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Berlinale vorm Finale: Alle reden vom Bankraubdrama “Victoria” !

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Berlinale vorm Finale: Alle reden vom Bankraubdrama “Victoria” !

Alle reden in Berlin von ‘Victoria’, dem neuen Film mit Überflieger Frederick Lau in der Hauptrolle.
Das Verrückte daran: Der Streifen mit einer Länge von 136 min. von Regisseur Sebastian Schipper und des norwegische Kameramanns Sturla Brandth Grøvlen wurde ohne Schnitt in nur einer Einstellung gedreht.

Damit überholt das Team ‘Russian Ark’ aus dem Jahr 2002, der es mit nur einer Einstellung mittels Steadycam auf immerhin 96 Minuten brachte.

Sturla Brandth Grøvlen sagte püber die Idee seines Regisseurs: “Ich dachte mir: ‘Großartig!’
Am Anfang hatte ich natürlich einige Zweifel, weil ich mir nicht sicher war, ob dies die beste Umsetzung für die Geschichte sei.
Aber so, wie wir mit Sebastian daran arbeiteten, war es ein sehr interessanter Prozess für mich.
Außerdem liebte ich das Skript.”


Hauptdarsteller Frederick Lau, der die Jungs-Clique in dem berauschenden Film anführt, gilt als Anwärter für den Preis als bester Schauspieler und auch der Film selbst hat Chancen auf einen “Goldenen Bären”.
In weiteren Rollen: Laia Costa, Franz Rogowski, Burak Yigit und Max Mauff.

Darum geht’s:
Eine Stunde noch, dann neigt sich auch diese Nacht in Berlin wieder dem Ende zu.
Vor einem Club lernt Victoria (Laia Costa), eine junge Frau aus Madrid, vier Berliner Jungs kennen – Sonne (Frederick Lau), Boxer (Franz Rogowski), Blinker (Burak Yigit) und Fuß (Max Mauff).
Der Funke zwischen ihr und Sonne springt sofort über, aber Zeit füreinander haben die beiden nicht.
Sonne und seine Kumpels haben noch etwas vor.

Um eine Schuld zu begleichen, haben sie sich auf eine krumme Sache eingelassen.
Als einer von ihnen unerwartet ausfällt, soll Victoria als Fahrerin einspringen.
Was für sie wie ein großes Abenteuer beginnt, entwickelt sich zunächst zu einem verrückten euphorischen Tanz – und dann schnell zum Albtraum.
Während der Tag langsam anbricht, geht es für Victoria und Sonne auf einmal um Alles oder Nichts…

“Victoria” kommt am 11. Juni in die deutschen Kinos.


 
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Die Bären-Jury gilt traditionell als unberechenbar, oft schon gewann ein Außenseiter-Film den Hauptpreis.
Neben US-Regisseur Darren Aronofsky (‘Black Swan’, ‘Noah’) als Jury-Präsident entscheiden über die Sieger dieses Mal auch der deutsche Schauspieler Daniel Brühl (‘Rush – Alles für den Sieg’), die Französin Audrey Tautou (‘Die fabelhafte Welt der Amélie’) und ‘Mad Men’-Erfinder Matthew Weiner.

Auch in Andreas Dresens Romanverfilmung ‘Als wir träumten’ ging es um das Lebensgefühl männlicher Jugendlicher – mit viel Verständnis des Filmemachers für die Rohheit der Jungs in der Leipziger Nachwende-Zeit.

Der erfrischendste der insgesamt 19 Wettbewerbsfilme kam von dem 72-jährigen britischen Regisseur Peter Greenaway (‘Der Kontrakt des Zeichners’). In dem Biopic ‘Eisenstein in Guanajuato’ spekuliert Greenaway über eine Episode aus dem Leben des sowjetischen Regisseurs Sergei Eisenstein (1898-1948).
Der durchaus für einen Darsteller-Preis in Frage kommende Finne Elmer Bäck verkörpert Eisenstein, der in Mexiko seine Homosexualität entdeckt.
Greenaway spielt in dem Film lustvoll mit Farben, Formen und Eisensteins expressiver Montagetechnik.

Gut kam auch Jafar Panahis trotz Arbeitsverbots heimlich in Teheran gedrehter Film ‘Taxi’ an.
Darin erzählt der iranische Regimekritiker witzig und subtil politisch vom schwierigen Leben in seinem Heimatland.
Hart ins Gericht mit der Katholischen Kirche geht der beeindruckende chilenische Film El Club (übersetzt: Der Club) von Pablo Larraín.
Erzählt wird von Priestern, die wegen des Missbrauchs von Kindern exkommuniziert wurden und nun in einer Art WG in einem Haus am Meer leben.
Dann taucht eines ihrer Opfer auf.

Ebenfalls ein Bären-Kandiat: Der erste je im Berlinale-Wettbewerb vertretene Film aus Guatemala.
Jayro Bustamante erzählt in ‘Ixcanul Volcano’ von dem Maya-Mädchen María und ihrem vergeblichen Kampf um Selbstbestimmung.
Hauptdarstellerin María Mercedes Coroy gilt genauso wie die Britin Charlotte Rampling (für ihre Rolle in dem Ehedrama ’45 Years’) als Kandidatin für den Darstellerpreis.


Enttäuschend waren die mit Spannung erwarteten Wettbewerbsfilme der Regie-Altmeister Werner Herzog und Terrence Malick.
Herzog ließ Nicole Kidman als ‘Queen of the Desert’ in einem fast kitschigen Liebesmelodram auftreten.
“Regie-Phantom” Malick predigte in seinem in Videoclip-Ästhetik gedrehten Sinnsucher-Films ‘Knight of Cups’ etwas ermüdend über den rechten Weg im Leben.
 
65. Berlinale: Das sind die Gewinner !

Die 65. Berlinale in Berlin ist zu Ende gegangen.
Der Goldene Bär für den besten Film ging an ‘Taxi’ von Jafar Panahi.
Ein Taxi bewegt sich durch die farbenfrohen, pulsierenden Straßen Teherans.
Die unterschiedlichsten Menschen steigen zu.
Als der Fahrer sie interviewt, sagen alle Passagiere offen, was sie denken.

Niemand anderes als der Regisseur Jafar Panahi, den Iran zur Berlinale nicht ausreisen ließ, selbst sitzt am Steuer des Taxis.
Auf dem Armaturenbrett seines mobilen Filmstudios befindet sich die Kamera.
Während der heiteren und dramatischen Fahrten durch die Stadt fängt sie die Stimmung in der iranischen Gesellschaft ein.

Die britischen Schauspieler Tom Courtenay und Charlotte Rampling haben den Silbernen Bären als beste Schauspieler gewonnen.
Die beiden bekamen am Samstag die Trophäen für ihre Rollen in dem britischen Beziehungsdrama ’45 Years’ von Andrew Haigh.


Ein Silberner Bär ging auch an den Kamera-Mann des deutschen Films ‘Victoria’.
Der aus Norwegen stammende Sturla Brandth Grøvlen wurde für eine herausragende künstlerische Leistung geehrt.
Das Besondere an dem Thriller von Sebastian Schipper: Er wurde ohne Unterbrechung in einer einzigen Einstellung gedreht.

Neben Grøvlen erhielten auch die Kameramänner des russischen Films ‘Under Electric Clouds’, Evgeniy Privin und Sergey Mikhalchuk, eine Trophäe in dieser Kategorie.

Der Silberne Bär für das beste Drehbuch ging an den chilenischen Regisseur Patricio Guzmán.
In seinem Dokumentarfilm ‘Der Perlmuttknopf’ erzählt Guzmán von der blutigen Geschichte seines Heimatlandes.


 
Berlinale-Gewinner "Taxi" hat deutschen Kinostart !

Jafar Panahis "Taxi" gewann den Goldenen Bären 2015 – die Auszeichnung ist zugleich Würdigung von Filmkunst und politisches Statement, denn Panahi hat in seiner Heimat Iran Berufsverbot.
Bei uns wird "Taxi" ab dem 23. Juli 2015 in den Kinos laufen.
 
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