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Breitband-Ausbau in Deutschland - eine wirtschaftliche Herausforderung !

collombo

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Deutschland hängt immer noch hinterher, was die Geschwindigkeit und den Ausbau des flächendeckenden Internets angeht. Während in Südkorea die Nutzer mit 22,2 Megabit pro Sekunde surfen, Schweden mit 14,6 und Tschechien mit 12,3, hängt Deutschland immer noch bei rund 8,9 Megabit pro Sekunde durchschnittlich fest. Pläne dies zu ändern gibt es, aber wann und wie wird das Thema angegangen?

Trotz der Netzallianz Digitales Deutschland seit 2014 schleicht die Entwicklung voran und bei den immer noch aktuellen Diskussionen um die Drosselung des Internets durch einige Provider wie O2 oder Telekom, ist klar, dass der Kampf um das schnelle Internet gerade erst begonnen hat.

Streamingportale, Onlinegames und Co. könnten in Zukunft für einige User immer noch für Probleme auf den heimischen Geräten sorgen, wenn nicht endlich bessere und schnellere Leitungen überall verfügbar werden. Ein Problem sind sicher ebenfalls die schlechteren Datenraten der Anbieter, trotz werbewirksamer 14, 32 oder 100 Mbit/s im Angebot. Technisch gesehen ist eine größere Distanz zur nächsten Vermittlungsstelle ebenfalls Verursacher für langsame Übertragungen, so dass neue Glasfasern und Entlastung der vollgepackten Netzabschnitte zwingend erforderlich werden.

Kluft zwischen Stadt und Land wächst
Breitband-Internet soll es für alle deutschen Haushalte geben. So lautet die Marschroute der Bundesregierung. Bleibt fraglich, was unter dem dubiosen „Breitband-Internet“ eigentlich zu verstehen ist. Denn es gibt keine gesetzlich reglementierten Standards, an denen sich orientiert werden könne.

Aber immerhin so viel gab Angela Merkel 2009 bekannt: Bis 2014 sollten gut 75 Prozent aller deutschen Haushalte auf 50 Megabit pro Sekunde zugreifen können. Das Ziel wurde verfehlt. Im Oktober letzten Jahres hieß es dann, dass 2018 eine flächendeckende Breitbandversorgung umgesetzt werden solle. Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in der Digitalen Agenda verlauten und der TÜV Rheinland untersuchen ließ, wurden 2012 immerhin 55 Prozent aller Haushalte mit mindestens 50 Mbit/s versorgt.

Der Begriff „Breitband“ wird heutzutage für Kommunikationsnetze gebraucht, die im Vergleich zu älteren Zugangstechniken schnellere Datenübertragungsraten ermöglichen. Bislang wurden seitens des Gesetzgebers wenige Versuche unternommen, einheitliche Begriffsstandards festzulegen. Breitband und Schmalband zu differenzieren, ist daher nur bedingt möglich. Eine mögliche Abgrenzung ließe sich auf Basis der übertragenen Datenmenge bewerkstelligen, die in Bits pro Sekunde (Mbit/s) angegeben wird. Gelten Datenmengen von 1-2 Mbit/s mittlerweile als Grundversorgung, übertragen Hochleistungsnetze mindestens 25 Mbit/s.


Allerdings handelt es sich hierbei um Zahlen, die ein trügerisches Zeugnis über den Ausbau des Breitbandnetzes in Deutschland ablegen. Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte stagniert der Breitbandausbau vor allem in ländlichen Regionen, die nicht nur auf geringere Bandbreiten zugreifen können, sondern auch Nachteile in puncto Tarifgestaltungen erfahren. Kostet die Übertragung eines Megabits in städtischen Regionen Deutschlands im Durchschnitt 21 Cent, muss der Landbewohner für dieselbe Datenmenge sechs Euro zahlen. Vor diesem Hintergrund schimpfen wir nur allzugerne über steigende Download-Größen bei Spielen, wie jetzt kürzlich nochmals von GTA V mit über 60 GByte belegt.

Breitbandversorgung von Privathaushalten mit mindestens 16 Mbit/s

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Bleibt schlussendlich die Frage, wem die Verantwortung für die ländliche Breitband-Unterversorgung obliegt.
Zwischen 60.000 und 70.000 Euro kostet die Verlegung moderner Breitbandtechnologien auf gerade einmal einem Kilometer.
Verständlich, dass private Telekommunikationsdienstleister diese Kosten nicht allein tragen möchten.
Da sich in städtischen Ballungszentren eine höhere Nutzerzahl für schnelles Internet finden lässt, erscheinen strukturelle Investitionen in diesen Regionen rentabler.
Die Erschließungskosten in strukturschwachen Gebieten sind folglich umso höher.

20 Milliarden Euro würde der Ausbau für ganz Deutschland verschlingen.
Alleine acht Milliarden Euro fielen für die letzten fünf Prozent aller deutschen Haushalte an, möchte die Bundesregierung ihr Versprechen halten und sämtliche Haushalte mit Breitband-Internet versorgen.
Notwendig ist hier vor allem eine Klärung der Kompetenzfrage, meint auch EU-Kommissar Günther Oettinger, der zur Schließung der Investitionslücke sowohl die Politik wie auch die Privatwirtschaft in die Verantwortung nimmt und sich einen digitalen Binnenmarkt in Europa nur schwer ohne Deutschland vorstellen kann.

Politik und Wirtschaft im Diskurs
Die Bedeutung der digitalen Infrastruktur kann trotz aller Kosten für die deutsche Wirtschaft nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Auf der CeBit kamen am 17. März dieses Jahres Teilnehmer aus Wirtschaft und Politik zusammen und diskutierten, welchen Stellenwert die digitale Infrastruktur für den Wirtschaftsstandort Deutschland einnimmt – mit eindeutigem Ergebnis.

„Als D21 wollen wir den Breitbandausbau fördern, weil wir es als ganz wichtige Grundlage sehen für gesellschaftliche und wirtschaftliche Innovation“, so Lena-Sophie Müller, Geschäftsführerin der Initiative D21 e.V., dem Netzwerk für Digitale Gesellschaft, die jedes Jahr auf der CeBit gemeinsam mit dem BWVI und dem BITKOM den Breitbandgipfel veranstaltet, auf welchen sich hochrangige Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft einfinden und die Zukunft der Digitalisierung Deutschlands erörtern.

Eine Milliarde Euro werde man aus dem Konjunkturpaket für den Breitbandausbau zur Verfügung stellen, so gab Alexander Dobrindt auf dem Breitbandgipfel bekannt, seinerseits Bundesminister für Verkehr und Digitale Infrastruktur.
Dabei stellte dieser nicht nur die Wichtigkeit für deutsche Unternehmen in den Vordergrund, sondern betonte ebenfalls die Teilhabegerechtigkeit für jeden einzelnen deutschen Bürger.

Bandbreitenbedarf unterschiedlicher Internetanwendungen

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Digitalangebote wachsen unaufhaltsam.
Immer mehr Fernsehsender verlagern ihre Angebote in das Word Wide Web.
TV-Streams, Online-Videotheken oder Spiele für die Konsole – nichts geht mehr ohne eine ausreichende Bandbreite.
Allerdings wird durch ein fehlendes Breitbandnetz nicht nur Privatpersonen der Weg in die Zukunft verwehrt, auch Unternehmen geraten zunehmend ins Hintertreffen, obgleich langsames Internet natürlich nicht zwangsweise immer auf das Breitbandnetzwerk zurückzuführen ist, wie toptarif.de weniger fachkundigen Internetnutzern ausführlich erklärt.

Und dennoch: In dünnbesiedelten Regionen lassen sich bei fehlender digitaler Infrastruktur weniger Unternehmen nieder, wodurch strukturschwache Gebiete weitere Nachteile erfahren.
Eine unaufhaltsame Spirale, der nur durch den Ausbau des Breitbandnetzwerkes Einhalt geboten werden kann.
Doch wo den Hebel ansetzen?
Denn für Politik und Wirtschaft handelt es sich nicht nur um eine wirtschaftliche, sondern auch um eine technische Herausforderung.

Die Bundesregierung plant Gegenden, in denen das Verlegen von Kabeln nur wenig wirtschaftlich erscheint, über Funk an das schnelle Netz anzubinden – zumindest vorübergehend.
Betroffen sind die Frequenzen im Bereich von 700 Megahertz, die bisher vom DVB-T genutzt wurden.
Umgesetzt werden soll dies über eine Versteigerung, die noch im ersten Halbjahr 2015 vonstattengehen soll, ähnlich wie es die Bundesnetzagentur bereits mit dem LTE-Netz im April 2010 veranstaltete.
Die hieraus generierten Einnahmen will die Bundesregierung in den Ausbau des Breitbandnetzes investieren – angeblich.
Denn wo das Geld am Ende ankommt, bleibt fraglich.


 
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