Das US-Powerpaar ist seit Wochen gemeinsam auf „On The Run II“-Tournee und hat am Donnerstagabend im Olympiastadion gespielt.
Mit einer überraschenden Anleihe bei Alphaville.


Wer hätte gedacht, dass im Berliner Olympiastadion noch einmal ein Chor der 60.000 (Zuschauer) „Forever Young“ im Rund singen würde?
Diesen breitgelatschten Alphaville-Klassiker aus den 80ern, mit dem zu Tode gespielten Keyboard-Akkord.
Niemand wohl.
Bis dann aber am Donnerstagabend die Obamas des R&B-Crossover-Rap – La „Beyoncé and Jay-Z“ – ihrer zweistündigen Audienz den Final-Cut gaben.
In Berlin auf Station ihrer „On the Run Tour (2).“

Und das Wunder passiert: Die beiden kanonisieren dieses Lied, genau wie zuvor schon Beyoncé mit ein paar Takten von Donna Summers „Love to Love“, in ihren Kosmos ein.
Und es ist rührend zu sehen, wie ernst sie den Song nehmen.
Um ihre Liebe vor dem Publikum zu bemänteln und zurück hinter den Vorhang zu treten.
Abgang von einer Bühne, auf der ihre „Bootyliciousness“ unermüdlich ihren Kopf warf, den Körper wild zuckend im tiefsten Funkgestrüpp bewegte.

Vorbild: Janet Jackson
„Crazy in Love“ in Jeans-Hot-Pants. Höhepunkt im breit gefächerten Werk von Ehemann Mr. Carter war „Big Pimpin‘“ mit einer deutlichen Hook-Line und wunderbar schleppend-wippendem Rap!
Wie auf einer Achterbahn ging die wilde Fahrt mit gefühlt zehn Kostümwechseln von Frau Carter (geborene Knowles).
Die dann bei „Freedom“ auch nicht verhehlt, dass Janet Jackson zu ihren Vorbildern zählt – was die Performance angeht: Die kleine Beyoncé ist mit MTV aufgewachsen – die Bilder von Janets „Rhythm Nation“-Videos haben sich eingebrannt.
So wie sie beinahe militärisch straff die Choreografien wie eine Flamenco-Tänzerin auf den Boden stampft, das irritiert, macht aber auch wahnsinnig viel Spaß beim Zuschauen!

„This is real Love“ flackert es hinter beiden auf dem Video-Screen, als „Forever Young“ runtergedimmt wird und die beiden im Dunkel der Bühne verschwinden.
Inszeniert?
Echt? Egal.


BEYONCE | Olympiastadion Berlin 28.06.2018 !