe es für die Union um viel.


CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn warnt seine Partei davor, im Streit um die Homo-Ehe die Wirkung auf weite Teile der Bevölkerung zu unterschätzen. "Wenn wir diese Debatte mit mangelnder Aufrichtigkeit und verletzend führen, dann stoßen wir nicht nur Schwule und Lesben vor den Kopf, sondern auch ihre Familien und Freunde", sagte Spahn der "Welt". Viele unterschätzten diese Breitenwirkung. Entscheidend sei für ihn, über die Frage offen zu diskutieren.

Es gehe um "die Anschlussfähigkeit der CDU an eine moderne bürgerliche Gesellschaft", sagte Spahn. Die Parteimitglieder und die Wähler der Union erlebten "ganz selbstverständlich, dass ihre Söhne, Töchter, Nichten, Neffen, Enkel und Nachbarn ihr Leben als Homosexuelle sichtbar und unaufgeregt leben".

Die Schwulen und Lesben, die sich in ihrer Partnerschaft rechtlich verbindlich dauerhaft binden wollten, lebten ein modernes Bürgertum, zeigte sich der CDU-Politiker überzeugt. "Wer heiratet, macht eine klare Ansage, das ist modern gelebtes Bürgertum. Da sollten wir stolz sein statt ängstlich", sagte Spahn.

CDU-Spitze gegen weitere Schritte


Die CDU-Spitze hatte am Montag weitere Schritte in Richtung Homo-Ehe abgelehnt. Auslöser für die neue Debatte in Deutschland war das Ja der Iren vor einer Woche für eine Verfassungsänderung, wonach Ehen künftig unabhängig vom Geschlecht geschlossen werden dürfen. Politiker von SPD, Grünen und Linken fordern seither auch in Deutschland eine "Ehe für alle". Auch innerhalb der CDU gibt es eine Debatte darüber.

In den meisten praktischen Fragen, etwa im Steuer- oder Erbrecht, sind gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften inzwischen der Ehe gleichgestellt oder das Gesetzgebungsverfahren dafür ist auf dem Weg. Einschränkungen gibt es allerdings noch im Adoptionsrecht. Auch der Begriff "Ehe" bleibt rechtlich der Verbindung von Mann und Frau vorbehalten.

 
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CDU und die Homo-Ehe: Kramp-Karrenbauer fürchtet Inzucht-Debatte

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Teile der CDU tun sich schwer mit dem Thema gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Vor allem die Homo-Ehe bringt die Union in Not. Saarlands Regierungschefin Kramp-Karrenbauer versucht, die Bedenken zu formulieren. Völlig daneben, urteilt die SPD.

Die SPD wirft der der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) vor, gleichgeschlechtliche Partnerschaften mit Inzucht und Polygamie gleichzusetzen. "Damit erreicht die Debatte über die Ehe für alle einen neuen Tiefpunkt", sagte Generalsekretärin Yasmin Fahimi.

Kramp-Karrenbauer hatte der "Saarbrücker Zeitung" gesagt, es gebe in Deutschland bisher eine klare Definition der Ehe als Gemeinschaft von Mann und Frau. "Wenn wir diese Definition öffnen in eine auf Dauer angelegte Verantwortungspartnerschaft zweier erwachsener Menschen, sind andere Forderungen nicht auszuschließen: etwa eine Heirat unter engen Verwandten oder von mehr als zwei Menschen", meinte sie.

Bestehende Diskriminierungen zwischen Ehe und der gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft müssten aber abgebaut werden. "Am Ende dieses Prozesses werden wir uns wahrscheinlich auch mit der Frage nach der Volladoption befassen müssen." Diese lehne sie ab, sagte Kramp-Karrenbauer. Seit Jahren heiße es, dass für die Entwicklung von Kindern Vater und Mutter die beste Konstellation seien. "Gerade diese Frage dürfen wir nicht daran festmachen, ob sich jemand diskriminiert fühlt oder nicht - sondern allein am Kindeswohl."

Fahimi betonte, sie habe keinerlei Verständnis dafür, "dass eine CDU-Ministerpräsidentin gleichgeschlechtliche Partnerschaften jetzt mit Inzucht und Polygamie gleichsetzt". Das sei "ein Schlag ins Gesicht Hunderttausender gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, die füreinander einstehen und Verantwortung übernehmen."

SPD, Grüne und Linke versuchen über den Bundesrat eine Mehrheit für einen Vorstoß zur Gleichstellung für homosexuelle Partnerschaften zu organisieren, um Kanzlerin Angela Merkel (CDU) unter Druck zu setzen. Im Bund sind der SPD wegen der Koalition mit der Union die Hände gebunden.

 
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