Betrugsserie mit "Zauberkäse": Das Schneeball-System von Madame Gil
Was Madame Gil mit ihrem Käse-Pulver versprach, klang so verlockend, dass dafür Sparbücher geplündert und Autos verkauft wurden. Auf den Millionenbetrug nach dem Schneeballprinzip fielen Tausende hinein. Sie träumten von Geld - und bekamen Käse.
In Paris hat der Prozess um einen großen Betrug mit einem "kleinen Zauberkäse" begonnen: Vor Gericht muss sich die 74-jährige Gilberte Van Erpe zusammen mit drei Komplizen verantworten, die 5500 Opfern in Chile mit einem Käse-Trick insgesamt 14,5 Millionen Euro aus der Tasche gezogen haben soll. Sie soll tausende Starter-Kits zur Herstellung eines besonderen Käses verkauft haben, indem sie ihren Opfern weismachte, sie könnten diesen Käse später als Rohstoff zu einem guten Preis an die französische Kosmetikindustrie verkaufen.
Das Angebot von Gilberte Van Erpe, alias Madame Gil, schien zunächst verführerisch: Bei öffentlichen Konferenzen in Chile bot sie den Leuten an, dass sie zu Hause zu Käse-Produzenten werden könnten, um diese "kleinen Zauberkäse" später über Kongo nach Frankreich zu exportieren. Für 369 Euro soll sie ab Dezember 2005 aus Polen und Frankreich importierte Starter-Kits an ihre Opfer verkauft haben, die unter anderem aus Milchfermenten bestanden und tatsächlich nur 40 Euro wert waren.
700 machten Gewinn, 4000 reingelegt
Nach einigen Wochen der Kultivierung sollten die Produzenten mit dem Käse bereits einen Gewinn von hundert Prozent ihrer ursprünglichen Einzahlung machen. Nachdem für die ersten "Zauberkäse" tatsächlich bezahlt wurde, erfreuten sich diese einer zunehmenden Beliebtheit: Die chilenische Justiz ermittelte später insgesamt 5500 Opfer, die zwischen 400 und 168.000 Euro investierten, manche verschuldeten sich sogar und nahmen einen Kredit auf ihr Haus auf.
Doch die "kleinen Zauberkäse", die angeblich für den Kosmetikkonzern L'Oréal bestimmt waren, verließen nie das südamerikanische Chile. Stattdessen verschimmelten sie in einem Keller oder Lager. Das gesamte Schneeball-System brach im Juli 2006 zusammen: Während 711 Teilnehmer tatsächlich einen Gewinn machten, wurden mehr als 4000 reingelegt.
Da die Hauptverdächtige Van Erpe im Jahr 2008 im südfranzösischen Nizza festgenommen worden war und nicht ausgeliefert werden konnte, hatten die chilenischen Behörden den Fall an die Franzosen übergeben. Der Prozess soll bis Dienstag dauern.
Was Madame Gil mit ihrem Käse-Pulver versprach, klang so verlockend, dass dafür Sparbücher geplündert und Autos verkauft wurden. Auf den Millionenbetrug nach dem Schneeballprinzip fielen Tausende hinein. Sie träumten von Geld - und bekamen Käse.
In Paris hat der Prozess um einen großen Betrug mit einem "kleinen Zauberkäse" begonnen: Vor Gericht muss sich die 74-jährige Gilberte Van Erpe zusammen mit drei Komplizen verantworten, die 5500 Opfern in Chile mit einem Käse-Trick insgesamt 14,5 Millionen Euro aus der Tasche gezogen haben soll. Sie soll tausende Starter-Kits zur Herstellung eines besonderen Käses verkauft haben, indem sie ihren Opfern weismachte, sie könnten diesen Käse später als Rohstoff zu einem guten Preis an die französische Kosmetikindustrie verkaufen.
Das Angebot von Gilberte Van Erpe, alias Madame Gil, schien zunächst verführerisch: Bei öffentlichen Konferenzen in Chile bot sie den Leuten an, dass sie zu Hause zu Käse-Produzenten werden könnten, um diese "kleinen Zauberkäse" später über Kongo nach Frankreich zu exportieren. Für 369 Euro soll sie ab Dezember 2005 aus Polen und Frankreich importierte Starter-Kits an ihre Opfer verkauft haben, die unter anderem aus Milchfermenten bestanden und tatsächlich nur 40 Euro wert waren.
700 machten Gewinn, 4000 reingelegt
Nach einigen Wochen der Kultivierung sollten die Produzenten mit dem Käse bereits einen Gewinn von hundert Prozent ihrer ursprünglichen Einzahlung machen. Nachdem für die ersten "Zauberkäse" tatsächlich bezahlt wurde, erfreuten sich diese einer zunehmenden Beliebtheit: Die chilenische Justiz ermittelte später insgesamt 5500 Opfer, die zwischen 400 und 168.000 Euro investierten, manche verschuldeten sich sogar und nahmen einen Kredit auf ihr Haus auf.
Doch die "kleinen Zauberkäse", die angeblich für den Kosmetikkonzern L'Oréal bestimmt waren, verließen nie das südamerikanische Chile. Stattdessen verschimmelten sie in einem Keller oder Lager. Das gesamte Schneeball-System brach im Juli 2006 zusammen: Während 711 Teilnehmer tatsächlich einen Gewinn machten, wurden mehr als 4000 reingelegt.
Da die Hauptverdächtige Van Erpe im Jahr 2008 im südfranzösischen Nizza festgenommen worden war und nicht ausgeliefert werden konnte, hatten die chilenischen Behörden den Fall an die Franzosen übergeben. Der Prozess soll bis Dienstag dauern.



