Berlin Ein Berliner Feuerwehrmann macht seiner Wut über die Politik in einem Rap-Video Luft.
Der Song „Berlin brennt“ hat unerwarteten Erfolg.

Politiker, die Einsatzkräfte kaputtsparen und Bürger, die die 112 bei Zahnschmerzen wählen: Den Berliner Feuerwehrmann Christian Köller verärgern diese Missstände.
Und weil es das nicht für sich behalten wollte, drehte er ein Rap-Video, in der seinem Frust über den harten Job der Rettungshelfer freien Lauf lässt.

Dass sein Song bei Youtube viral gehen könnte, dürfte Köller aber nicht geahnt haben.
Innerhalb einer Woche wurde der Clip von Köller bis zum Sonntag mehr als 55.000 Mal angeklickt.
„Er beschäftigt sich schon seit Jahren mit Rapmusik“, sagte Stefan Ehricht, der bei der Gewerkschaft Verdi die Interessen der Feuerwehr vertritt.


Berlin brennt Rap Video !



„Kaputtsparen ist der Trend“
Die Idee zu dem Rap „Berlin brennt“ sei während der gleichnamigen Mahnwache vor dem Roten Rathaus entstanden.
Dort wurde das Musikvideo privat gefilmt.
Der Text passe perfekt zu den Forderungen der Berliner Feuerwehrleute. „
Es platzt wie aus einem Vulkan heraus“.

Darin klagt der Feuerwehrmann unter anderem über die mangelnde finanzielle Ausstattung der Feuerwehr: „Wir sind unterbesetzt und die Politik interessiert das ein’ Dreck.
Das Motto Effizienz, kaputtsparen ist der Trend.
Berlin brennt, der Senat hat gepennt. 112 ist die Nummer, die jeder Bürger kennt.“

Auch das Gesundheitssystem bekommt sein Fett weg.
„Zahlen und Diagramme können vieles schönreden, doch Fakt ist Euer Sparen kostet Menschenleben,“ klagt Köller.
Bis Rettungsdienste nach einem Notruf eintreffen, vergehe wegen der Sparmaßnahmen immer mehr Zeit.
Die Helfer seien überfordert .

Kritik an den Bürgern
Der Clip verrät aber noch mehr über die Nöte der Feuerwehr hinsichtlich des Verhaltens der Bürger.
Zum einen seien da die grundlosen Notrufe: „Ruf nicht 112, wenn du Zahnschmerzen hast.
Ruf 112, wenn dein Leben in Gefahr ist“, rapt Köller in dem Clip.
Größere Sorgen bereiteten ihm und den Kollegen aber Attacken auf Rettungskräfte.
Diese hätten sich in den vergangenen Monaten gehäuft, rappt Köller.
Er fordert: „Greif uns nicht an!
Wir retten Euer Leben.“

Berlins Feuerwehrleute hatten unter dem Motto „Berlin brennt“ einen Monat lang eine Mahnwache mit einer brennenden Feuertonne vor dem Roten Rathaus aufgestellt.
Mehr Personal, bessere Bezahlung und mehr Investitionen in Ausbildung, Fahrzeuge und die Feuerwachen waren die Hauptanliegen.
„Die Tonne steht jetzt im Feuerwehrmuseum.
Aber wir holen sie notfalls zurück“, sagte Ehricht am Sonntag