HansonMaterial
MyBoerse.bz Pro Member
[Belletristik] Alfred Andersch - Der Vater eines Mörders / Die Kirschen der Freiheit
Alfred Andersch - Der Vater eines Mörders / Die Kirschen der Freiheit
Genre: Belletristik
Format: azw3, docx, epub, htmlz, lit, mobi, pdf, txt
Sprache: Deutsch
Größe: 12 MB
Passwort: kein Passwort
Hoster: Share-Online.biz
Der Vater eines Mörders
Noch bevor Klassenlehrer Studienrat Dr. Kandlbinder seine Stunde in der Untertertia B (der achten Klasse) beginnen kann, betritt Oberstudiendirektor Himmler („Rex“ genannt) überraschend das Klassenzimmer. Obwohl er gleich erklärt, der Lehrer solle sich im Unterricht nicht stören lassen, übernimmt der Schulleiter das Kommando, nachdem Kandlbinder zunächst den Klassenbesten an die Tafel gebeten hat. Es stellt sich heraus, dass der Rektor erstaunlich gut über die Leistungen einzelner Schüler informiert ist und sich auch hinsichtlich des von Kandlbinder erreichten Unterrichtstandes nicht täuschen lässt. Franz Kiens Beurteilung des Rektors schwankt zwischen Bewunderung und Abscheu, als es zwischen Himmler und dem als nächsten aufgerufenen Schüler, dem adeligen Konrad von Greiff, zu einer Auseinandersetzung kommt, die zwar mit einer Demütigung des Rektors, aber auch der Relegation Greiffs endet.
Die Kirschen der Freiheit
Der Ich-Erzähler beginnt mit einer Erinnerung an das Ende der Münchner Räterepublik, als er als 5-Jähriger vom Fenster der elterlichen Wohnung aus Kolonnen verhafteten „Gesindels“ – so sein Vater – zum Münchner Oberwiesenfeld ziehen sieht. Dort wurden alle, wie er sich mit 14 oder 15 Jahren vergegenwärtigt, an der Garagenwand des Unternehmens „Kraftverkehr Bayern“ erschossen. Es bewegt ihn die Frage, wie jemandem zumute ist, der einen anderen erschießt, und warum er ihn nicht auf dem Weg zum Erschossenwerden zur schnellen Flucht in einen Hauseingang auffordert. Das sind aber Gedanken, die ihn in seiner ansonsten wie ein Uhrwerk ablaufenden Kindheit und frühen Jugend wenig beschäftigen. In der Erinnerung verschwimmen Vorortmietshäuser, Kasernen und das in der Untertertia (Klasse 8) wegen schlechter Leistungen in Griechisch abgebrochene Gymnasium in einem Gefühl von Langeweile. Die Konfirmation wird für ihn zu einer rein mechanischen Handlung, die an ihm vollzogen wird. Darauf führt er zurück, dass er später die lutherische Kirche verlässt und sich keiner anderen Glaubensgemeinschaft mehr anschließt. Seinen Vater erlebt er als einen im Krieg und von der Räterepublik Geschlagenen, der sich am wohlsten in seiner Rolle als Hauptmann fühlen würde und die Familie in Schulden geraten lässt. Glühender Anhänger Hitlers und Ludendorffs und am Hitlerputsch beteiligt, vernachlässigt er seinen Kaufmannsberuf. Nachdem eine Kriegsverletzung aufbricht und zunächst ein Bein amputiert werden muss, erlebt der Erzähler das sich über zwei Jahre hinziehende Sterben seines Vaters.
Alfred Andersch - Der Vater eines Mörders / Die Kirschen der Freiheit
Genre: Belletristik
Format: azw3, docx, epub, htmlz, lit, mobi, pdf, txt
Sprache: Deutsch
Größe: 12 MB
Passwort: kein Passwort
Hoster: Share-Online.biz
Der Vater eines Mörders
Noch bevor Klassenlehrer Studienrat Dr. Kandlbinder seine Stunde in der Untertertia B (der achten Klasse) beginnen kann, betritt Oberstudiendirektor Himmler („Rex“ genannt) überraschend das Klassenzimmer. Obwohl er gleich erklärt, der Lehrer solle sich im Unterricht nicht stören lassen, übernimmt der Schulleiter das Kommando, nachdem Kandlbinder zunächst den Klassenbesten an die Tafel gebeten hat. Es stellt sich heraus, dass der Rektor erstaunlich gut über die Leistungen einzelner Schüler informiert ist und sich auch hinsichtlich des von Kandlbinder erreichten Unterrichtstandes nicht täuschen lässt. Franz Kiens Beurteilung des Rektors schwankt zwischen Bewunderung und Abscheu, als es zwischen Himmler und dem als nächsten aufgerufenen Schüler, dem adeligen Konrad von Greiff, zu einer Auseinandersetzung kommt, die zwar mit einer Demütigung des Rektors, aber auch der Relegation Greiffs endet.
Die Kirschen der Freiheit
Der Ich-Erzähler beginnt mit einer Erinnerung an das Ende der Münchner Räterepublik, als er als 5-Jähriger vom Fenster der elterlichen Wohnung aus Kolonnen verhafteten „Gesindels“ – so sein Vater – zum Münchner Oberwiesenfeld ziehen sieht. Dort wurden alle, wie er sich mit 14 oder 15 Jahren vergegenwärtigt, an der Garagenwand des Unternehmens „Kraftverkehr Bayern“ erschossen. Es bewegt ihn die Frage, wie jemandem zumute ist, der einen anderen erschießt, und warum er ihn nicht auf dem Weg zum Erschossenwerden zur schnellen Flucht in einen Hauseingang auffordert. Das sind aber Gedanken, die ihn in seiner ansonsten wie ein Uhrwerk ablaufenden Kindheit und frühen Jugend wenig beschäftigen. In der Erinnerung verschwimmen Vorortmietshäuser, Kasernen und das in der Untertertia (Klasse 8) wegen schlechter Leistungen in Griechisch abgebrochene Gymnasium in einem Gefühl von Langeweile. Die Konfirmation wird für ihn zu einer rein mechanischen Handlung, die an ihm vollzogen wird. Darauf führt er zurück, dass er später die lutherische Kirche verlässt und sich keiner anderen Glaubensgemeinschaft mehr anschließt. Seinen Vater erlebt er als einen im Krieg und von der Räterepublik Geschlagenen, der sich am wohlsten in seiner Rolle als Hauptmann fühlen würde und die Familie in Schulden geraten lässt. Glühender Anhänger Hitlers und Ludendorffs und am Hitlerputsch beteiligt, vernachlässigt er seinen Kaufmannsberuf. Nachdem eine Kriegsverletzung aufbricht und zunächst ein Bein amputiert werden muss, erlebt der Erzähler das sich über zwei Jahre hinziehende Sterben seines Vaters.



