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Thema: Mein Tutorial zum Dubben und Schneiden mit dem Programm MeGUI

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    Mein Tutorial zum Dubben und Schneiden mit dem Programm MeGUI

    Hallo zusammen,

    ich möchte hiermit ein Tutorial veröffentlichen, in dem ich beschreibe, wie ich Tonspuren, welche in der Regel auf deutschen Retail DVDs basieren, schneide, um sie framegenau an HD Sourcen, wie z.B. ausländische Blu-ray Rips, anzupassen.


    Das muss Anfang 2011 gewesen sein, als ich angefangen habe, Filme selbständig zu dubben. Der Hintergrund für mein Bestreben lag bzw. liegt in der, aus meiner Sicht, unbefriedigenden Veröffentlichungspolitik hierzulande. Allein darüber könnte ich ein ganzes Buch verfassen, aber folgende Schlagworte seien hierzu angeführt:


    1. Noch immer auf sich wartende Blu-ray Veröffentlichungen, während diese international schon längst verfügbar sind.

    2. Miese Bildqualität deutscher Blu-rays verglichen mit internationalen Pendants, dies trifft insbesondere dann oft zu, wenn Möchtegern-Labels wie Studiocanal (ehemals Kinowelt), Universum, Splendid, Crest, Lighthouse Home Entertainment, Edel Germany, Digi Dreams etc. sich an einer Veröffentlichung versuchen.

    3. Zu tiefe Stimmen der deutschen Sprecher aufgrund der nicht erfolgten Tonhöhenkorrektur von 25 auf 23.976 fps, MGM bzw. Fox ist dafür „berühmt“.

    4. Unnötige Neusynchronisationen für DVDs und Blu-rays während die Originalsynchro schmerzlicherweise keine Verwendung mehr findet.

    5. Im Vergleich zu internationalen Versionen geschnittene deutsche Fassungen.



    Es gibt zwar Szene Gruppen wie msd und KLASSiGERHD, die hin und wieder eine gedubbte Version releasen, jedoch lassen diese oftmals an Qualität vermissen. Auch habe ich das Gefühl, dass sie sich nicht an schwierige Fälle ranwagen, und stattdessen Filme rauspicken, bei denen sich die Tonspur nahezu 1:1 drunter legen lässt. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, mich selbst daran zu versuchen.


    Ich habe lange überlegt, mit welchem Programm dies denn am besten gelänge und stieß dann damals zufällig auf das Programm MeGUI, welches bis heute mein treuester Begleiter ist. Von allen Tools, die ich im Rahmen der Video- und Tonbearbeitung nutze ist dies mit Abstand das Wichtigste, zumindest dann wenn es ums Dubben geht. Der Grund liegt darin, dass MeGUI in der Lage ist, einzelne Tonfragmente framegenau zu schneiden, dazu später mehr.


    Wie beginnt man? Zunächst benötigt man die Sourcen. In der Regel sind das auf der einen Seite entweder ein deutscher DVD-, TV- oder auch VHS Rip, in seltenen Fällen auch ein Bootleg und zum anderen die HD Source, auf die man den deutschen Ton einpflegen will. Das sind entweder Blu-ray Rips, HDTV Rips oder auch WEB-DL’s.


    Bevor man loslegt, müssen zwei Dinge zwingend sichergestellt werden:

    1.

    Beide Sourcen müssen in derselben Geschwindigkeit vorliegen: meistens entweder in 25 (PAL) oder 23.976 (NTSC) fps. Die französischen (Gaumont) Blu-rays liegen hingegen ausschließlich in 24 Bildern pro Sekunde vor und die spanische Blu-ray vom Film Die Ehre der Prizzis gar in 29.970 fps sowie Ronja Räubertochter als schwedische Blu-ray entgegen dem Blu-ray Standard sogar in der PAL-typischen Geschwindigkeit von 25 fps.

    Möchte man nun den Ton einer DVD an die Blu-ray angleichen, muss dieser in den meisten Fällen also von 25 auf 23.976 fps verlangsamt werden. Hierzu ist es zwingend erforderlich, die Tonhöhen- bzw. Pitchkorrektur zu beachten, also das was MGM bzw. Fox oft NICHT macht. Die Rocky Filme, Platoon, Thelma & Louise und einige andere klingen deswegen einfach nur furchtbar und ich, der all die betroffenen Filme in- und auswendig kennt, habe das jeweils nach dem ersten gesprochenen Satz gemerkt. Die Pitchkorrektur funktioniert im Übrigen nicht mit eac3to, wie es scheinbar ein paar Szene Gruppen wie COOLHD zu glauben scheinen. Die Gruppe msd hat dies auch schon falsch gemacht. Den Film Road House 1989 würde ich deswegen beispielsweise nicht von denen laden. Am besten geht dies aber mit MeGUI.

    Hier die Vorgehensweise:




    Zunächst die Tonspur auswählen.




    Danach auf Config klicken.




    Selbsterklärend und idiotensicher….with pitch correction, die gewünschte Bitrate einstellen und mit OK bestätigen.




    Auf Queue klicken. Früher musste man im Anschluss auf Start klicken, was mittlerweile entfällt, sodass nach dem Klick auf Queue der Prozess startet (kann 1 bis 2 Minuten dauern)...Fertig.


    Neben der Tonspur selbst muss selbstverständlich auch die deutsche Filmdatei von 25 auf 23.976fps verlangsamt werden. Dies bewerkstellige ich mit mkvmerge GUI:





    Darüberhinaus muss folgender Punkt unbedingt eingehalten werden:


    2.

    Die zu schneidenden Tonspursegmente müssen exakt die gleichen Merkmale aufweisen, da man sie sonst später nicht miteinander verbinden kann.

    a) Gleiche Anzahl an Kanälen z.B. 2.0, 5.1 etc.

    b) Gleiche Bitrate z.B. 192, 448 etc.

    c) Gleiche Samplerate z.B. 48.0, 44.1 etc.



    Dies ist umso wichtiger, wenn ich vor dem Dubben bereits weiß, dass die deutsche Quelle geschnitten ist und ich viel Ton von der internationalen Version verwenden muss, dies gilt insbesondere dann wenn der deutsche Ton in AC3 2.0 vorliegt und der englische in DTS 5.1.

    Ich hatte lange überlegt, mit welchem Programm ich eine 5.1 Spur in eine 2.0 umwandel. Anfangs hatte ich einfach den Center Kanal der 5.1 genommen und ihn auf beide vorderen Kanäle verteilt und so eine Stereo Spur erstellt. Dies ist natürlich suboptimal, da so sämtliche Soundeffekte des Subswoofers und der hinteren Kanäle flöten gehen. Meine Vorgehensweise stattdessen:


    1. DTS 5.1 Tonspur (oder AC3 5.1) in eine einzelne 6-Kanal Wav Datei codieren…z.B. mit xrecode.

    2. Diese Wav Datei in Audacity laden und als 2-Kanal Stereo Wav abspeichern (dabei bleiben alle Effekte erhalten, da alle 6 Kanäle auf 2 verteilt werden).

    3. Diese Stereo Wav in AC3 2.0 encoden, wieder z.B. mit xrecode.



    Diejenigen unter euch, denen am O-Ton gelegen ist, können die 5.1 Spur in ihrer ursprünglichen Form als Sicherungskopie behalten und später bei Bedarf in die mkv muxen.


    Jetzt haben wir also zwei Sourcen, beide in 23.976 fps, beide in AC3 2.0. Manchmal auch in AC3 5.1, oder DTS 5.1 wenn die zu dubbende deutsche Tonspur in diesem Format vorliegt. In der Regel dubbe ich aber ältere Filme, sodass 2.0 der Standard ist.

    Da ich ohnehin ein visueller Mensch bin und ich gerne sehe, was ich da tue, ist es unerlässlich zwei Ausschnitte bzw. Fenster parallel vor mir geöffnet zu haben in denen ich genau sehen kann, wann die Filme aufgrund von Schnitten anfangen, auseinander zu laufen und ich dann eingreifen muss. MeGUI ist dazu in der Lage, wenn man in einer Instanz des Programms beide Sourcen lädt, den deutschen DVD Rip, und die englische HD Scource.

    Da ich mir dachte, dass es anhand eines Beispiels am besten verständlich ist, nutze ich als solches den Film Fahrraddiebe aus dem Jahr 1948, meinem letzten Projekt.







    Vorgehensweise:



    File --> Open und Film auswählen.




    Queue klicken. Sollte es sich um eine mkv Datei handeln, werden im Anschluss die Tonspuren extrahiert und die Filme indexiert, d.h. es wird eine Indexdatei in den Ordner geschrieben, wo euer Film liegt.




    Es öffnet sich das Fenster mit dem Film. Dazu alle benötigten Informationen wie z.B. die Anzahl der Frames des gesamten Films, Laufzeit des Films bis auf die Tausendstel Sekunde und unten ganz wichtig der Schieberegler, mit dem ihr euch im schlimmsten Fall Frame für Frame vortasten müsst, um zu sehen, wann die Sourcen auseinander laufen und schnitttechnisch entsprechend eingegriffen werden muss.




    Bei zwei Filmen sieht es entsprechend so aus. An dem Screenshot könnt ihr bereits erkennen, dass beide Sourcen nicht die gleiche Lauflänge aufweisen, eine der beiden Quellen also geschnitten ist bzw. Filmrisse aufweist oder einen längeren Vor- oder Abspann aufweist. Das liegt darin begründet, dass MeGUI beim Öffnen beider Fenster sofort die exakte Mitte des Films zeigt. An den unterschiedlichen Szenen seht ihr aber, dass es Differenzen gibt.

    Ganz wichtig ist immer, dass euch beim Dubben der Anfang gut gelingt. Meistens dauert beispielsweise der Vorspann bei der HD Source länger oder ist anders gestaltet, wenn z.B. bei der HD Source der MGM Löwe zu sehen ist, aufgrund von Rechteänderungen bei der SD Source hingegen noch der Paramount Berg etc. Auch bei diesem Film wird dem Vorspann mehr Zeit eingeräumt.

    Ich suche mir dann immer den ersten harten Schnitt im Film raus und rechne dann rückwärts. Was ich damit meine, zeigt der folgende Screenshot:




    Dies ist der erste harte Schnitt des Films, an dem zum ersten Mal optisch gesichert ist, dass beide Filme bis auf den Frame genau an der selben Position stehen. Ihr könnt deutlich sehen, wie ich hierfür die Schieberegler betätigen musste und der DVD Rip bei Frame 2243 steht und der HD Rip dagegen bei 2796. Subtrahiert man den kleinen Wert vom größeren erhält man 553. Das bedeutet, dass bei der HD Source der Vorspann 553 Frames länger ist. Doch wie verarbeitet man diese Information, dass der Dub von Anfang an synchron wird?

    Man schiebt den Regler bei der DVD Quelle auf 0 und bei der HD Quelle auf 553.




    Und da wären wir. Nicht verwundern lassen durch die unterschiedlichen Bilder. Ich sagte ja bereits, dass der Vorspann anders gestaltet ist. Wir sind hier aber an der gleichen Position des Films und können jetzt den ersten Schnittpunkt vermerken:

    Das erste Segment besteht aus englischem bzw. bei diesem Film aus italienischem Ton und beinhaltet Frame 0 bis 552. Nicht bis 553 weil ab Frame 553 bzw. aus Sicht der deutschen DVD Quelle (Frame 0) ja der deutsche Ton übernimmt.

    Wir können also bis jetzt festhalten:

    1. Englisch 0 - 552

    2. Deutsch 0 - ?


    Jetzt beginnt die Arbeit erst so richtig. Wir schieben die Regler wieder auf 2243 bzw. 2796 und tasten uns im schlimmsten Fall Frame für Frame durch die Bilder auf der Suche nach Abweichungen bzw. Momenten, bei denen die Bilder sich nicht mehr gleichen. In der Regel ist das immer dann der Fall, wenn die deutsche Version geschnitten ist, diese Szene also im englischen rechts uncut durchläuft und links im Fenster bei der deutschen DVD längst eine neue Szene zu sehen ist. Manchmal sind es auch nur kleinere Filmrisse, die oftmals nur einen einzigen Frame Unterschied machen.

    Ein Frame sind 0,04 Sekunden bzw. 40ms. Wenn im ganzen Film dieser eine Frame den einzigen Unterschied beider Sourcen darstellen würde, wird man noch keine Asynchronität erleben. Ich selbst habe aber stets den Anspruch, bis auf den Frame genau zu dubben. Asynchronitäten identifiziere ich selbst bereits ab 160, spätestens jedoch ab 200ms, was 5 Frames entspricht. Das kann man in Filmen immer dann besonders gut erkennen, wenn Türen zugeknallt werden etc.

    Doch zurück zum Dubben. Wenn ihr denkt, dass euch das Ein Frame Vortasten zu genau ist und ihr euch sicher seid, dass der Film gewiss nicht alle paar Frames geschnitten ist, so könnt ihr auch in 25 Frame Schnitten vorgehen. Dazu klickt ihr rechts neben der Play Taste auf den doppelten Pfeil. Bei manchen Filmen, wie beispielsweise Eine verhängnisvolle Affäre 1987 mit Michael Douglas war das Dubben so einfach, dass abgesehen von marginalen Abweichungen beim Vorspann der deutsche Ton 1:1 auf die US-Blu-ray passte. Wäre dies bei diesem Film hier auch der Fall könnte ich die Werte 2243 und 2796 z.B. mit 50.000 summieren und an dieser Stelle des Films in den beiden Fenstern gucken, ob die Szene haargenau bis auf dem Frame die gleiche ist. Ich würde also direkt einen riesen Satz innerhalb des Films machen und feststellen, dass bis zu dieser Stelle keine Abweichungen zu beobachten sind.

    Leider ist dies meistens nicht so, weshalb man schon vorher ständig korrigieren und anpassen muss, so auch hier.

    Wir tasten uns also weiter in dem Film vor und erkennen, dass bei Frame 13618 bzw. 14171 die erste Abweichung zu beobachten ist:




    Hier könnt ihr deutlich sehen, dass beim rechten Bild der Mann mit dem Fahrrad einen einzigen Frame lang länger zu sehen ist. Würde ich den Regler um einen Frame vorschieben würde ich ebenfalls die Frau vom linken Bild sehen. Auf dem linken Bild der DVD Source fehlt also dieser Frame und entsprechend ist die nachfolgende Szene um diesen besagten Frame früher zu sehen.

    Ich persönlich handhabe das seit langem so, dass ich bei kleineren Filmrissen von nur wenigen Frames nicht extra ein Segment mit einer englischen Tonspur aufmache, dies gilt insbesondere dann, wenn an dieser Stelle des Films keine Geräusche oder Musik zu hören sind, wobei im Falle von nur einem Frame selbst das egal wäre. Was meine ich damit?

    1. Englisch 0 - 552

    2. Deutsch 0 - 13.618

    3. Deutsch 13.618 - ?

    Um diesen fehlenden Frame bei der deutschen Fassung auszugleichen, schließe ich den Frame Nummer 13.618 doppelt ein und damit ist bis zu dieser Stelle wieder alles im Lot. Denn wenn wir später in MeGUI die einzelnen Segmente schneiden, sind nur die zu beinhaltenden Segmente maßgeblich. Wenn an der besagten Stelle zwei Frames fehlen würden, müssten die Segmente entsprechend so aussehen:

    2. Deutsch 0 - 13.618

    3. Deutsch 13.617 - ?

    Man sollte es mit dieser Methode aber nicht übertreiben und nur anwenden wenn rund um die jeweilige Filmpassage ausreichend Stille herrscht und nicht gesprochen wird. Ein Beispiel, wo sowas bereits schief gegangen ist, ist die Neuauflage der DVD Hasch mich, ich bin der Mörder 1971. Eine kurze geschnittene Szene in der Louis' Ehefrau die Treppe herunterkommt, wurde damit gefüllt, indem die Ehefrau auf der DVD den gleichen Satz zweimal hintereinander ausspricht. Was für ein Flop! Ich hatte das Problem damit gelöst, die entsprechende Stelle mit der ungeschnittenen deutschen VHS aufzufüllen.

    Die ersten beiden Segmente stehen also fest. Der aktuelle Gleichstand herrscht ab jetzt also bei 13.618 und 14.172.

    Um es vorweg zu nehmen: Bei diesem Film musste ich 22 Schnittsegmente erstellen, was noch relativ human ist. Beim Film King Kong und die weiße Frau waren es derer 125, wo man sich fragen könnte: Wow was wurde da nur alles rausgeschnitten? Jedoch bezogen sich all diese Cuts ausschließlich auf Filmrisse, sodass handlungstechnisch rein gar nichts geschnitten war.

    Ich möchte an dieser Stelle nicht alle 22 Segmente erläutern, jedoch an den beiden folgenden zwei Beispielen weitere Möglichkeiten für das Auseinanderlaufen beider Filmversionen liefern.




    Diese Szene ist die letzte bevor die Bilder abermals auseinander gehen. Würde ich jetzt in beiden Fenstern den Regler um 1 nach rechts bewegen, würde man gänzlich unterschiedliche Bilder sehen.

    In dem Fall handelt es sich allerdings erneut nicht um einen Schnitt als solchen, sondern um einen weiteren Filmriss, der diesmal jedoch 18 Frames lang andauert. Zuviel um wie oben beschrieben vorzugehen. D.h. für diese 18 Frames muss zwingend die italienische Tonspur übernehmen. Da in diesen 18 Frames glücklicherweise nicht geredet wird und stattdessen nur Stille herrscht, kein Problem. Es ist ja auch nicht mal eine Sekunde, aber ausreichend um einen Film richtig asynchron werden zu lassen. In Fällen längerer Handlungsschnitte erstelle ich für die entsprechende Passagen regelmäßig German Forced Subs. Ich persönlich finde, dass das dazu gehört und ich möchte bei meiner Arbeit möglichst Retail Qualität erreichen und mir nicht etwaige Asnychronitäten und fehlende Untertitel vorwerfen lassen.

    Ein letztes Beispiel verdeutlicht folgender Screen:




    Bei dieser Szene folgt ein paar Frames später eine Überblendung zur nächsten Szene, unterbrochen mit einem sekundenlangen schwarzen Bildschirm. Dieser ist im rechten Fenster länger anhaltend, in dem Beispiel 18 Frames lang. Da dort relative Stille herrscht konnte ich die erste Lösungsmöglichkeit verwenden und musste nicht die internationale Tonspur bemühen.

    Es gibt also im Grunde drei Beispiele, weshalb man Tonspuren schneiden muss.


    1. Kleinere Filmrisse aufgrund von Bildbeschädigungen (insbesondere bei älteren Filmen).

    2. Längere Handlungsschnitte.

    3. Unterschiedlich lange schwarze Überblendungen zur Vorbereitung auf eine neue Szene.





    Hier ein Screenshot aus Excel, wo ich mir notgedrungen peinlich genau die einzelnen Schnittpunkte notieren muss, Frame x bis Frame y etc. In diesem Fall deutlich mehr deutsche als englische Segmente da es doch mehrheitlich kleinere Filmrisse waren und keine ganzen Handlungsstränge. Ganz rechts ist auch die Länge der einzelnen Segmente in Frames dargestellt. Inklusive der Differenzen aus dem Vor- und Abspann ergibt sich eine unterschiedliche Lauflänge von 1676 Frames bzw. 67,04 Sekunden.

    Zusätzlich schreibe ich mir auch immer die Position im Film, wo ich geschnitten habe, auf, da ich so später schneller im VLC Player dorthin navigieren kann um zu schauen, ob der Übergang gelungen ist oder ich die Punkte verschieben sollte.

    Die Schnittpunkte zu bestimmen ist der mit Abstand langwierigste und zuweilen auch anstrengendste und nervigste Teil bei der ganzen Arbeit. Würde ich eine Rangliste erstellen, wobei die Zahl 10 die Höchstschwierigkeit darstellte, sähe die Liste in etwa so aus:

    10. Der Pate - Die komplette Saga (1901 - 1959)

    09. Im Westen nichts Neues (1930), King Kong und die weiße Frau (1933), Aufstand in Sidi Hakim (1939), Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett (1971), Bis zum letzten Mann (1948), Laurel & Hardy - Hinter Schloss und Riegel (1931), Laurel & Hardy - Die Qual mit den Stiefeln (1931), Laurel & Hardy - Vaterfreuden (1930), Laurel & Hardy - Der große Fang (1934)

    08. Der Zauber von Malena (2000), Amadeus (1984), Akkorde der Liebe (1941), Eve und der letzte Gentleman (1999), Leoparden küsst man nicht (1938), Unternehmen Petticoat (1959), Yankee Doodle Dandy (1942), A Chorus Line (1985), Laurel & Hardy - Rache ist süß (1934), Elliot, das Schmunzelmonster (1977), Laurel & Hardy - Selige Campingfreuden (1934), Laurel & Hardy - In der Wüste (1931), Die Spielregel (1939), Alles tanzt nach meiner Pfeife (1970)

    07. Lord Nelsons letzte Liebe (1941), Ein Hauch von Nerz (1962), La Strada - Das Lied der Straße (1954), Monte Carlo Rallye (1969), Taxi nach Tobruk (1960), Swing Time (1936), Shining - US Director's Cut (1980), Warlock 2 - Satans Sohn kehrt zurück (1993), Louis, der Geizkragen (1980), Laurel & Hardy - Der zermuerbende Klaviertransport (1932), Laurel & Hardy - Alle Hunde lieben Stan (1931), Laurel & Hardy - Gehen vor Anker (1932), Der Mann in der Schlangenhaut (1960), Katzenmenschen (1942)

    06. Die kleine Meerjungfrau (1976), Das Geheimnis der falschen Braut (1969), Ein Gespenst auf Freiersfüßen (1947), Das letzte Wochenende (1945), F.I.S.T. - Ein Mann geht seinen Weg (1978), Abenteuer im Zauberwald (1964), Die Prinzessin mit dem goldenen Stern (1959)

    .
    .
    .

    01. Eine verhängnisvolle Affäre (1987) etc.

    Bei manchen Filmen wie beim Zauber von Malena gestaltete sich das Bestimmen der Schnittpunkte auch deswegen so schwierig, da manchmal in den harten Schnitt hinein gesprochen wird. Damit meine ich beispielsweise die Szene wo der Schallplattenverkäufer dem Jungen vorwirft, wie er denn wissen soll, was er für eine Platte kaufen will wenn er den Titel nicht kennt. Da beginnt der Satz, wo Malena noch in ihrem Haus zu sehen ist und nach den ersten beiden Worten etwa sieht man erst den Verkäufer in seinem Geschäft. Die vorherige Szene in Malenas Haus ist in der deutschen Fassung jedoch nicht zu sehen, weshalb man dann die entsprechenden Schnittpunkte verfeinern bzw. abändern und anpassen muss.

    An dieser Stelle möchte ich den User "Ichbinauchhier" lobend erwähnen. Dieser hat bei den Dubs von Highlander 2 und Der letzte Mohikaner herausragende Arbeit geleistet. Insbesondere bei Highlander 2 müsste man meine obige Skala um eine neue Höchstschwierigkeit ergänzen. Wer sich mal den Schnittbericht zu dem Film durchgelesen hat, wird verstehen, was ich meine und ich bin froh, dass ich das nicht übernehmen musste.


    Jetzt aber zum Schneiden der einzelnen Segmente:

    Auch dies geht mit MeGUI. Was geht eigentlich nicht mit MeGUI? *g*




    Man öffnet das Video über File --> Open und es wird nach dem Indexieren und Extrahieren des Tons folgendes bereits bekanntes Fenster angezeigt. Ganz wichtig ist unten bei On Save close and load to be encoded das Häkchen wegzumachen, anschließend auf Save klicken.

    Wenn ihr das getan habt, wird auf eure Festplatte eine AviSynth Script Datei geschrieben. Nachdem ihr also auf Save geklickt habt, könnt ihr das Fenster schließen.

    Anschließend wählt ihr unter Tools den AVS Cutter und klickt im folgenden die soeben erstellte AviSynth Script Datei an.




    Es zeigt sich folgendes Fenster: Hier müsst ihr den Start- und Endframe eingeben. Bei diesem Film waren es beim ersten Segment die Punkte 0 und 552. Diese eintragen und auf Add klicken. Anschließend auf Do all and close klicken.

    Sobald dies getan ist, wird auf eurer Festplatte zusätzlich zur AviSynth Script Datei eine CLT Schnittdatei geschrieben. Diese ist essentiell für das eigentliche Schneiden, was jetzt folgt.




    Unter Tools geht ihr jetzt auf den Audio Cutter. Es öffnet sich folgendes Fenster, wo ihr nacheinander die gesamte Tonspur und die Schnittdatei auswählen müsst. Danach einen Namen für das erste Segment angeben. Ich wähle hierfür immer fortlaufende Zahlen 1,2,3…

    Nebenbei bemerkt ist das Tolle am MeGUI Audio Cutter, dass er verlustfrei schneidet, ohne neu zu encodieren, wie es beispielsweise beim Konvertieren von 25 auf 23.976 zwangsweise der Fall ist. Der Prozess ist also nicht verlustbehaftet und geht entsprechend schnell vonstatten.

    Danach auf Create job klicken. Das erste Segment wird geschrieben.

    Jetzt stellt sich die Frage wie zum Teufel man diese Segmente aneinander klebt um damit eine zusammenhängende Spur zu erzeugen. Anfangs verwendete ich dazu Audacity, bis mir ein bedeutend schnellerer Weg eingefallen ist….eac3to.




    Hierfür ist es erforderlich, eine Textdatei zu öffnen und obige Zeile einzufügen. In diesem Fall beispielhaft wenn es sich um drei Segmente handelt. Bei zusätzlichen Segmenten muss entsprechend angepasst werden. Der Datei gebt ihr die Endung .bat und kopiert diese zusammen mit den einzelnen Tonsegmenten in euren eac3to Ordner. Ausführen und in Windeseile wird die Tondatei geschrieben. Das Schneiden in MeGUI und Aneinanderkleben in eac3to funktioniert im Übrigen auch mit DTS Tonspuren. Dazu müsst ihr in der Textdatei den Segmenten die Endung .dts verpassen.


    Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass es immer wieder ein großer Augenblick ist, eine Tonspur, welche wie beim Film Im Westen nichts Neues aus 214 Segmenten besteht, anschließend mit Hilfe von mkvmerge in den Film zu muxen und zu schauen ob der Film synchron ist. Zu groß ist die Gefahr, dass sich bei einem der Segmente der Fehlerteufel eingeschlichen hat, weshalb beim Prozess des Schnittpunkte Bestimmens nichts falsch gemacht werden darf.


    Das war mein kleines Tutorial, in dem ich meine Vorgehensweise beleuchtet habe. Je nachdem mit welchem Film man es zu tun hat, kann das Dubben unter Umständen einen großen Aufwand bedeuten. Aber als großer Filmfan, der nicht ewig auf deutsche HD Veröffentlichungen warten kann und will, oder sich an der Qualität der bereits veröffentlichten Scheiben stört (Gründe siehe oben), der nimmt so einiges in Kauf. :)



    Grüße, Jakopo
    Geändert von Jakopo (15.05.16 um 13:27 Uhr)

  2. Die folgenden 4 Benutzer haben sich bei Jakopo für diesen Beitrag bedankt:

    Bootdiskette (10.01.16), dbtr (05.07.15), Knollenfurz (30.01.16), NatureOne (10.06.15)

  3. #2
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    Update:

    Hab das Tuturial leicht angepasst und einen Teil der Bilder ausgetauscht. Hintergrund sind längst erfolgte Updates der Programme MeGUI und MKVToolNix.

    Bei MeGUI benutze ich nun die stable Version 2624 und nicht mehr die Development Version, welche doch ziemlich buggy war.

    Ein weiterer Unterschied ist jetzt, wenn man die aktuellste Version des Programms aus dem Netz lädt und startet, man nach dem Klick auf "Queue" nun nicht mehr zusätzlich auf "Start" klicken muss um den jeweiligen Prozess zu starten.

    Ferner benutze ich nun nicht mehr standardmäßig den Aften Encoder beim Stretchen der Tonspur auf 23.976 fps. Aften scheint es im Übrigen auch nicht mehr zu geben. Vielmehr benutze ich jetzt den FFmpeg Encoder für diese Aufgabe.

    Und schließlich betrifft der letzte Punkt das Programm MKVToolNix. Hier nutze ich aktuell die Version 9.1.0 in der 64-bit Variante. Die Einstellung eine mkv Filmdatei von 25 auf 23.976 fps zu stretchen befindet sich in dieser Version an einer anderen Stelle (siehe Screenshot).


    Wer das Tutorial gerne als pdf Datei runterladen möchte, kann das tun.
    Geändert von Jakopo (15.05.16 um 13:53 Uhr)

  4. Folgende Benutzer haben sich bei Jakopo für diesen Beitrag bedankt:

    jetleg (28.06.16)

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