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Anschlag von Sousse in Tunesien: Attentäter arbeitete als Animateur

Beliebter Urlaubsort Sousse: 27 Tote bei Angriff auf Hotel in Tunesien

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Dutzende Menschen sterben bei einem Angriff auf ein Touristenhotel in Tunesien. Die Attacke ereignet sich am Strand des bei Ausländern beliebten Urlaubsortes Sousse. Der Reisekonzern Tui teilt mit, der Angriff hätte in der Nähe eines seiner Hotels stattgefunden.

Bei einem Angriff auf ein Touristenhotel an der Mittelmeerküste sind in Tunesien nach offiziellen Angaben mindestens 27 Menschen getötet worden. Das meldete das Staatsfernsehen unter Berufung auf das Innenministerium. Die Anschläge fanden am Strand des beliebten Urlaubsorts Sousse statt.

Ein Bewaffneter habe das Feuer im Hotel Marhaba in Sousse eröffnet, teilte das Innenministerium mit. Es handle sich um einen "Terroranschlag", sagte ein Ministeriumssprecher. Der Angreifer sei getötet worden.

Der tunesische Radiosender Mosaique FM meldete ebenfalls unter Berufung auf das Ministerium, unter den Toten seien Deutsche und Briten. Das Auswärtige Amt prüft dies derzeit.
Attacke in Hotel oder am Strand?

Der Reisekonzern Tui teilte mit: "Wir wissen nicht, ob unter den Opfern Tui-Urlauber oder Deutsche sind", sagte ein Konzernsprecher. Die Einsatzkräfte vor Ort hätten die Anlage abgeriegelt. Die Tui-Reiseleitung habe keinen Zugang.

Der Tui-Sprecher wollte nicht bestätigen, dass es sich bei dem Hotel um das konzerneigene Riu Imperial Marhaba handelt. Seines Wissens nach habe die Attacke am Strand vor dem Hotel stattgefunden. Das Riu Hotel sei aber in der Gegend. Tui betreibt die RIU-Hotelkette zusammen mit einer spanischen Familie.

Derweil gab es bei einer Explosion in der Nähe einer schiitischen Moschee in Kuwait mindestens 13 Tote. In Frankreich wurde nach einem Überfall auf eine Gasfabrik bei Lyon die Leiche eines enthaupteten Mannes entdeckt. Ob es einen Zusammenhang zwischen den verschiedenen Anschlägen gibt, war zunächst nicht klar.

Kalaschnikows beschlagnahmt

Zuvor hatte die staatliche Nachrichtenagentur Tap sowie das Staatsfernsehen unter Berufung auf das Innenministerium berichtet, dass das Gebäude von bewaffneten "Terroristen" überfallen worden sei.

Dabei habe es einen Schusswechsel zwischen den Angreifern und Sicherheitskräften gegeben. Ein Angreifer sei getötet und zahlreiche Kalaschnikow-Sturmgewehre beschlagnahmt worden. Der Einsatz der Sicherheitskräfte dauerte den Angaben zufolge an. Zu den Nationalitäten der Opfer war zunächst nichts bekannt.

Erst im März waren in Tunesien bei einem Terrorangriff auf das berühmte Bardo-Museum in der Hauptstadt mehr als 20 Menschen getötet worden. Dschihadisten haben bereits seit Wochen Terroranschläge im Fastenmonat Ramadan angekündigt.

In Tunesien sind sowohl Anhänger des Terrornetzwerk Al-Kaida als auch der IS-Miliz aktiv. Am Montag ist der Jahrestag des von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ausgerufenen Kalifat in Syrien und im Irak.

 
Angriff auf Urlaubshotel in Tunesien: Ministerium: Deutsche Urlauber bei Anschlag ermordet

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Dutzende Menschen sterben bei einem Angriff auf ein Touristenhotel in Tunesien. Laut dem Gesundheitsministerium des Landes sind auch deutsche Urlauber unter den Opfern. Das Auswärtige Amt richtet einen Krisenstab ein.


Bei dem Anschlag auf ein Hotel in Tunesien sind nach Angaben des tunesischen Gesundheitsministeriums auch deutsche Urlauber getötet worden. Insgesamt kamen 27 Menschen ums Leben. Auch einer der Angreifer wurde getötet. 20 Menschen wurden verletzt.

Das Auswärtige Amt in Berlin richtete derweil einen Krisenstab ein. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte: "Das ganze Ausmaß der Tat steht noch nicht fest. Wir wissen noch nicht, ob auch Deutsche unter den Opfern sind." Tunesien brauche Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus, sagte Steinmeier. "Der heutige Anschlag kann uns darin nur bestärken."

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Nach Angaben des Außenministeriums bemüht sich die deutsche Botschaft in Tunis "mit Hochdruck" um Aufklärung. Ein Team der Botschaft machte sich auf den Weg zum Anschlagsort im Badeort Sousse, etwa 120 Kilometer von Tunis entfernt. Zudem richtete das Auswärtige Amt unter der Telefonnummer 030/5000 3000 eine Hotline ein. Nach Informationen eines tunesischen Radiosenders, der sich auf das Innenministerium berief, sollen Deutsche und Briten unter den Toten sein.

Die deutsche Botschaft riet allen Staatsbürger in einer per E-Mail versandten Mitteilung, die Umgebung des von tunesischen Sicherheitskräften abgeriegelten Tatorts zu meiden. Salwa al-Kadri, eine Reiseführerin, die sich nach der Tat in dem Hotel aufhielt, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Telefon, unter den Toten seien mehrere Deutsche. Die meisten Opfer stammten jedoch aus Großbritannien, fügte sie hinzu.

Angriff von Seeseite aus


Lokale Medien meldeten unter Berufung auf Augenzeugen, zwei Terroristen seien von der Strandseite aus auf das Hotelgelände vorgedrungen. Einer habe plötzlich aus einem zusammengefalteten Sonnenschirm ein Sturmgewehr hervorgeholt und auf Menschen geschossen, die am Strand lagen.

In einem Feuergefecht hätten Sicherheitskräfte einen Angreifer getötet und später zahlreiche Sturmgewehre beschlagnahmt, hieß es aus tunesischen Sicherheitskreisen. Bei dem getöteten Terroristen handelt es sich demnach um einen Tunesier. Der zweite Angreifer sei festgenommen worden. Wie ein Sprecher des Innenministeriums mitteilte, wurden mehr als 20 Menschen verletzt.

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Attacke in Hotel oder am Strand?

Der Reisekonzern Tui teilte mit: "Wir wissen nicht, ob unter den Opfern Tui-Urlauber oder Deutsche sind", sagte ein Konzernsprecher. Die Einsatzkräfte vor Ort hätten die Anlage abgeriegelt. Die Tui-Reiseleitung habe keinen Zugang. Fest stehe derzeit nur, dass sich aktuell etwa 260 Urlauber aus Deutschland, die bei der Tui gebucht hatten, im Umkreis des Anschlagsortes aufhielten.

Der Tui-Sprecher wollte nicht bestätigen, dass es sich bei dem Hotel um das konzerneigene Riu Imperial Marhaba handelt. Seines Wissens nach habe die Attacke am Strand vor dem Hotel stattgefunden. Das Riu Hotel sei aber in der Gegend. Das "Hotel Riu Imperial Marhaba" liegt in der kleinen Hafenstadt Port El-Kanmtaoui im Norden von Sousse direkt am Meer. Tui betreibt die RIU-Hotelkette zusammen mit einer spanischen Familie.

Die belgische Fluggesellschaft und Tui-Tochter Jetairfly fliegt nach dem Anschlag keine Reisenden mehr nach Tunesien. Das teilte das Unternehmen mit. Ein Flug sei auf dem Weg nach Tunesien zurück nach Brüssel umgekehrt. Ein Abendflug wurde annulliert, ebenso wie vier Flüge am Samstag. Die Airline führt aber weiter Flüge aus, um Reisende aus dem Land nach Hause zu bringen. Auch einer der größten polnischen Reiseveranstalter, Itaka Polska, setzte Flüge nach Tunesien aus.

Serie von Anschlägen in Tunesien

Erst im März waren in Tunesien bei einem Terrorangriff auf das berühmte Bardo-Museum in der Hauptstadt mehr als 20 Menschen getötet worden. Dschihadisten haben bereits seit Wochen Terroranschläge im Fastenmonat Ramadan angekündigt. Im April 2002 waren bei dem bis dahin schwersten Terroranschlag in Tunesien auf eine Synagoge in Djerba 21 Menschen ums Leben, darunter 14 deutsche Urlauber.

In Tunesien sind sowohl Anhänger des Terrornetzwerk Al-Kaida als auch der IS-Miliz aktiv. Am Montag ist der Jahrestag des von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ausgerufenen Kalifat in Syrien und im Irak.

Derweil gab es bei einer Explosion in der Nähe einer schiitischen Moschee in Kuwait mindestens 13 Tote. In Frankreich wurde nach einem Überfall auf eine Gasfabrik bei Lyon die Leiche eines enthaupteten Mannes entdeckt. Ob es einen Zusammenhang zwischen den verschiedenen Anschlägen gibt, war zunächst nicht klar.

 
"Wir müssen davon ausgehen": Tui fürchtet Kunden unter Opfern in Tunesien

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Bei dem Anschlag in Tunesien kamen offenbar auch deutsche Urlauber ums Leben. Der Reisekonzern Tui befürchtet, dass darunter auch eigene Kunden sind. Eine Bestätigung gibt es jedoch noch nicht. Auch andere Veranstalter reagieren.

Der deutsche Reisekonzern Tui geht davon aus, dass sich unter den Todesopfern des Terroranschlags in Tunesien eigene Kunden befinden. Zum jetzigen Zeitpunkt lägen noch keine gesicherten Erkenntnisse vor. "Wir müssen aber davon ausgehen", heißt es in einer Erklärung, die das Unternehmen verbreitete. Derzeit befänden sich rund 3800 deutsche TUI-Gäste in Tunesien. Weitere Informationen postete Tui auf seinem Twitter-Kanal.
Tweets von @TUI_Presse

Demnach leitete der Tui-Krisenstab alle notwendigen Maßnahmen ein. Speziell geschulte Mitarbeiter bereiteten sich auf ihren Einsatz vor, um Gäste vor Ort zu unterstützen. Tui hat für Kunden zudem eine kostenlose Hotline unter der Telefonnummer +49(0)511 567 8000 eingerichtet. Gäste, die in der aktuellen Sommersaison eine Tunesienreise gebucht haben, können bis einschließlich 15. September gebührenfrei umbuchen oder stornieren. Für Urlauber vor Ort, die ihre Reise beenden wollen, organisiert die Tui vorzeitige Abreisen.

Zuvor hatte Tui mitgeteilt, dass sich aktuell etwa 260 Urlauber aus Deutschland, die bei der Tui gebucht hatten, im Umkreis des Anschlagsortes aufhielten. Der Tui-Sprecher wollte jedoch nicht bestätigen, dass es sich bei dem betroffenen Hotel um das konzerneigene Riu Imperial Marhaba handelt. Seines Wissens nach habe die Attacke am Strand vor dem Hotel stattgefunden. Das Riu Hotel sei aber in der Gegend.
Flug nach Tunesien abgebrochen

Die DER Touristik-Gruppe bot ihren Kunden kostenlose Stornierungen und Umbuchungen für alle Tunesien-Reisen mit Abflug bis zum 10. Juli an. Gleichzeitig organisierte das Unternehmen nach eigenen Angaben Flugkapazitäten, um Gäste, die das Land vorzeitig verlassen wollten, nach Deutschland zurück zu fliegen.

Auch der Reisekonzern Thomas Cook bietet seinen Kunden einen kostenlosen Rücktritt von der Reise an. Urlauber der deutschen Thomas-Cook-Reiseveranstalter, die bis zum 24. Juli in das Land fliegen wollten, dürften kostenlos stornieren oder umbuchen, teilte das Unternehmen, zu dem auch "Neckermann Reisen" gehört, mit. Nach derzeitigem Stand seien keine Gäste oder Mitarbeiter von Thomas Cook von der Tat betroffen, hieß es.

Die belgische Fluggesellschaft und Tui-Tochter Jetairfly fliegt nach dem Anschlag keine Reisenden mehr nach Tunesien. Das teilte das Unternehmen mit. Ein Flug sei auf dem Weg nach Tunesien zurück nach Brüssel umgekehrt. Ein Abendflug wurde annulliert, ebenso wie vier Flüge am Samstag. Die Airline führt aber weiter Flüge aus, um Reisende aus dem Land nach Hause zu bringen.

Auch einer der größten polnischen Reiseveranstalter setzte seine Flüge nach Tunesien aus. Alle Reisen in das nordafrikanische Land würden gestoppt, berichtete der Rundfunksender TOK FM unter Berufung auf eine Sprecherin von Itaka Polska. Das polnische Außenministerium bemühte sich um Informationen, ob auch Polen unter den Terror-Opfern sind.

 
Gewalt und Anschläge seit 2010: Tunesien kommt nicht zur Ruhe

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Vor fast fünf Jahren begann in Tunesien der "Arabische Frühling". Doch dem schnellen Sturz von Machthaber Ben Ali folgte eine Zeit von Chaos und Gewalt. Immer wieder waren dabei auch Touristen das Ziel von Anschlägen.

Tunesien kommt auch mehr als vier Jahre nach dem Beginn des "Arabischen Frühlings" und dem Sturz des autoritär regierenden Staatschefs Zine El Abidine Ben Ali nicht zur Ruhe. Bei einem Angriff auf ein Hotel im tunesischen Urlaubsort Sousse werden Dutzende Menschen getötet, darunter ausländische Touristen. Hier ein Überblick über die Entwicklung seit Ende 2010:

- 17. Dezember 2010: Der Gemüsehändler Mohamed Bouazizi zündet sich an, weil er sich von den Behörden seiner Lebensgrundlage beraubt sieht. Die Verzweiflungstat gilt als Auslöser der folgenden landesweiten Massenproteste.

- 14. Januar 2011: Unter dem Druck der Massenproteste flieht der seit 23 Jahren amtierende Präsident Zine El Abidine Ben Ali nach Saudi-Arabien.

- 25. Februar 2011: Regierungsfeindliche Proteste zwingen Ministerpräsident Mohamed Ghannouchi, den letzten aus der Ära Ben Ali, zum Rücktritt.

- 27./28. Oktober 2011: Nach Bekanntgabe der Ergebnisse der ersten freien Wahlen erschüttern gewaltsame Unruhen die Stadt Sidi Bouzid. Die islamistische Ennahda-Partei geht als Sieger aus den Wahlen hervor.

- 14. September 2012: Vier Menschen werden bei gewaltsamen Protesten vor der US-Botschaft gegen einen islamkritischen Film getötet.

- 6. Februar 2013: Der prominente Oppositionsführer Chokri Belaid wird erschossen. Das Attentat führt erneut zu schweren Unruhen, der islamistische Ministerpräsident Hamadi Jebali tritt als Konsequenz zurück.

- 25. Juli 2013: Ein weiterer Oppositionsführer, Mohamed Brahmi, wird erschossen. Auch hinter diesem Attentat werden islamistische Extremisten vermutet.

- 2. August 2013: Die Streitkräfte starten eine Offensive gegen islamistische Aufständische am Berg Chaambi an der Grenze zu Algerien.

- 4. Februar 2014: Der mutmaßliche Mörder Belaids wird bei einer Polizeirazzia getötet. Er ist einer von sieben schwer bewaffneten Extremisten, die bei dem Einsatz erschossen werden.

- 16. Juli 2014: Am Berg Chaambi an der Grenze zu Algerien töten Dschihadisten 15 Soldaten. Es ist der tödlichste derartige Angriff in der Geschichte der tunesischen Streitkräfte.

- 21. Dezember 2014: Der anti-islamistische Politikveteran Béji Caid Essebsi gewinnt die erste freie Präsidentschaftswahl in Tunesien.

- 18. März 2015: Bei einem Anschlag schwer bewaffneter Angreifer auf das Nationalmuseum von Bardo in Tunis sterben 21 ausländische Touristen, ein Polizist und zwei Attentäter. Obwohl die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) sich zu dem Anschlag bekannte, machte die tunesische Regierung die mit dem rivalisierenden Al-Kaida-Netzwerk verbündete islamistische Brigade Okba Ibn Nafaa dafür verantwortlich.

- 26. Juni 2015: Ein Angreifer erschießt in einem Hotel im Urlaubsort Sousse Dutzende Menschen, darunter ausländische Touristen.

 
Außenamt befürchtet deutsche Tote: Zahl der Opfer in Tunesien steigt auf 37

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Die tunesischen Behörden gehen mittlerweile von mindestens 37 Opfern bei einem Anschlag auf ein Urlaubshotel aus. Darunter sollen auch Deutsche sein. Mittlerweile befürchtet dies auch das Auswärtige Amt. Es richtet einen Krisenstab ein. Auch Reiseanbieter reagieren.

Nach der Terrorattacke in einem tunesischen Strandhotel ist die Zahl der Todesopfer auf 37 gestiegen. Das berichtete der tunesische Radiosender Mosaique FM unter Berufung auf das Gesundheitsministerium. Die Zahl der Verletzten wurde mit 36 angegeben. Einige schwebten in Lebensgefahr.

Das Auswärtige Amt in Berlin befürchtet mittlerweile, dass unter den Toten auch Deutsche sind. "Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass deutsche Staatsangehörige Opfer des Anschlags geworden sind", sagte ein Ministeriumssprecher."Wir müssen damit rechnen, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis das geklärt ist."

Zuvor hatte bereits das tunesische Gesundheitsministerium mitgeteilt, dass unter den Opfern mehrere Deutsche seien. Die BBC berichtete unter Verweis auf den britischen Außenminister Peter Hammond, dass mindestens fünf Menschen aus Großbritannien unter den Toten seien. Es wurde jedoch damit gerechnet, dass diese Zahl noch steigt. Eine Tote stammt aus Irland.

Viele Urlauber reisen ab


Mehrere Reisekonzerne reagierten mittlerweile auf den Anschlag und stoppten ihre Reisen nach Tunesien. Der Reiseanbieter Tui teilte mit, dass eigene Kunden unter den Opfern sein könnten. Das Unternehmen richtete unter +49/(0)511/567 8000 eine kostenlose Kundenhotline ein. Ein Großteil der ausländischen Hotelgäste entschied sich für eine schnelle Abreise. "Die meisten ausländischen Überlebenden haben es vorgezogen abzureisen, wir koordinieren das mit ihren Reisebüros", sagte Salwa al-Kadri, die als lokale Reiseführerin in dem betroffenen Hotel arbeitet. "Jeder hier steht immer noch unter Schock."

Nach ersten Informationen und Augenzeugenberichten hatte ein Terrorist in der Nähe der Stadt Sousse auf Urlauber an einem Hotelstrand und einem Pool geschossen. Berichte lokaler Medien, wonach auch Handgranaten gezündet worden sein sollen, wurden von offizieller Seite zunächst nicht bestätigt. Der Mann sei nach dem "Terroranschlag" selbst getötet worden, teilte das Innenministerium mit.

Nach Angaben von Sicherheitsstaatssekretär Rafik Chelly handelt es sich bei dem mutmaßlichen Täter um einen Studenten, der seine Waffe in einem Sonnenschirm versteckte. Er sei bisher nicht polizeibekannt und stamme aus der Region von Kairouan, der vierten heiligen Stätte des Islam. Entgegen ersten Angaben gab es wohl nur einen Attentäter. Ein Sprecher des Innenministeriums in Tunesien sagte, es gebe "keine offiziellen Verhaftungen" von weiteren Tatverdächtigen.

Hotline des Außenamtes


Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilte den Terroranschlag auf das "Allerschärfste". "Erneut ist die junge tunesische Demokratie zur Zielscheibe derjenigen geworden, die Chaos und Hass säen wollen", heißt es in einem Kondolenzschreiben an den tunesischen Präsidenten Beji Caid Essebsi. Das Auswärtige Amt richtete einen Krisenstab ein. Außenminister Frank-Walter Steinmeier sagte: "Das ganze Ausmaß der Tat steht noch nicht fest." Tunesien brauche Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus.

Nach Angaben des Außenministeriums bemüht sich die deutsche Botschaft in Tunis "mit Hochdruck" um Aufklärung. Ein Team der Botschaft erreichte den Anschlagsort im Badeort Sousse, etwa 120 Kilometer von Tunis entfernt. Zudem richtete das Auswärtige Amt unter der Telefonnummer 030/5000 3000 eine Hotline ein. Die deutsche Botschaft riet allen Staatsbürger in einer per E-Mail versandten Mitteilung, die Umgebung des von tunesischen Sicherheitskräften abgeriegelten Tatorts zu meiden.

Erst im März waren in Tunesien bei einem Terrorangriff auf das berühmte Bardo-Museum in der Hauptstadt mehr als 20 Menschen getötet worden. Dschihadisten haben bereits seit Wochen Terroranschläge im Fastenmonat Ramadan angekündigt. In Tunesien sind sowohl Anhänger des Terrornetzwerk Al-Kaida als auch der IS-Miliz aktiv.
 
Touristen erleben Anschlag mit: "Den Blutgeruch habe ich noch in der Nase"

Ein Ehepaar kommt gerade in Tunesien an, zum Urlaub. Doch dann erleben sie das Massaker mit, das Dutzende Menschen das Leben kostet. Der Täter sei ganz ruhig geblieben, sagen sie. "Er ist nicht gerannt und hat nicht geschrien."

Es geschah zu einer Zeit, als die meisten Urlauber in der Sonne entspannten. Sie lagen am Pool oder am Strand, als ein bewaffneter Mann gegen Mittag die Anlage des "Imperial Marhaba Hotel" betrat und begann, auf Touristen zu schießen.

Ein Ehepaar aus Bayern war erst 20 Minuten zuvor im tunesischen Mittelmeerbadeort Port el-Kantaoui angekommen, da fielen die ersten Schüsse. "Der Mann hielt die Waffe am Bein und gab immer wieder ganz gezielt einzelnen Schüsse ab", sagte der etwa 50-Jährige Tourist, der seinen Namen nicht nennen wollte.

Der schwarz gekleidete Attentäter tötete zunächst Menschen am Strand und am Pool und ging dann weiter in die Hotelhalle, wie mehrere Augenzeugen berichteten. "Er ging den Flüchtenden hinterher und erschoss einen, der sich hinter einer großen Vase versteckt hatte", erzählt der deutsche Urlauber, der die schrecklichen Szenen gemeinsam mit seiner Frau von einer Galerie im ersten Stockwerk aus beobachtete.

"Briten mit Bauchschuss erstversorgt"

Der Täter - ein tunesischer Student mit schwarzem Haar und ohne Bart - sei ganz ruhig geblieben. "Er ist nicht gerannt und hat nicht geschrien." Nach etwa einer halben Stunde sei alles vorbei gewesen. "Wir haben noch einen Briten mit Bauchschuss erstversorgt", sagt der Deutsche. "Was aus ihm geworden ist, wissen wir nicht. Aber den Blutgeruch habe ich noch in der Nase."

Nach dem Terrorangriff auf das berühmte Bardo-Museum in Tunis im März ist dies schon das zweite Attentat auf Touristen innerhalb von vier Monaten in dem nordafrikanischen Land. Bei der Attacke auf das Museum waren mehr als 20 Menschen getötet worden. Diesmal sind es fast doppelt so viele. Ein Alptraum für das Land, das hochgradig vom Tourismus abhängig ist.

Leichen auf den Liegestühlen

Dschihadisten drohen Tunesien schon seit Monaten mit weiteren Anschlägen. Aus dem kleinen Land sind nach Regierungsangaben auch gut 3000 Menschen in den Dschihad nach Syrien und in den Irak gezogen - sie haben sich der Terrormiliz Islamischer Staat oder der Al-Kaida angeschlossen.

Im Hotel "Imperial Merhaba" versammeln sich am Abend Gäste an der Rezeption, viele haben Tränen in den Augen. Einige haben ihre Koffer gepackt und hoffen, möglichst bald abreisen zu können. An Urlaub ist in der Anlage auch nicht mehr zu denken. Auf weißen Liegestühlen nahe der Pools liegen Leichen in schwarzen Tücher eingehüllt. Internationale Botschaftsmitarbeiter sind angereist, um die Toten zu identifizieren.

In den Glastüren der Eingangshallen sind Einschusslöcher zu sehen. An der Auffahrt liegt ein Gartenschlauch, aus dem Wasser fließt und das Blut wegschwemmt. Auch das Ehepaar aus Bayern hofft, noch einen Flug in der Nacht zu erwischen. "Den Urlaub fortzusetzen, kommt auf keinen Fall in Frage."

 
"Deutschland ist erklärtes Ziel": IS bekennt sich zum Anschlag in Tunesien

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Der brutale Massenmord an Touristen konfrontiert Europa mit der Bedrohung durch fanatische Extremisten. IS-Sympathisanten veröffentlichen ein Bekennerschreiben. Experten sind sich sicher: "Das kann jederzeit bei uns passieren."

Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben sich in der Nacht zum Samstag zu dem blutigen Terroranschlag in Tunesien bekannt. In einer über Twitter verbreiteten Erklärung, deren Echtheit sich nicht überprüfen ließ, die aber früheren Mitteilungen der IS ähnelt, hieß es, ein "Soldat des Kalifats" habe den "abscheulichen Hort der Prostitution, des Lasters und des Unglaubens" angegriffen. Die meisten Opfer seien Bürger von Staaten der Koalition, "die mit dem Kalifat im Krieg steht".

Bei dem Anschlag in einem Hotel bei Sousse an der tunesischen Mittelmeerküste am Freitag starben jüngsten Angaben der tunesischen Behörden zufolge insgesamt 39 Menschen, unter ihnen offenbar auch deutsche Urlauber. Die Mehrzahl der Todesopfer sei britischer Staatsbürgerschaft, sagte Regierungschef Habib Essid in der Nacht. "Danach kommen Deutsche und Belgier und dann weitere Nationalitäten."

Gesicherte Erkenntnisse zur Herkunft der Opfer liegen derzeit noch nicht vor. "Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass deutsche Staatsangehörige Opfer des Anschlags geworden sind", hatte ein Sprecher des deutschen Auswärtigen Amtes am Abend nach dem Anschlag erklärt. "Wir müssen damit rechnen, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis das geklärt ist." Der Täter war am Freitag in das besonders bei europäischen Touristen beliebte Hotel Riu Imperial Marhaba in Port el Kantaoui bei Sousse eingedrungen und hatte dort zunächst wahllos auf die arglos am Strand liegenden Menschen gefeuert.

Nach Angaben der Behörden hatte er in einem Sonnenschirm eine Waffe versteckt. Der Angreifer wurde schließlich getötet. Für Tunesien selbst ist dieser zweite heimtückische Überfall binnen weniger Monate eine Katastrophe. Der Anschlag sollte offenbar gezielt die Tourismusindustrie des Landes treffen. Das Land mit seiner jungen Demokratiebewegung ist auf die Einnahmen angewiesen - und droht nun unwillentlich in die Machenschaften fanatischer Extremisten hineingezogen zu werden. Von einer weiteren Destabilisierung dürften vor allem extremistische Kräfte profitieren.

Deutschland im Visier

Die ungewöhnliche Häufung mehrerer Terroranschläge an einem Tag dürfte an Europa nicht spurlos vorübergehen - und könnte auch in Deutschland eine allgemeine Angst vor dem Terror auslösen. Die deutschen Sicherheitsbehörden rechnen nach Informationen der "Bild"-Zeitung jederzeit mit Anschlägen islamistischer Extremisten ähnlich wie in Tunesien und Frankreich.

"Deutschland ist erklärtes und tatsächliches Ziel dschihadistisch motivierter Gewalt", zitiert das Blatt aus einem internen Bericht der Behörden zur Sicherheitslage in Deutschland. Demnach besteht "sowohl im Bundesgebiet als auch für deutsche Einrichtungen und Interessen im Ausland eine hohe abstrakte Gefahr". Diese abstrakte Gefährdung könne sich "jederzeit in Form von terroristischen Anschlägen und Entführungen konkretisieren".

Kalkül der Terroristen: abstrakte Angst

Eine besondere Gefahr geht den Angaben zufolge von Syrien-Kämpfern aus, die "mit einem Anschlagsauftrag oder einer Anschlagsabsicht" aus dem Bürgerkriegsland zurückkehren könnten. Rund 200 der mehr als 700 deutschen Syrien-Krieger seien mittlerweile zurückgekehrt.

Die Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) warnt, dass ein hundertprozentiger Schutz vor vergleichbaren Anschlägen in Deutschland kaum möglich sei. Der Bundesvorsitzende Rainer Wendt sagte der "Bild"-Zeitung: "So ein Anschlag kann jederzeit bei uns passieren und ist kaum zu verhindern." Es gebe hunderte Syrien-Rückkehrer und tausende Zuwanderer, die "jede Woche völlig unkontrolliert" zu uns kämen. "Darunter können immer zu allem entschlossene Terroristen sein, die hier Anschläge verüben wollen."

Unkontrollierbarer Terror-Import

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann von der CSU sagte dem Blatt: "Die Anschläge machen deutlich, dass wir in ganz Europa ein hohes Risiko von islamistischen Anschlägen haben. Wir müssen hier sehr auf der Hut sein. Das kann jederzeit bei uns passieren."

Die US-Regierung hat die Anschläge in Frankreich, Tunesien und Kuwait scharf verurteilt. "Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Opfern dieser abscheulichen Verbrechen, bei ihren Angehörigen und bei den Bevölkerungen dieser drei Länder", erklärte das Weiße Haus. Die Vereinigten Staaten würden den Kampf gegen die "Geißel des Terrorismus" fortsetzen. US-Präsident Barack Obama wurde den Angaben zufolge regelmäßig über die Attacken unterrichtet.
Tag des Terrors, keine "taktische" Verbindung

Nach Erkenntnissen der US-Außenministeriums bestand zwischen den Attentätern wohl keine direkte Verbindung. Für eine Koordinierung "auf taktischer Ebene" gebe es keine Hinweise, sagte Außenamtssprecher John Kirby. Allerdings ziehe sich der "gemeinsame Faden des Terrorismus" durch die Ereignisse.

Vor dem Wochenende war es in drei verschiedenen Staaten beinahe zeitgleich zu Terroranschlägen gekommen. In einem Touristenhotel in Tunesien hatte ein Angreifer am Freitag mindestens 39 Menschen erschossen und mehr als 30 weitere verletzt.

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee in Kuwait starben 25 Menschen während des Freitagsgebets. In Frankreich enthauptete ein Attentäter einen Mann und brachte in einem Gaslager eine Reihe von Gasflaschen zur Explosion, bevor er von Sicherheitskräften überwältigt werden konnte.

 
Terroranschlag auf Hotel bei Sousse: Steinmeier bestätigt ein deutsches Opfer

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Mindestens ein Deutscher ist unter den Opfern des Terroranschlags auf eine Hotelanlage in Tunesien. Eine Bundesbürgerin sei verletzt worden, teilt Außenminister Steinmeier mit. Die Untersuchungen seien aber noch nicht beendet.

Bei dem Anschlag im tunesischen Ferienort Sousse ist mindestens ein Bundesbürger getötet worden. Eine weitere deutsche Staatsangehörige sei verletzt worden, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier in Berlin. Mehrere Vermisstenmeldungen hätten aufgeklärt werden können. "Jedoch können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht völlig ausschließen, dass noch einige wenige Deutsche unter den Opfern sind", fügte der SPD-Politiker hinzu.

Der Attentäter hatte am Freitag das Feuer am Strand eines Touristenhotels eröffnet und 39 Menschen getötet und viele weitere verletzt. Neben Deutschen waren nach britischen Angaben auch 15 Briten unter den Todesopfern. Zu dem Anschlag bekannte sich die islamistische Miliz IS.

Wie die britische Zeitung "Daily Mail" berichtet, soll es sich bei dem Täter um den tunesischen Studenten Seifeddine Rezgui handeln. Er soll sich in der Mittagssonne vom Wasser aus mit einem Schnellboot genähert haben, berichten tunesische Radiosender. "Er scherzte und lachte, benahm sich wie ein normaler Kerl", berichtete ein nicht namentlich genannter Zeuge. Dann zog er sein Gewehr aus einem zusammengefalteten Sonnenschirm hervor und zielte auf die Touristen. Laut "Daily Mail" suchte er sich seine Opfer genau aus. Ein Augenzeuge schilderte, dass er es nur auf Briten und Franzosen abgesehen hatte.

Danach stürmte der Attentäter in das Hotels Riu Imperial Marhaba in Port el Kantaoui und schoss weiter um sich. Wie der Konditor des Hotels sagte, schoss er zuerst auf ältere Touristen und warf anschließend eine Handgranate in den Pool. Schließlich kam es in der Hotelanlage zum Schusswechsel mit Sicherheitsbeamten. Dabei wurde der Täter getötet.

IS bekennt sich: Ein "Soldat des Kalifats"


In einer nicht bestätigten Twitter-Mitteilung übernahmen Unterstützer des Islamischen Staates (IS) die Verantwortung für den Anschlag. Ein "Soldat des Kalifats" habe den "abscheulichen Hort der Prostitution, des Lasters und des Unglaubens" angegriffen, hieß es. Der nationale Sicherheitsrat Tunesiens beschloss bei einer nächtlichen Sitzung Maßnahmen im Kampf gegen den Terrorismus.

Unter anderem sollen innerhalb einer Woche bis zu 80 Moscheen geschlossen werden, in denen weiterhin "Gift zum Terrorismus" verbreitet werde. Daneben sollten verdächtige Parteien oder Vereine überprüft und eventuell aufgelöst werden.

Touristen verlassen Sousse


Derweil entschlossen sich zahlreiche Touristen zur Abreise. Auf dem Flughafen Hammamet bildeten sich lange Schlangen. Viele sagten, sie brächen ihren Aufenthalt aus Furcht vor Anschlägen ab. Eine Deutsche sagte, sie habe etwa 40 Kilometer vom Tatort entfernt ein Hotelzimmer gebucht. "Wir sind ziemlich froh wegzukommen, weil man sich nicht mehr sicher fühlen kann, wenn so etwas passiert", sagte sie. Auch viele andere Touristen aus ihrem Hotel seien auf dem Weg nach Hause.

Das überfallene Hotel Imperial Marhaba ist inzwischen völlig verwaist. Sämtliche Gäste seien abgereist, sagte Direktor Mohammed Becheur. Unmittelbar vor dem Angriff auf den hauseigenen Strandabschnitt seien 75 Prozent der 370 Zimmer belegt gewesen. "Dieser Sommer wird hart", sagte Becheur. Doch er glaube an die Zukunft und wolle kein Personal entlassen.

Schwarzer Freitag des Terrors


Die Londoner Terrorismus-Expertin Margaret Gilmore hält Nachahmer-Taten für möglich. "Es ist durchaus möglich, dass es Trittbrettfahrer geben wird", sagte sie in London. Die Polizei tue gut daran, weitere Kräfte auf die Straßen zu schicken, betonte die Wissenschaftlerin. Der bevorstehende Jahrestag der Ausrufung eines Kalifats durch den IS, sei ein gefährlicher Zeitpunkt. "Diese Leute haben im Irak und in Syrien zuletzt einige Niederlagen einstecken müssen", sagte Gilmore. "Sie brauchen jetzt vermutlich Publicity."

Innenminister Thomas de Maiziere sieht dagegen keine erhöhte Gefahr in Deutschland. "Aus den aktuellen Ereignissen ergibt sich nach derzeitigen Erkenntnissen keine weitere Verschärfung der Sicherheitslage", erklärte de Maiziere. Gleichwohl sei die Gefährdung durch den internationalen Terrorismus und reisende Dschihadisten wie auch durch Einzeltäter aus diesem Spektrum in Deutschland hoch. De Maiziere kündigte an, er werde am Montag nach Tunesien reisen und den Anschlagsort Sousse besuchen.

Neben dem Anschlag in Tunesien war es am Freitag auch in Kuwait und Frankreich zu mutmaßlich islamistischen Anschlägen mit vielen Toten gekommen. Arabische Medien sprachen von einem "schwarzen Freitag des Terrorismus". Unter anderem schrieb die libanesische Zeitung "An Nahar", dass "die Welt von drei Anschlägen geschockt" sei.

 
Deutsches Opfer bestätigt: Viele Touristen verlassen Tunesien


Außenminister Frank-Walter Steinmeier bestätigt, was lange vermutet wurde: Unter den Opfern des Terroranschlags im tunesischen Sousse befindet sich auch ein Deutscher. Eine weitere Bundesbürgerin sei verletzt. Viele Touristen verlassen nun vorzeitig das Land, die Tunesier sorgen sich um ihre innere Sicherheit. Die Forderung nach neuen Sicherheitskonzepten wird laut.

 
Terror in Tunesien - Viele Opfer noch nicht identifiziert

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Bei dem Anschlag auf Urlauber in Tunesien sind Dutzende ums Leben gekommen. Viele Angehörige sind noch immer in großer Sorge. Auch über die Zahl deutscher Opfer gibt es noch keine endgültige Gewissheit.


Nach dem Terrorangriff eines mutmaßlichen Islamisten auf ein Strandhotel in Tunesien ist die Identität vieler Toter noch ungeklärt. Unter den 38 Opfern des Anschlags ist mindestens ein Deutscher, eine deutsche Frau wurde verletzt.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) konnte am Samstagabend aber nicht völlig ausschließen, dass noch weitere Bundesbürger ums Leben kamen.

Nach Angaben des tunesischen Gesundheitsministeriums konnten bis zum Sonntag 18 Opfer identifiziert werden. Die meisten Toten - insgesamt 14 - stammen demnach aus Großbritannien. Zu den Opfern zählen aber auch ein Ire, ein Portugiese und ein Belgier. Der deutsche Generalbundesanwalt Harald Range leitete ein Ermittlungsverfahren ein und beauftragte das Bundeskriminalamt (BKA) mit den Untersuchungen.

Der Angreifer studierte nach bisherigen Erkenntnissen Elektro-Ingenieurswesen in der Stadt Kairouan, einer Hochburg von Salafisten. Er hatte am Freitag das Strandhotel "Imperial Marhaba" in dem Mittelmeerort Sousse überfallen und am belebten Strand das Feuer eröffnet. Später wurde er von Sicherheitskräften erschossen. Zu dem Angriff bekannten sich Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in einer nicht verifizierbaren Twitter-Mitteilung.

Der tunesische Innenminister Mohamed Najem Gharsalli erklärte, der Attentäter hätte wesentlich früher gestoppt werden können. Im Radiosender Mosaique FM warf er dem Sicherheitsservice des Hotels vor, nicht sofort die Polizei informiert zu haben.

Tunesien will als Konsequenz aus dem Anschlag den Kampf gegen den Terrorismus verschärfen und bis zu 80 Moscheen schließen, in denen Extremisten verkehren sollen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sicherte Tunesien Unterstützung im Kampf gegen den Terror zu, Innenminister Thomas de Maizière will am Montag an den Ort der Terrorattacke reisen.

Derweil verließen viele Urlauber die Region: Mindestens 1000 Briten sind bereits ausgeflogen. Nach Angaben des Reiseveranstalters Tui ist die Zahl deutscher Touristen, die ihren Urlaub abbrechen möchten, aber deutlich zurückgegangen. Der Anbieter rechnet damit, dass 250 Gäste vorzeitig abreisen. "Bis zum Sonntagabend werden wir rund 200 Gäste ausgeflogen haben", sagte ein Sprecher des Unternehmens. Etwa 3500 dagegen wollten demnach in Tunesien bleiben.

Papst Franziskus verurteilte den Angriff in Tunesien sowie die Anschläge in Kuwait und Frankreich scharf. Das Oberhaupt der katholischen Kirche bete für die Opfer und sichere den Hinterbliebenen "geistliche Unterstützung" zu, heißt es laut Radio Vatikan in drei am Sonntag veröffentlichten Beileidstelegrammen.

In Kuwait identifizierten Behörden inzwischen den Attentäter, der am Freitag bei einem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee 27 Menschen getötet hatte. Der Mann sei Saudi-Araber gewesen, teilte das Innenministerium am Sonntag mit.

 
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